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Dienstag, 30. April 2013

3000 Klettermeter später,

So nun sind wir wieder auf Achse und haben etwas Zeit was zu Schreiben . Unser Besucher hat uns gestern verlassen, damit er pünktlich nach dem Tag der Arbeit diese wieder aufnehmen kann. Deshalb der Titel diese Posts, den in den 2 Wochen während wir Besuch hatten sind wir auf etwas mehr als 3000 Klettermeter gekommen, was eine gute Vorbereitung für den El Capitan war. Die meisten Klettermeter haben wir sicherlich im Zion gemacht wobei nicht alle Routen das herausragende Gestein von Moonlight Buttress haben. Seht empfehlenswert und abwechslungsreich empfanden wir Silverback 5.12d ( links vom Monkeyfinger) wo von Kamin über Schulterrißrinne, Handriß, Hangel bis hin zu Fingerriß alles dabe i war. Der Fingerriß war in der letzten Länge und außerdem auch die Crux. Obwohl dieser mich im on sight b eim letzten schweren Kletterzug im Riß abwarf freute ich mich trotzdem über meine Fortschritte beim Klettern mit Trad Gear. Ich bin bis Anschlag geklettert und habe sowohl rutschende Füße als auch dynamische Züge beherzt hinter mich gebracht. Da diese Wand leider zum Mittag in die Sonne kommt,  wurde es im Rotpunkt etwas warm an den Füßen. Das war auch zunehmend ein Problem im Zion, es wurde in der Sonne zu warm und uns gingen die lohnenden, schweren und schattigen Routen aus. Nicht zuletzt weil Angels Landing, mit der höchsten NO-Seite m Zion, wegen Wanderfalken gesperrt war. So fiel unsere Wahl am letzten Tag auf Sheer Lunacy (5.13b bzw. 5.12c) je nachdem wie man die vorletzte Seillänge klettert. Leider gibt es auch in dieser Route einige brüchige und sandige Längen, aber das ist ja hier üblich. Da die Sonne am Nachmittag aus der Wand dreht hatte ich den Vormittag mit Kerstin und Leopold und am Abend holten uns die beiden vom Einstieg ab. Das war ein würdiger Abschied vom Zion und da wir vergessen haben die Bilder zu kopieren, sind sie ohne uns auf dem Weg nach Deutschland und nicht hier im Blog. Kurz vorher machten wir noch einen Abstecher in die Red Rocks und kletterten mit Rainbow Country eine 12d Variante (4 von 15 Längen waren verschieden) zur genialen Rainbow Wall 5.12b. Eine Wand mit sehr gutem festen Fels. Das Original ist eine absolute Empfehlung, da die einzigen brüchigen Längen in der Variante waren.
 Jetzt sind wir mit Umwegen auf dem Weg zum Basti, wo wir in Monteray ins Aquarium gehen wollen und uns natürlich mit Besuch des Zoos 2 Tage San Francisco gönnen. Zur Zeit lassen wir uns es alle 3 in den heißen Quellen von Bishop gut gehe. Irgendwie sind die 42 Grad Wassertemperatur deutlich angenehmer als selbige als Außentemperatur im Death Valley wo wir gestern Abend durchgefahren sind.

Montag, 22. April 2013

Was lange währt wird gut (Moonlight Buttess)

Nach 2 Tagen Schnee und Regen wurde das Wetter besser. Unser Gast aus Deutschland, der in den Untiefen des Internets weder namentlich noch auf Bildern erwähnt werden will (Anbei ein heimlich Bild unseres Gastes, moonligt buttres 7. und 5 länge)



und meine Wenigkeit gingen also wieder einmal Klettern. Nach einem morgendlichen Fehlversuch und einem mehrstündigen Spalziergang zu den 3 Marry und zurück stiege wir nach15 Uhr in Monkeyfinger 5.12b ein. Die 8 Seillängen gingen uns so gut von der Hand, das wir im oberen Teil eine Kamin mit einer 5.12b Variante umgingen. Die Route ist absolut genial und einzigartig. Verschneidungen mit vom Eisenoxid extrem glatten Wänden und Risse die viel zu oft die gleiche Größe an Friends verlangen. Alles in allem eine sehr schöne Kletterei, sofern man die letzten beiden Längen wegläßt denn die sind nur Bruch. Eine idealer Einstieg für eines der großen Ziele auf unserer Familientour. Der Name des Zieles lautet "Moonlight Buttress". Diese geniale Linie mit 11 Seillängen, wobei 5 mal der 5.12te Grad verlangt wird, stand schon 2009 auf meiner Wunschliste. Ich hatte auch schon genaue Vorstellungen wie ich diese Linie bezwingen wollte. Mein Traum wäre eine on sight Begehung idealerweise im Team. Das Ziel war wie immer recht hoch also ging es zeitig los. Da wir die Flußquerung vermeiden wollten, büßten wir durch den freiilig gewählten viel zu langen Zustieg eine Stunde ein. Als wir fast am Einstieg waren kamen auch noch zwei andere Seilschaften. Das Rennen war also eröffnet. Wir waren zwar die Ersten aber die Anderen kannten die ersten 4 Längen schon vom Vortag und jagden uns dadurch gewaltig. Obwohl wir zügig unterwegs waren stresste uns das gehetze. Vor den schweren Längen klärten wir das mit der Seilschaft hinter uns und sie hatten Verständnis und hielten Abstand. Es war viel mehr der sportliche Ehrgeiz der sie trieb und den wir durch unser Tempo geweckt hatten. So konnte ich mich endlich voll auf die Crux in der 6. Seillänge konzentrieren. Bevor es los ging, tauchte über uns ein Seil auf. Eine 4. Seilschaft kam von oben abgeseilt und setzte sich vor uns. Eigentlich schon eine Frechheit bei einer 300m Wand sich so vorzudrängeln. Genervt hat mich das schon und die Lust zu weiterklettern wird nicht gerade verbessert wenn einem eine andere Seilschaft vor der Nase hängt. Dazu kommt, das es durch den katen Wind in der Sonne schon kühl ist und in einer Stunde die Sonne aus der Wand dreht. Es half alles nichts Angriff ist ja bekanntlich die beste Verteidigung. Motiviert von meinem Seilpartner stieg ich in die 30 m lange Schlüssellänge ein. Vor mir lag eine glatte Verschneidung und die Gewißheit, dass wir in den hier notwendigen Größen an Sicherungsmitteln jeweils 2 Friends zu wenig hatten. Aber 5 Friends pro Größe und das über 3 Größen ist dann auch für mein Rack zu viel. Also hieß es sparen, denn Keile legen kam in der Hangel nicht in Frage. Ich nahm mir die ersten 15 m als Ziel bis sich die Hangel weitet und zu einem unangenehmen offenen Trichter wird. Ich ging das Ganze vorsichtig an und langsam vorrantastend erreichte ich mit letzter Kraft den unteren Rand des Trichters. Die Kante am unteren Rand war schlechter als gedacht und die des Trichters sehr rund. Also legte ich blind noch einen 1er Mastercam und hoffte das er gut liegt. Dann nahm ich mit letzter Kraft die Füße auf Handhöhe und preßte. Kurz bevor ich die Hand an den runden Trichterrand nahm passierte es. Erst rutschte der eine Fuß kurz darauf der andere. Die Zeit dazwischen reichte gerade aus um den Fuß erneut zu setzen. Das war Haarscharf beinahe wäre es vorbei gewesen. Durch den Schreck mobilisierte ich die letzten Reserven und wälzte mich irgendwie in den Trichter. Dort stand man zwar auf einem Fuß, mußte aber um nicht rauszukippen die runde Rißkante permanent abziehen. Ählich wie in einem Schulterriß nur ohne die Schulter im Riß. Ich konnte mich in dieser Position zwar etwas erholen aber nach einigen Minuten war es mehr krampf als alles andere. Um die Sache hier etwas abzukürzen ich quälte mich weiter und zum Glück wurde es leichter. So gelang diese Länge und auch die weiteren. Einige der Längen ging besser als gedacht andere eher das Gegenteil wie der bößartige Trichter in der 7. Länge. Meinem Seilpartner waren im Durchstieg nur die Nachstiegslängen vergönnt, weil die Friends ihm noch immer suspekt sind. Zusammengefaßt eine echt geniale Route in welcher neben der Hangelei in der Crux auf jeden Fall die Breite von 1 Inch beherrscht werden sollte, denn diese kommt bei 4 Seillängen vor. Alles in allem eine geniale Linie mit anspruchsvolle Rißkletterei. 2 Tage später wagten wir uns mit Space Shot an eine weitere große Linie. Dar Grad 5.13 war Abschreckung und Motivation zugleich. So fiel auch diese Linie jedoch im 2. Versuch. Wir wurden zwar am Ausstieg in der Sonne gegrillt aber wir schaften es bis hoch.

Dienstag, 16. April 2013

Wüstentürme

Nach ausreichendem Einklettern, im Indian Creek, ging es mit Verstärkung aus Deutschland zu den Wüstentürmen. Diese aus zusammen gebackenem Sand bestehenden Türme befinden sich im Großraum Moab und sind zum Teil über 100m hoch. Die Anzahl und Formen dieser Gipfel ist so groß, dass wir uns auf einige wenige beschränken mussten. Die Wahl fiel am ersten Tag auf, den Castelton Tower (110m hoch), wo wir mit Castle Burning selbstverständlich die schwerste Route wählten! :-) Von dem extremen Wind, mit Böen von bis zu 100km/h spührten wir in der geschützten Nordseite erst im oberen Teil etwas. Ansonsten war die Kletterei sehr abwechslungsreich. Von Rissen über Rippen, bis hin zur Wandkletterei mit genialen Struckturen aus Quarz war alles dabei. Nur auf dem Gipfel hat uns der Wind fast umgeworfen. Ein späterer Versuch der Route "Fine Jade" am benachbarten Refectory wurde vom Sturm sprichwörtlich abgeblasen. So wechelten wir das Gebiet und fuhren in die Canyonlands. Hier wollten wir den Moses besteigen ( 150m hoch), das Wetter war paradisich, die Kulisse der Canyonlands besser als im Kino und wir Dank zeitigem Start die erste Seilschaft in "Primerose Dihedral". Die abwechslungsreiche Route ging schneller als gedacht. So standen wir nach 4 Stunden wieder unten am Einstieg, es war ein herrliches Steigen an sonnig warmem Fels mit kühler Wüstenluft. Da wir noch etwas Zeit hatten, bestiegen wir gleich noch den benachbarten Zeus (90m hoch). Bei beiden Gipfeln wurden wir von einer Drohne gefilmt, hoffentlich bekommen wir die Bilder zugeschickt. Es war alles in allem ein großartiges Erlebnis. Und die Felsquallität war besser als gedacht, meisstens sogar sehr gut. Bei uns geht es heute weiter in den Zion Nationalpark, wo wir uns für eine Weile häuslich einrichten wollen. Mehr von uns gibts ein anderes mal. Bis dahin wünschen wir einen schönen Frühling.



Freitag, 12. April 2013

Ziele mit Hindernissen

Der Plan war klar einige Tage in Indian Creek um in das Trad-Klettern (Klettern mit mobiler Absicherung) wieder reinzukommen und um vor allen den Friends als Absicherung zu vertrauen. Wenn dazu noch ein paar 5.13er fallen, dann wäre ich rundum zufrieden. Keins der gestellten Ziele war jedoch leicht. Zudem habe ich die Planung nicht in Absprache mit dem Wetter gemacht. So wurden wir durch einen Sandsturm und durch mehrere Tage Regen und Schnee am Klettern gehindert. Dazu kam, das ich im weichen Sandstein der Wüste den mechanischen Klemmgeräten nicht vertraue. Doch gutes Wetter und grenzenloses Vertrauen in Friends helfen leider gar nicht, wenn die 5.13er Risse in Indian Creek alle so unmöglich schwer erscheinen. Immer wieder die gleiche Bewegung. Immer wieder die vergebliche Suche nach Tritten. Immer wieder das Wegrutsche auf der spiegelglatten Wand neben dem Riß. Auch die Idee dem Fuß unter eine Dampfwalze zu halten, damit die Zehen endlich in die vefluchten Fingerriße passen, kam mir schon. So ist das Leben in der Wüste alles andere als einfach, aber mit Kerstin und Leopold wird es an den Tagen mit schlechten Wetter alles andere als langweilig.

Gestern als letzten Tag im Creek regnete es frueh und gegen Mittag gingen wir noch einmal zum "Battle of the Bulge Buttres" und so konnte ich am Ende doch noch einmal Rubys Cafe probieren und durchsteigen. Endlich :-)
Scott, Mondo und die Wolfsfamilie

Indian Creek das Rissklettermekka

Rubys Cafe am ende doch noch eine 5.13-

Montag, 8. April 2013

Impressionen aus der Wüste

Nach einer langen, langen, langen Anreise fanden wir uns mitten in der Wüste wieder.
Als wir durch den Westen fuhren, regnet es fast die ganze Zeit und das ändert sich auch nicht, als wir an unserem Ziel angekommen waren. Da wir im Indien Creck so hoch gelegen sind, schlägt der Regen in Schnee um und es ist recht kalt und windig. Trotzdem finden wir Tobias' Kletterpartner Scott ohne Probleme auf dem Zeltplatz. Dann richten wir uns ein, Tobias baut das Zelt auf und Leopold kann endlich wieder umher stiefeln! Er freut sich rießig über seinen neuen Spielkameraten, Mondo ein sehr Kinderlieber australischer Hütehund, sie ist so groß wie Leopold und liebt es gestreichelt zu werden. Auf Grund ihrer Jugend ist sie noch sehr verspielt, aber sehr wohl erzogen. Dann ist Bettzeit und Leopold darf als erster ins Bett, wir halten uns noch wach. Essen lecker Spaghetti und dann ruft uns das kleine Wölfchen, er hat etwas Schnupfen bekommen und bekommt schwer Luft. Mit Nasentropfen geht es besser, aber sein Schlaf bleibt unruhig. Nach einer kuschligen, aber anstrengenden Nacht sind wir erstmal putz munter, aber ab Mittag sind wir alle nicht mehr wir selbst, jetzt hat uns der Jetlec in die Knie gezwungen. Selbst Tobias' erster Klettertag war nicht berauschend und daher schnell beendet. So gingen wir wieder früh zu Bett um den Jetlec zu überwinden. Am nächsten Tag sah die Welt schon wieder besser aus, auch das Wetter machte mit. Strahlend blauer Himmel und wärmende Sonne, im Schatten haben wir angenehme 14 bis 18 Grad Celsius, die Luft ist sehr trocken und es geht immer ein angenehm kühler Wind, der die doch heiße Sonne angenehm und erträglich macht. Mit der Sonne haben wir zukämpfen. Denn vergessen wir nicht, das wir drei kleinen Wölfe gerade aus dem Winter mit Schnee und Minusgraden angekommen sind! Die Bäume auf dem Campingplatz sind zwar noch kahl, durch ihre Breite werfen sie aber erholsamen Schatten. in den folgenden Tagen platzen die Knospen auf und die Büche ringsum werden jeden Tag grüner. Leopold stiefelt begeistert durch den staubtrockenen Wüstensand, spielt damit und probiert ihn natürlich auch (hm jammy). Die anderen Camper freuten sich natürlich sehr über den kleinen Wolf. Wir haben schon kleine Wüstenkaninchen, Spechte, verschiedene Vögel, Eidechsen gesehen und Coyoten gehört.
Die Klettererlebnisse muss Tobias allein mit Scott geniessen, da die Plaetze an den Einstiegen viel zu schmal sind als das es Sinn machen wuerde Leopold mit hiauf zu schleppen. So bleibe ich mit ihm im Camp und das geniesst er auch sehr, das er rumrennen kann ohne das jemand ihn zurueck haelt. 
Heute haben wir hier einen unschoenen Sandsturm und sind in die Stadt (Moab - Utah) gefluechtet, wo wir uns in der Bibo verstecken, oh jetzt regnet es auch noch, brrr!
Wir hoffen auf besseres Wetter aber die Wetterfee ist nicht so optimistisch, drueckt uns die Daumen.
Soweit von uns aus der Wueste.
Wir wuenschen euch baldigen Fruehling

Samstag, 16. März 2013

Am Anfang war die Idee





Die Idee war relativ einfach sie spielte sich am den Granitfluchten des El Capitan im Yosemite Valley ab und handelte von einer Rotpunktbegehung der Salathe Wall.

Dazu kam, das die Salathe und auch das Yosemite bei mir bereits eine Vorgeschichte hatte.
Bereits 1999 kletterte ich mit meinem Bruder und Markus Schlenkrich teils technisch durch diese Wand. Obwohl ich bereits damals schon den Grad 5.14a in Smith Rocks (USA) klettern konnte, erschienen mir die Schlüssellängen der Headwall unkletterbar.

Die Headwall der Salathe ist die dünne Rißspur über der Verschneidung die mit dem Dach endet.
Es lag auch nicht etwa daran das mir das Risklettern fremd war, denn wir ließen von Astroman über Rostrum, die Regular Route am Half Dome bis hin zu Separate Reality nichts weg. Ein Teil dieser Routen gelangen mir 1999 sogar on sight zu dem auch der Freeblast mit seinen steilen Reibungsplatten. Nein es lag nicht an den Rissen sondern viel mehr an den Schwierigkeitsgraden im Yosemite wo ich damals nicht über 5.12b hinaus kam. Dazu fehlten mir jegliche Erfahrungen bei schweren Granitrouten mit mobiler Absicherung. 2010 kehrte ich mit deutlich mehr Erfahrung in diesem Bereich zurück. Das Ziel fur mich war die Salathe RP zu klettern. Leider scheiterte es daran, dass mein amerikanischer Kletterpartner im letzten Moment abgesprungen ist. Dies nahm mir die Lust diese Route erneut zu probieren und ich kletterte Freerider und Golden Gate. Da ich ohne Partner war hatte ich sozusagen Glück im Unglück passende Partner zu finden um etwa Golden Gate im Team-RP durchzusteigen.
Das Thema Salathe war also erst einmal vom Tisch, denn ohne passenden Partner fühlte ich mich in dieser Herausforderung nicht gewachsen. Die Zeit verging und wie durch Zufall lernte ich Stephan Isensee (aka Issy) kennen.

Issy bei unserer Erstbegehung "Saga del Valle Bavona"

In den folgenden Jahren kletterten wir gemeinsam viele lange Routen in den Alpen und machten sogar eine Erstbegehung in der Schweiz. Issy ist die Art von Kletterpartner welchen man sich wünscht. Optimistisch, motivierten, unverwüstlichen, moralisch und technisch gefestigt. Die alte Zittauer Schule halt. Mit dem Vorteil eines passenden Kletterpartners auf meiner Seite war ich bereit die Salathe erneut zu versuchen. Issy war Feuer und Flamme. Die Vorbereitungen liefen auf vollen Tourturen.
Meine Rißtrainingsmaschine mit verstellbarer Rißbreite.

 Wir quälten uns sogar gemeinsam an meiner selbst gebauten Rißmaschine. Mehrfach sogar so lange bis uns die Haut in Fetzen von den Fingern hing.
Da ich die ganze Zeit im Yosemite nicht auf meine größte und wichtigste Unterstützung verzichten wollte kamen Kerstin und Leopold auch gleich mit. Warum den Sohn an die kleinen Felsen heranführen wenn es doch die großen gibt. So wurde eine ausgedehnte Elternzeit daraus die nun ab Ostern beginnt.
Kerstin und Leopold in der Schweiz.

Also gibt es ab Ostern wieder einiges zu berichten und die Stationen werden sein: Indian Creek, Monument Valley, Zion National Park bis es hoffentlich gut vorbereitet ins Yosemite geht wo Issy zu uns stößt. Also viel Spaß beim lesen. Wir freuen uns natürlich wie immer über eure Kommentare.

Dienstag, 19. Februar 2013

Reise ins Reich der Eisriesen

Blick von der Breitwangfluh
Wer kennt es nicht dieses Gefühl im Herbst bzw. Winter so niedergeschlagen zu sein. Vielleicht ist es auch eine Art Müdigkeit die uns am Ende eines langen kräftezehrenden Jahres überfällt. In dieser Zeit schaltet man einen Gang zurück und sucht sich neue Ziele. Für mich ist diese Zeit sehr wichtig und eventuell ist sie auch der Grund für die hohe Produktivität der Nordeuropäer aber das ist lediglich meine eigene Theorie. Wenn dann einige Wochen Schmuddelwetter ins Land gezogen sind reift in mir wieder diese Sehnsucht nach Freiheit. Diese bricht bei den wenigen herrlichen Sonnentagen im Winter hervor und man fängt an zu planen.

Türsteher im Averstal
 Unser Plan war ein oder zwei Abstecher in die Alpen wo es wie immer galt je höher desto besser. Die Ziele im Winter sind gänzlich verschieden vom Sommer denn man taucht ein in das Reich der Eisriesen. Es ist wie in einem Land der Sagen und Märchen. Ein Land in dem uns die Vergangenheit wieder einholt und in der schlafende Giganten zu Eis erstarrt sind. Die Erstbegeher dieser Eisfälle beschreiben ihre Impression meist treffend mit Namen wie Thron, Blue Magic und Haizähne. Auch das Aussehen dieser Gebilde ist jedes Jahr ähnlich und weckt in uns das Gefühl alten Bekannten zu begegnen. Auch diese male war ich wieder mit Karsten Lohf unterwegs. Nach einem Wochenende im Averstal wo die Saison mit „Thron“ und „Diedrelux“ sowie Einseillängen begonnen wurde fühlten wir uns bereit für große Taten.

Karsten in der Ersten SL in Crack Baby
Es folgte ein Wochenende in Kandersteg Mitte Februar was als ein Mekka für Eiskletterer bekannt ist. Nach einer viel zu kurzen Nacht kam der Höhepunkt nach nur 4h Schlaf am Anfang des Wochenendes. Um die Ersten am Einstieg zu sein ging es um 5 Uhr von Mitholz los. Leider wählten wir den falschen Aufstieg von Mitholz aus und nicht von dem Parkplatz auf dem Tunnel nach Kandersteg (leider nicht ausgeschildert). Es war alles andere als gut mit Tourenski und im Abstieg wäre man zu Fuß auch besser dran gewesen.

Tobias am 3.Stand von Crack Baby
Gegen 8 Uhr stiegen wir in „Crack Baby“ ein und wie so oft war es bei Karsten und mir ein stetiger aber motivierender Kampf um den Vorstieg. Wir waren noch nicht weit gekommen, als sich schon die ersten kleinen Pulverschneewolken über uns ergossen. Diese zogen scheinbar langsam die 350 m hohe Breitwangfluh herunter.
Karsten am 3. Stand von Crack Baby

Was aussah wie eine Staubwolke waren kleine Lawinen die sehr unangenehm sein können. Bei größerer Lawinengefahr als Stufe 2 würde ich von einer Begehung abraten. Zudem waren die ersten Längen liegend und es lag viel Schnee auf dem Eis. In diesem Gelände ist Karsten unschlagbar, halt ein waschechter Alpinist. Als es zum ersten Mal in der 4.Sl steiler wurde durfte ich auch einmal vorsteigen. Es war steil und sehr abgefahren. Ein Eiskamin ging zu einer überhängenden Terrasse auf welche man nur schwer gelangte.
Tobias in der 4.SL von Crack Baby
 Es folgte eine 50 m Länge fast Senkrecht die Karsten wie immer zügig meisterte und nach welcher ich erneut vorsteigen durfte. Durch die Wechselführung waren wir zwar recht lange ohne große Pausen unterwegs aber das lange steigen ist einfach ein befreiendes Gefühl.

Tobias in der 6.Sl von Crack Baby
Es folgte für mich mit 35 m eine kurze aber technische Länge. Mehrere Eisbalkone wechselten sich ab und obwohl man zwischendurch immer gut stand war es zum Teil das Beste zum Aufrichten ein Eisgerät aus der Hand zu legen und mit einer Hand ein paar Strukturen im Eis zu greifen. Wenn man gut steht ist dies auch die beste Lösung um sich auf so einem Balkon aufzurichten. Nach weiteren 60 m welche Karsten in einer Mammutlänge durchstieg war es leider schon vorbei und über 300 Eisklettermeter lagen hinter uns. Im Tal war Zeit zurückzuschauen und die traumhafte Breitwangfluh zu betrachten.

Crack Baby an der Breitwangfluh
(Als Info zu den Bedingungen: Ganz links wurde die 6+ geklettert, mindestens 2 Seilschaften waren in „Metro“ und eine Seilschaft in der Linken Mixedroute links von „Beta Rocker“)

Öschinenwald in Kandersteg mit Rattenpissoir, Arbonium und Pingu (v.l.n.r.)
Nach dem anstrengenden Zustieg zur Breitwangfluh und dem phantastischem Ambiente von Öschinensee in Kandersteg war dies unsere Wahl für den Folgetag. Es ging wieder früh Zeitig los und es war in der Tat ein Wettrennen. Wir waren die Ersten am „Rattenpissoir“ und kletterten auf die erste Terrasse und dort weiter mit „Blue Magic“. Die Linie im Topo stimmt dieses Jahr nicht und man kommt komplett im Eis mit Sicherung aus. Die Einstiegssäule war allerdings ganz schön gruselig weil man nur hooken konnten sie extrem spröde war. Da hier das Seil zum abseilen reichte konnten wir beide vorsteigen.
Karsten souverän in Blue Magic
Nach dem Abseilen ging es weiter mit der genialen Seillänge unterm „Reise Integral“ (diese geht leider noch nicht) Oben durfte ich die „Haizähne“ vorsteigen welch trotz beeindruckender Formationen so gut gewachsen sind, dass es eher gängig ist. Die steilen Stellen lassen sich gut absichern und oben ist es gut ausgepickelt.
Karsten beim Abseilen von den Haizähnen
 Es folgte noch „Namenlos“ und am folgenden Morgen innerhalb von 2,5h „Pingu“. Am Ende waren wir richtig gut eingeklettert und die Längen flogen nur so dahin. Leider war für mich die Saison vorbei da ich nicht noch einmal in die Alpen komme. Somit lagen an diesem Wochenende über 800 Klettermeter im Eis hinter uns und wir waren beide um viele Erfahrungen reicher. Rückschauend freue ich mich sagen zu können, dass ich in den letzten 2 Jahren viel von Karsten gelernt habe und deutlich sicherer im Eis unterwegs bin als je zuvor. Der noch vor 2 Jahren so magische Sechste Eisgrade war schon deutlich sicherer als ich jemals zu träumen gewagt hätte. Es sind jedoch ideale Voraussetzungen wenn es im Team immer eine zweite Person gibt welche die Länge vorsteigen würde. Dazu festigt unser inoffizieller Wettstreit, mit so wenig wie möglich Schrauben pro Länge auszukommen, die Moral. Alles in allem ein gelungenes Wochenende. Ich freue mich schon auf die nächste Saison, wenn die Eiszeit von neuem beginnt.




Kandersteg im Abendlicht