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Montag, 5. Juni 2023

Zehn 10er Wege an einem Tag in Sachsen. aka ein besonders anstrengendes Wochenende im Elbi

 
Das Ziel der Enchainments, hier mit der Route Nr. 3. Foto Reike Rassbach

Was kann man machen,  dass es einem im heimischen Klettergebiet nicht langweilig wird?
Nach fast 40 Jahren Klettern im heimischen Sandstein hat man fast alles schon gesehen und vieles bereits geklettert.  Auch hatte ich dieses Jahr mit 25 Jahre XIa sogar ein rundes  Jubiläum. Doch was könnte man noch machen was eine schaffbare Herausforderung darstellt. Schaffbar deshalb, weil die Morphologie des Sandsteines und meine beschränkte Kraft verhindern, dass ich bestimmte Routen klettern kann . Auch ist das extrem schwere Klettern in der warmen Jahreszeit in etwa so attraktiv wie eine Reibung mit Rollschuhen klettern.  Mann kann es vielleicht machen, aber die Freude hält sich in Grenzen und viele Versuche hat man wegen der begrenzten Haut auch nicht.
 Da fiel mir eine alte Wette wieder ein.  Es wurde gewettet das es nicht möglich ist 10 Routen im 10ten Grad an einem Tag durchzusteigen. Also mindestens Zehn RP 10a's
Eine Spannende Idee und in anderen Klettergebieten ist  das Zusammenhängen oder Enchainment  von schweren Routen auch schon längst normal. Wer hat nicht schon von dem Klassiker im Yosemité gehört - Half Dome und El Capitan an einem Tag zu klettern. Das Thema hat sogar Geschichte.  Bereits 1988 hat sich  Thomas Bubendorfer  mit seinem "5-Wände- Enchainment" in den Alpen so ein Ziel gesetzt. Nur dass er sich mit dem Hubschrauber vom Ausstieg des einen zum Einstieg des nächsten Weges  fliegen lassen hat ist nicht mehr ganz zeitgemäss. 
 
Ortswahl
Das Ziel war gesetzt ,wenn auch vielleicht etwas zahlenaffin, nur ein geeigneter Ort fehlte noch. Im Zschand gab es viele 10er aber die waren zu weit auseinander. Die Affensteine sind sehr hautintensiv und auch weit verstreut. Am Teichstein habe ich mal sechs 10er an einem Tag durchgestiegen weil  die Kletterhallen aber dabei waren 2 10c und das geht arg in die Kraft und die Haut. Zudem mangelt es in unmittelbarer nähen an weiteren Zehnerrouten. Brand und Pfaffenstein scheiden wegen der  warmen Temperaturen aus also blieb nur noch Rathen und dort haben Lok und Honigstein mit NO sogar die richtige Ausrichtung 
 
Das eigentliche Problem
Klettern in Sachsen ist nicht einfach nur Klettern es ist mehr eine Symbiose aus mehreren Bedingungen die ich in einem Post mal scherzhaft zusammengefasst hatte (Link). Ich beschränke mich hier auf 3 wesentliche. Kopf, Haut und Kraft. Wenn der Kopf nicht mitspielt sorgt die Angst dafür, dass man die Griffe sinnlos zuballert und die Haut und Krafft finden ein schnelles Ende. Gleiches passiert wenn man zu lange nach den Griffen sucht oder es zu warm ist. Am besten kennt man die Wege gut genug damit dies minimiert wird. Wer schon mal in Sachsen schwere Routen RP-Klettern bzw. durchsteigen wollte hat sicherlich bemerkt, dass im Gegensatz zum AF-Klettern winzige Details  und vor allen die richtige Fußposition über Erfolg & Misserfolg entscheiden. Es sind also extrem viele Informationen die man erst beim Ausbouldern sammeln und die man sich genau einprägen muss. Manche Leute haben schon Probleme sich eine Route zu merken um diese 1h später durchzusteigen hier waren es gleich 10 Wege. Zudem lag einige Zeit zwischen den Routen.
 
Vorbereitung:
Ein Probeversuch startete am Wochenende vor Himmelfahrt. Freitag nach Feierabend fuhr ich zum Honigstein  und schaute mir alleine aus dem Abseilsitz und mit der Microtraxion die Einzelstellen von vier Xer-Routen an. Zum Teil dauerte das Ausboulder einer Einzelstelle über eine Stunde aber es nützt ja nichts wenn man die Einzelstelle nur irgendwie gemacht hat und hinterher nicht genau  weiß wie. Am Folgetag boulderte ich weitere 2  Routen aus und stieg alle 6 durch. Leider  verhinderte der nachmittägliche Regen ein weiteres Klettern. Dafür kam ich an diesem Tag zumindest zu einigen Fotos. Auch merkte ich,  dass es besser ist alle Wege so gut zu kennen damit ich "nur noch" Hochklettern muss. Auch das Ausbouldern am Vortag war nicht sehr clever denn die Haut regeneriert sich nicht so schnell. Leider schien sich das Zeitfenster für dieses Enchainment wieder zu schließen, denn die langen Wochenenden waren bereits für die Alpen verplant. Lediglich in 3 Wochen würde eine letzte Möglichkeit bestehen dieses Projekt zu beenden. Danach würde es zu warm werden, oder die Zeit fehlte wegen des Sommerurlaubes. Auch unter der Woche Klettern schied arbeitstechnisch bei mir aus.
Je geringer die Erfolgswahrscheinlichkeit, umso größer die Motivation. Bei mir zumindest. Also wurden Pläne gemacht für eins der anstrengenderen Sandsteinwochenenden des Jahres.
Am Freitag den 02. Juni ging es Mittags wieder alleine zur Lok und zum Honigstein. Ich hatte mir vorgenommen alle Xer  Routen  an Lok, Lamm und Honigstein auszubouldern die im Kletterführer oder der Datenbank mit mindestens RP 10a eingestuft sind. Also blieben jetzt noch 9 offen. So hatte ich notfalls ein paar Routen die ich weglassen konnte. Ich hatte diese Routen alle schon mal geklettert aber bei den meisten ist es über 20 Jahre her. Zudem war mit "Todesbeginn" auch eine !-Route mit schlechter Absicherung dabei. Bis zum dunkel werden schaffte ich es tatsächlich mir alle 9 Routen anzuschauen und zu putzen. Wobei  bei den letzten beiden die Kraft schon weg war und es keinen Spaß mehr machte. Für die 6 Routen die ich vor 3 Wochen bereits geklettert war blieb mir keine Zeit mehr diese noch mal anzuschauen. Am Samstag war ich total im Eimer uns es schmerzten die Finger und die Füße. Zudem geisterten die Einzelzüge der  Routen in meinem Kopf herum. Auch bei der beste Reihenfolge war ich mir noch unsicher. Ich war aufgeregt und  hatte auch meine Zweifel ob ich am Sonntag bereits ausreichend erholt sein würde. All das kenne ich von schweren Mehrseillängenrouten wo alles an einem Tag passen muss um erfolgreich zu sein aber im Elbi hatte ich das so noch nicht. Das zeitige zu Bett gehen hatte nur zur Folge, dass sich das Karussell im Kopf weiterdrehte. Die Aufregung kennen ich auch vor dem Durchstieg von großen Wänden 
 
Jetzt geht es endlich los
Am Sonntag den 4. Juni war es endlich so weit es war wie zur guten alten Prüfungszeit. In mir kehrte die Ruhe ein denn jetzt kann ich nichts mehr ändern. Der Plan war, das ich 1,5h  vor Thomas an der Lok bin und mich allein bereits warmklettern würde. Somit wurden die 9h wo ich einen Kletterpartner hatte besser für die 10er genutzt werden. Leider verspätete sich Thomas 1h , weil sein Auto streikte. Das war halb so wild, denn es waren noch fast alle Routen in der Sonne. Zudem war Julian auch an der Lok und konnte mich beim ersten Weg mal kurz sichern. Ich entschied spontan die Routen an Lok und Lamm einfach von rechts nach links zu klettern und so ging es los.
 
Michael Meyer klettert Traumtänzer an der Lok. An der Stelle steckt jetz leider ein nR der neuen Nachbaroute Lo(c)kdown.
 
1. Traumtänzer RP10a
2.  Dir. Lockführer RP 10a
3. Tender RP 10a
4. Signal RP 10b
 
Soweit so gut, aber der Kopf ist gerade nicht so entspannt wie er sein sollte. Ich klettere eher auf Nummer sicher, das geht auf die Kraft und die Haut. Zudem ist es recht warm und bei  Nr. 2 und Nr. 4 besteht bei einem Sturz in der Crux die Gefahr auf einem Band oder Absatz zu landen. Deshalb habe ich mich bereits leider stärker als nötig festgehalten. Es folgt mit "Todesbeginn" ein moralischer Sandkasten mit einem Boulder und Längenzug. 
 
5.  ! Todesbeginn 10a
6. Milder Winter RP 10a
7. Fischnetz RP 10a
8. Tabu RP 10a
 
Ja die Wege am Lamm sind nicht so sehr beeindruckend aber die wollen auch mal geklettert werden. Weiter geht es am Honigstein wo es bei "MFG" die ersten Stürze in den ersten Ring gab das kostet Kraft und Haut. Also wieder von unten starten. Echt schwer die Route und meiner Meinung nach eher  RP 10b. Da viele Ringe zu hoch stecken strengt auch das reinhängen der Exen sehr an. Der Weg kostete  so viel Kragt und Haut das war gar nicht gut. Besonders auf den flachen Griffen unten hatte ich wenig Spaß bei der Wärme mit der dünnen Haut
 
Irgendwie rutschen die Griffe heute so stark...
 
... das man sie kaum halten kann. Also MFG und wieder von vorne beginnen. (beide Fotos Steffen Schröter)
 
9. MFG RP10b
 
Eigentlich sollte die Nr. 10 "Cerebrum" werden aber nach 2 Fehlversuchen lief mir die Zeit davon und die Kraft wurde auch nicht besser also leider ohne diese Route. Weiter ging es mit "Ein Stück Glückseligkeit" und das passt ja eigentlich auch recht gut, weil es die zehnte Route im 10ten Grad war.  Zum Glück hatte ich im Anschluss eine längere Pause weil Thomas seine Route RP-versuchte.
10. Ein Stück Glückseligkeit 10a RP 10b
 
Thomas Hering in Ein Stück Glückseligkeit unten kräftig... . Foto Reike Rassbach
 
... und oben technisch. Wenn da die Arme dick sind wirds schwer. Foto Reike Rassbach
 
Ich wäre aber nicht ich selbst wenn ich mich damit zufrieden geben würde. Spätestens wenn ich wieder erholt bin würde ich mich sicher ärgern warum ich die anderen Wege nicht auch noch probiert hatte. Also ging es weiter auch wenn die  Arme langsam ein zügiges Fortbewegen zwischen den Schüttlern forderten.  
 
11. Power on the Edge RP 10a
12. Still on the Edge RP 10a
13. Nimmersatt RP 10a
14. Fliegender Teppich RP 10a
 
Power on the Edge, wer so weit kommt hats fast geschafft. Foto Jens Lauke
 
Nimmersatt in Nimmersatt. Leider haben unvorsichtige Kletterer im oberen Teil viele gute Griffe abgebrochen. Foto Reike Rassbach
 
Beim letzten weg hätte es beinahe noch einmal einen fliegenden Wolf gegeben, denn beim einhängen des 4. Ringes gingen mir langsam die Hände auf. Beherztes nachgreifen und schnelles weiterschnappen an das 2-Fingerloch habe den Durchstieg gerade noch gerettet.
Nach ca. 350 Klettermetern und 9h hatte ich es geschafft. Zudem verzichtete ich diesmal ausnahmsweise auf die Abwärmroute. Danke an Thomas für die Geduld mit mir.
 
Die hier beschriebene Problem  kann man natürlich in jedem beliebigen Grad, Klassikern, berühmten Rissen oder zum Beispiel von Meisterwegen machen.
Was zählt ist ein Ziel auf welches man hinarbeitet, die Vorbereitung und die Freude bei der Sache, vielleicht auch erst wenn es vorbei  ist.
Hauptsache man kehrt dem heimischen Gebirge nicht aus  Verdruss den Rücken denn dafür ist unser  Elbi einfach zu schön.
 
p.s. Es war ein echt anstrengendes Wochenende, denn mit dem Ausbouldern am Freitag kam ich rein theoretisch auf Dreiundzwanzig  10er . Das werde ich so schnell nicht noch mal machen.

Sonntag, 14. Mai 2023

Die 8 Sandsteinheiligen

 

Wer das Bilderrätsel löst ist eine Local.

Passend zum Ende der Eisheiligen hier eine witzige Anekdote zu den 8 Sandsteinheiligen.
Nein hier geht es weder um Kletterfüherautoren, berümte Erstbegeher oder die Halter des Speedrekords der Alle-Gipfel-Besteiger. Es geht um kleine Detail die über den Erfolg oder Misserfolg beim Sandsteinklettern entscheiden.

Wenn vor 50 Jahren persöhnliche Bestleistungen erreicht wurden war meist der ganze Club dabei. Bei der anschließeden Feier fanden die 8 Sandsteinheiligen weniger Beachtung. Deshalb möchte ich sie hier kurz vorstellen:


Die Motivation.
Die Motivation ist genau dann am größten, wenn man die am wenigsten Zeit mit dem Klettern verbringt. Also im Frühling und im Winter hoch und im Sommer und im Herbst niedrig. 

Jeder hat einige Kletterpartner mit denen er besonders Motiviert ist. Bei mit ist das Thomas Hering hier im Degen RP 9c am Domwächter


Die Erwartungshaltung.
Dieser Geselle ist alles andere als ein berechenbarer Kandidat. Wenn man denkt, es ist leicht und geht gut wird es schwer, oder es funktioniert überhaupt nicht. Wenn man denkt, es ist schwer, erlebt man sein wahres Wunder, und es klappt besser als gedacht.

Ein super Beispiel der Erwartungshaltung für mich. Zum ersten und letzten Mal vor 20 Jahre gekletter und als sehr schwer und moralisch in Erinnerung gehabt. mit dieser Einstellung bin ich dieses Jahr eingestiegen und es lief einfach gut. Wenn die Einstellung "Das ging gut das letzte Mal" gewesen wäre hätte ich mich die Rohnspitze hochgekrampf. Dir NW-Kante RP 10a.


Das Felsgefühl
Dies ist ein sehr eigensinniger Geselle. Wenn man mal 4 Wochen nur in der Halle oder in einem anderen Gebiet Klettert macht es sich aus dem Staub. Das fehlende Felsgefühl spürt man besonders auf der Reibung wenn die Arme dick werden. Dann kann man fit sein wie ein Turnschuh, aber man bekommt die Kraft einfach nicht an die Wand.

 
Moral
Um es mal mit den Worten von Dave MacLeod zu sagen: " Stürzen gehört zum Trainings- und Kletteralltag dazu". Wer es verlernt, der Klettert unentspannt und verschwendet viel Kraft. Ähnlich ist es mit dem Vorstieg. Das beste Training für den Vorstieg ist der Vorstieg. Wer eine X Vorsteigen will sollte bereits sehr viele IXer vorgestiegen sein. Was vielen hilft ist den Weg kennen den sie vorsteigen, das schafft Sicherheit. Aber auch etwas Disziplin gehört dazu. Auch ich habe schon oft nach einer AF-Begehung gesagt: "Das geht nie im Durchstieg". Wer es nicht versucht ist bereits gescheitert und hat kurz vor dem Ziel aufgegeben. Tatsächlich hat man den schlimmsten Teil der "Arbeit" bereits hinter sich. Man hat sich die Route hochgekämpft hat den einen oder anderen Sturz hingelegt, gezittert und gebangt. Sich jetzt die Züge noch mal in Ruhe mit Seil von oben anschauen und einen Versuch machen schult das Gedächtniss und stärkt das Vertrauen ins Sandsteinklettern.


Besonder im Kopf saustark ist Michael Meyer hier in Gelber Nebel RP 9a


Die Kraft.
Um mit einem Zitat zu beginnen, bediene ich mich Wilhelm Buschs. Mit der Kraft ist es ähnlich wie mit dem Gleichgewicht. … „wenn man es braucht, dann hat mans nicht.“ Hat man zu viel davon, Bouldert man schlecht aus und fällt im Durchstieg raus. Die andere Alternative ist das man am Schüttler oder nach der Crux die Griffe zuballert bis einem die Puste ausgeht.

Zielwahl
Im Winter versucht man den Wind zu meiden im Sommer und im Frühling sucht man ihn. Wären es in dem einen Sektor schleimt sind woanders gute Bedingungen.
Am Pfaffenstein hat man über 15°C kaum noch Spaß, weil der Fels keinen Schweiß aufnimmt jedoch in Rathen geht auch bei über 30°C noch etwas.

In der Sonne Klettern das geht ja gar nicht! Im Wind schon, wenn im Frühling die Nordseiten noch feucht sind. Deswegen habe ich mich hier am Dompfeiler in die Sonne getraut. Hurengebräu RP 10b


Die Haut
Die Sandsteinhaut ist sehr speziell. Sie ist sehr fest und hart. In der Kletterhalle hat man wenig Spaß mit ihr. Genauso verhält es sich andersrum. Die weiche und geschmeidige Indoorhaut ist super auf Plasteslopern, aber reist viel zu schnell auf im rauen Sandstein. Zudem verweilt sie gerne in großen Flappern auf kleinen Sandsteinleisten oder an scharfen Lochrändern. Dadurch beenden sie den Klettertag leider viel zu oft und fast immer zeitiger als gedacht.

 

Die richtigen Bedingungen
Zu kalt zu warm, es schmiert und rutscht. Die Fingerkuppen sind zu dünn für den Durchstieg. Hier hilft nur eins, wer viel draußen ist erwischt auch mal gute Bedingungen.




Michael Meyer in Engelsflügel RP 9c am Doppelturm.



Das alle Punkte passen, also Fitness, Ziel, Motivation & Moral, Haut ,Felsgefühl und die Bedingungen stimmen ist schwer. Deswegen fühlen sich die Route meist schwerer an als woanders.
Da es beim Sandsteinklettern selten so ist das alles passt,  also Fittnes, gute Bedingungen, Motivation, Hornhaut und vor allem die richtige Einstellung,  hier ein paar Tipps als Poesie. 😄😃


Die Moral von der Geschicht,
geh einfach raus, verzagen nicht.
Steige mit Demut und Respekt,
die Wege sind nicht abgespeckt.
Auch die Haut muss sich gewöhnen,
der Fels tut sie nicht gerad verwöhnen.
Suche den Schatten meide die Sonne dann ist das Klettern eine Wonne.
Stürze oft auch mal ins Seil,
denn mit weniger Angst ists einfach geil.
Klettere im Wind, genießt den Tag,
nur so wirst du im Sandstein stark.

Hier waren viel der 8 Sandsteinheiligen zu Besuch. Tage des Donners RP 11a. 17 Jahre nach den ersten Versuchen endlich der Duchstieg.

 

Montag, 13. Juli 2020

Erstbegehungsgeschichten Teil 2







Hier noch einmal der Link zum 1. Teil:
http://kayakandclimb.blogspot.com/2020/04/erstbegehungsgeschichten-teil-1.html

Wie schon angekündigt folgte meine Sturm- & Drangzeit. In diesen Jahren gab es zu viele Wege als das man über alle etwas schreiben kann. Welche Erstbegehung jedoch symbolisch für diese Zeit steht ist Chris-Jans und meine gemeinsame Erstbegehung am Wolfsturm.
Deshalb beginnt der 2. Teil der Erstbegehungsgeschichten mit diesem Erlebnis.


Wolfsturm, Stiller Wolf 10b RP 11a, 2002

Außer dem Klettern hatten wir ja nicht viel zu tun als wir jung waren. Deshalb wurde in allen Lebenslagen an Klettern gedacht oder davon gesprochen. Naja in fast allen Lebenslagen. Irgendwann meinte Kuno eher so im Scherz, Chris-Jan und ich sollte eine gemeinsame Erstbegehung einmal "Stiller Wolf" nennen als Kombination unserer Familiennamen. Eigentlich eine witzige Idee, aber passender wäre allerdings "Der Wolf und sein stilles Geißlein". Es sollte ja auch nur ein Wortspiel sein und wenn möglich an einem der Gipfel mit "Wolf" im Namen. Fündig wurden wir irgendwann am Wolfsturm und wir waren der Meinung, dass? der Gipfel bereits voll erschlossen ist. Die letzte große Linie hatte sich Uwe Richter in der Mitte der Talseite gesichert und unser Weg würde wahrscheinlich nur eine Einstiegsvariante zu "Hase & Wolf" werden. Naja, auch egal. Hauptsache schwer und der Witz mit dem Namen ist an den Fels gebracht. Ende April an einem kühlen regnerischen Tag, machten wir die ersten Versuche. Im Handbetrieb schlugen wir die ersten beiden Ringe und ich war hoch erfreut, wie schwer die Wand war.


Chris-Jan beim Schlagen des 2.Ringes von Stiller Wolf.

Wenn man per Hand mit dem Kronenbohrer bohrt muss der Sand gelegentlich aus dem Bohrer geklopft werden.
  Anfang Mai kehrten wir zurück und dieser Tag war wie eine Erleuchtung für uns. An der Stelle wo wir links in "Hase & Wolf" einmünden wollten, gab es geradeaus immer noch ein paar Fingerlöcher. Diese waren zwar flach und weit auseinander aber Chris-Jan konnte den 3. Ring schlagen ohne in die Eisenplatten vom Nachbarweg zu queren. Voll motiviert und hoch erfreut ging es weiter. Ich war an der Reihe und nach einigen weiten Zügen, sowie noch weiteren Stürzen, waren 3 weiter Ringe im Fels und der Akku der Bohrmaschine leer. Der 6. Ring war mein erstes positives Erlebnis mit einem Skyhook. Bei mir ist es üblich, das? ich sehr lange am zukünftigen Standort des Ringes hänge, ehe mich die Kraft verlässt und ich so genötigt werde mein ganzes Körpergewicht wenigen Millimetern Stahl anzuvertrauen. Nicht ohne Grund wurde ich von vielen Leuten auch Duracell genannt. Mein 3. Ring des Tages war allerdings das genaue Gegenteil. Nach mehreren weiten Zügen kam ein weiter Untergriffzug den ich nicht mehr zurückklettern konnte. Noch wenigen Sekunden und mir würde die Hand aufgehen und ich müsste die 4 Meter noch einmal klettern . Also schnell den Skyhook in das Loch neben die Hand gelegt reingesetzt und gut. Nichts mit langem Schütteln, zweifeln und mit mir selber Mut zuzureden. Nur reinsetzen und gut. Das es so einfach sein kann, hätte ich nie für möglich gehalten. Durch den mentale Druck des bevorstehenden Absturzes, war ich dieses Mal über jeden Zweifel erhaben. Es fühlte sich echt toll an, aber es ergeht mir nur bei sehr wenigen Ringen so. Für den Tag waren wir fertig aber ich war Feuer und Flamme für die Route. Ich wollte unbedingt wissen, ob die Griffe in einer komplett separaten Linie bis zum Gipfel reichen. 


Schneller geht es da mit der Bohrmaschine (3.R Stiller Wolf)
Gegen den Sand vom Bohren hilft auch ein T-Shirt.




5 kg Kampfgewicht, brachte die Hilti damals noch auf die Waage.
Der letzte Ring kommt am Wolfsturm in den Fels und der handwerkliche Teil war damit beendet.


Ende Mai, also beim nächsten Besuch, folgten die letzten 2 Ringe und das Lächeln wollte mir nicht mehr aus dem Gesicht weichen. Kamen wir anfangs an den Wolfsturm um eine Variante zu erschließen, stellte diese jetzt den Originalweg in den Schatten. Da die Wand beachtlich überhängt, sollte die neuer Route erst im RP durchgestiegen werden, bevor sie im Gipfelbuch erscheint. Es war einiges an Überredungskünsten nötig, um Chris-Jan innerhalb der wenigen Wochen ein weiteres mal zum Wolfsturm zu locken. Er vertrat halt die Meinung, es ist doch nicht nötig sich zu beeilen, die Wand läuft uns schon nicht davon. Naja, besonders geduldig war ich in dieser Hinsicht noch nie. Ich brannte ja auch lichterloh für diese Linie. Zudem wollte ich endlich wissen, ob sie für uns im Durchstieg zu klettern geht. Am Samstag den 14.06.2001 war es dann endlich so weit. Wir waren auf dem Königsweg, kurz vor unserem Ziel, als ein Wolkenbruch niederging. Nach einer Stunde Regen, war der Wolfsturm für den Tag gestorben und wir wählen als Plan B das Schwarze Horn in Schmilka. Nicht gerade um die Ecke, aber dort konnte man noch einen regensicheren Direkteinstieg zum "Zugzwang" erstbegehen. Wir hatten ja immer Schlagzeug und Ringe dabei. So gab es am Ende des Tages, wieder einen schweren Weg mehr im Gebirge. Leider brach später ein Aspirant in der "Zwangsvollsteckung" den Schlüsselgriff aus und ich konnte diesen Weg bis heute nicht wieder RP Durchsteigen, aber das ist eine andere Geschichte. Das Thema Wolfsturm war immer noch offen. Ich wollte es am Folgetag noch einmal probieren, aber da gab es ein Problem. Der 2. Namensspender hatte in der kommende Nacht, unter seinem Künstlernamen "DJ Duplex", einen Auftritt. Er würde also nicht vor Sonnenaufgang, dafür dann aber lärmgeschädigt und übernächtigt nach Hause kommen. Ihn dann zum 5. Mal innerhalb von 8 Wochen zum Wolfsturm zu bewegen, war wohl mein erfolgreichstes Verkaufsgespräch. Wer solche Freunde wie mich hat, der braucht keine Feinde. Als Chris-Jan übernächtigt, gegen Mittag, am Wolfsturm ankam, waren wir nicht alleine. Es hatte sich herumgesprochen, das Uwe Richters "Isegrim" ein tolle neue Route ist, weshalb selbst Uwe? mit Karen vor Ort war. Dazu kamen Rolle & Neddl, sowie Rüdiger und Kuno. Auch meine Eltern schauten auf einer Wanderung bei uns vorbei, was mich besonders freute, da sie mir das Klettern in die Wiege gelegt hatten. Das Ende der Geschichte ist schnell erzählt, der Durchstieg glückte und viele der Anwesenden probierten unsere Route und sie wurde  von AF 10c einen Grad  abgestuft . Leider fand sich zum 3.Ring eine Variante im Linksbogen zu den Platten vom "Hase & Wolf". Obwohl wir diese Griffe nicht benutzen stellte dies eine erhebliche Vereinfachung der Einzelzüge dar. Da jedoch die leichteste Variante zählt und nicht der Wunschtraum von zahlenverliebten Nachwuchskletterern reduzierten wir die AF Schwierigkeit auf 10b. So fand auch diese Geschichte ihr Ende und am  Abend stand endlich unser Wortspiel im Gipfelbuch.
Was mit eine Wortspiel anfing steht ist nun beendet. Der Gipfelbucheintrag vom Wolfsturm




Frienstein, Herr der Ringe 10c RP 11b, 2002


Nicht alle Erstbegehungen waren so schnell und unkompliziert verlaufen wie Stiller Wolf. Das Neuland mit den größten Hindernissen, war eindeutig am Frienstein. Das Witzige ist, dass die Idee eigentlich gar nicht von mir, sondern von Kuno stammte. Bei unserem ersten Treffen, im Bielatal, erwähnte er die Kante. Er erwähnte auch, dass die Kante bereits von Jens Triebel angefangen war. Ich setzte mich 1999 mit Jens Triebel in Verbindung und fragte, ob er das Projekt noch weiter verfolgen wolle. Die Anspruchszeit war bereits abgelaufen aber, er würde gerne noch 1 Jahr versuchen, ob er eine Chance hätte. Kein Problem für mich und so wartete ich, bis diese Zeit verstrichen war. Am 14. September ging es zum Frienstein und das Ziel des Tages war es, erst mal zu schauen und vielleicht einen 2. Ring zu schlagen. Eigens dafür hatte ich mir die Bohrmaschine, damals noch die 5kg Hilti, geborgt. Wie ich so unter der Kante stand und hochschaute war die erste Namensidee für diese Kante "Hale Bopp", weil die Kante wie der Kometenschweif gebogen war. Auch der Rarität der Linie, sollte mit dem Namen Rechnung getragen werden. Das die Ironie und mein Unvermögen, der Kante später zu einem ganz anderen Namen verhelfen würde, war noch nicht absehbar. Das Schlagen des Ringes, war nach meiner heutiger Ansicht, extrem leichtsinnig. Nicht nur, dass der erste Ring überstiegen war, ich hing ausschließlich an einer Eisenwarze und belastete diese schräg nach außen. Heute weiß ich, dass es deutlich besser ist, eine Trittschlinge zu verwenden und solche Strukturen beim Ringschlagen nach unten zu belasten. Da ich es persönlich nervig fand, sich in eine Kette von Expressschlingen zu setzen, welche nie die richtige Länge hatten, verfeinerte ich Kunos Technik, in den nächsten Jahren. Wenn Kuno sich ganz kurz an eine Schlinge oder einen Cliff setzen wollte, nahm er eine dünne Rundschlinge doppelt zwischen 2 Karabinern und zog sich damit selber so hoch es eben ging. Das dies teilweise sehr hoch geht, merkt man schnell beim Klettern von Kunos Wegen . Diese Lösung kam für mich leider nicht in Frage, weil man dafür 2 Hände benötigte und ich eine Hand fast immer am Fels belasse. Meine Lösung war einfach, den Spannriemen der Isomatte zu verwenden.


Beim Schlagen vom 3.Ring von "Herr der Ringe". Damals wurde sich noch irgendwie in Expressschlingen gesetzt.
Not macht erfinderisch, Angst auch. Mit dem Spannriemen ging Jahre später es deutlich besser.



Über dem herausstehenden 4.Ring ging es erst einmal ohne Ring weiter. Foto Martin Richter
Verbessert mit einer zusätzlichen Schlaufe, nimmt das heute fast jeder Erstbegeher in Sachsen. Also hat Angst doch auch was Gutes. An jenem Septembertag kam also der 2. Ring in den Fels. Dieser steckt genau auf 3m Abstand, aber durch den späteren Ausbruch einer von 3 Eisenwarzen, steckt dieser leider zu hoch. Beim Versuch weiterzuklettern kam ich nach 2,5 m an eine Stelle, die wieder einen Ring verlangte. Leider war dies mit den sächsischen Kletteregeln nicht zu vereinen. Mehrfach ging ich zum Projekt und versuchte über den angedachten Ringstandort hinauszuklettern, jedoch ohne Erfolg.

Mittlerweile weiß ich, dass die Natur vorgibt wo die Ringe platziert werden müssen. Wenn der Erstbegeher diese Gegebenheiten ignoriert, ist der Weg für alle verhunzt. Leider sind die Zeiten vorbei, wo die großzügigen Linien erschlossen werden konnten. Deshalb muss das vorhandene Potential sinnvoll genutzt werden. Bei Erstbegehungen in den großen Wänden in Madagaskar, Wadi Rum (Jordanien) oder den Alpen, waren unsere Hakenabstände im Durchschnitt immer >4m, aber manchmal war halt auch mal ein 2m Abstand dabei. Doch was für den Rest der Welt gilt zählt in Sachsen nicht viel.

Wieder brach ich die Erstbegehung ab und stellte den Antrag für einen zu engen Ringabstand. Leider sehen die starren sächsische Kletterregel keine Lösung für eine Kante wie diese vor. Ich bekam den Ringabstand von 2 mal 2,75 genehmigt, aber auf keinen Fall geringer. Die ideale Lösung ist das leider nicht. Perfekt für diese Kante wäre es gewesen den 2. Ring auf 1,9m und der 3. Ring müsste auch von seinem jetzigen Standort ca. 80 cm weiter runter gesetzt werden . Leider ist so etwas damals wie heute undenkbar. Selbst der Logik folgend, dass die Anzahl der Ringe dadurch unverändert bliebe, geht in manche Köpfe nicht hinein.


Auch das Schlagen der nächsten beiden Ringe, gestaltete sich nicht ohne Missgeschick. Der 4.Ring war leider ein Rohrkrepierer. Obwohl noch die Hälfte des Ringes herausragte, bewegte er sich keinen Millimeter mehr. Ob dies an zu viel bzw. abgerissenem Blei oder am zu stark abgenutzten Bohrer lag, kann ich nichtsagen. Jedenfalls bekam ich den Ring auch nicht mehr im Vorstieg aus dem Fels gezogen. Da war die einzige Lösung weiterklettern und den nächsten Ring schlagen. Da lag leider das Problem. Ich kletterte einige male zum nächsten Ringstandort und konnte mich leider nicht festmachen um den Ring zu setzen. Unzählige male stürzte ich in den halb herausstehenden und abgebundenen Ring. Irgendwann gab ich es auf und kletterte ohne Ring hoch. Der 5. Ring wurde nachträglich geschlagen, der 4.Ring herausgebohrt und anständig gesetzt. Bei all diesen Aktionen stand mir Chris-Jan mit Rat und Tat zur Seite ,damit ich nicht etwa die Bohrmaschine falsch herum halte. Erst daran erkennt man, einen echten Handwerker.


In den folgenden Jahren folgten unzählige Versuche die Kante RP zu durchsteigen aber es gelang uns nie. Ab 11:00 Uhr kam die Sonne um die Ecke und auf die Windrichtung im Wetterbericht haben wir damals leider noch nicht geachtet. Am Montag den 20.05.2002 gab ich es auf, die Route bei der Erstbegehung RP zu durchsteigen. Ich schrieb voller Ironie und Groll "Herr der Ringe" ins Gipfelbuch. Weitere Besuche beim Frienstein folgten. Die Odyssee endete erst 5 Monate später, am Reformationstag 2002, als der lang ersehnte Durchstieg glückte. Nicht nur dass die Fitness stimmte, es war kühl, trocken und stark bewölkt. Somit hatte ich mehr als nur 2h am Morgen Zeit, um die Kante zu Klettern. Damit ich beim Einhängen des 2. Ringes nicht Gefahr lief auf dem Boden zu landen, kletterte ich mit Doppelseil und zwei Sicherungsleuten. Stefan und Robert Leistner hatten diese undankbare Aufgabe übernommen. Durch das Doppelseil gab es wenigstens eine kleine Chance, beim einhängen nicht auf den Boden zu landen. Dazu wäre es nötig, das Robert während eines Sturzes kräftig das Seil einzieht. Zum Glück blieb mir dieses Szenario erspart. Ich gelangte ohne Sturz zum 3. Ring. Das schwerste und gefährlichste war jetzt hinter mir. Ich wollte jetzt unter keinen Umständen mehr fallen, wer weiß ob ich noch einmal bis hierher Durchsteigen kann. Dadurch wurde ich zittrig und zögerlich. Genau die falsche Einstellung, für die weiten Schnapper ohne Tritte. Es war mehr Krampf, als Kampf. Durch das Anfeuern des Bodenpersonals motiviert, gab ich noch mal alles und es glückte mir, endlich. Da sieht man, wie wichtig der Kopf und die richtigen Leute beim Klettern sind.

Nach dem Durchstieg war die Freude groß und wir saßen noch lange am Einstieg und diskutierten über die Schwierigkeitseinstufung für den Durchstieg. In der Umgebung hatte ich viele 11a's geklettert, die waren gefühlt alle leichter. In anderen Gebieten hatte ich sogar 2 Grade schwerer in deutlich kürzerer Zeit geklettert, aber das kann man mit Sachsen nicht vergleichen. Eigentlich wollte ich RP 11a geben, doch Robert überzeugte mich die Route mit RP 11b zu bewerten. So stufte Ich Herr der Ringe nach all den Besuchen am Frienstein mit RP 11b ein. Umgerechnet scheint das zwar lächerlich aber man sollte eben nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Robert Leistner probiert Herr der Ringe. Foto Helmut Schulze


Südlicher Gleitmannsturm, 
Wurmloch 10a RP 10b,  07.09.2002


Das die Sächsische Schweiz so weit im Ostern von Deutschland liegt, hat auch etwas Gutes. Dadurch wird das? die Frankenjura, als das größte Klettergebiet in Deutschland wahrgenommen und dort herrscht jedes Wochenende Jahrmarktstimmung. Leider werden dadurch bei uns viele Kletterwege über die Jahre immer schmutziger. Das mindert leider den Spaß und die Gesteinsqualität wird auch nicht besser. Das mit den sandigen Griffen kann jeder Wiederholer mit einer Zahnbürste beheben, aber dazu haben viele keine Lust. Es ist schon komisch die Mentalität im Osten, Mitbestimmen wollen alle, mitmachen aber nicht. Vielleicht ist dieses Verhalten so tief in den ehemaligen Einwohnern des Arbeiter- und Bauernstaates verwurzelt. Vielleicht ist es nur der aufgestaute Mitbestimmungsdrang von 40 Jahren DDR. Die folgende kleine Geschichte ist ein Versuch, diese Theorie zu untermauern.

Im August 2002 fuhr ich mit meiner Freundin an die Gleitmannstürme, um dort zu Klettern und zu Boofen. Die Rucksäcke waren fürs Wochenende schwer, aber nicht schwer genug. So war noch Platz für den Kronbohrer und 2 Ringe. Nicht zu vergessen das Blei, das zwar nicht viel Platz weg nimmt, dafür aber umso schwerer wiegt. Beim Klettern in der Südseite, fiel mir ein freies und sehr schweres Wandstück, rechts vom "Großen Wurm", auf. Damit waren die wichtigsten Kriterien für mich erfüllt. Sogleich ging ich ans Werk, um meinen Rucksack etwas zu erleichtern. Es ging an einem steilen Hang los, wo lediglich ein morscher Baum etwas moralischen Rückhalt gab. Ohne jegliche Zwischensicherung, ging es schon unangenehm weit hoch. An welcher Stelle der Ring stecken müsste war offensichtlich, denn die Wand war an dieser Stelle sehr glatt und es gab außer eine abschüssigen Eisenwarze keine Strukturen. Meine Hoffnung irgendeine Sicherung zu finden löste sich in Luft auf, denn die Bänder waren alle flach und rund. Auch nach längerem Suchen fand ich kein kleines Loch, was ich für den Skyhook verwenden konnte, um den Ring zu schlagen. Je dicker meine Arme wurden und je mehr ich schüttelte, umso unruhiger wurde meine Freundin am Einstieg. Irgendwann gab es nur noch eine Möglichkeit. Irgend eine fusselige Bandschlinge auf die Eisenwarze gelegt und vorsichtig daran gezogen. Das Gute an dieser Eisenwarze war, das man vor dem Abbrechen keine Angst haben musste, das schlechte allerdings war, das garantiert nichts aus Versehen daran hängen bleiben würde. So bedurfte es 3 Versuche, ehe die Schlinge liegen blieb und da die Wand überhing, musste man den Untergriff festhalten damit die Schlinge hielt. Ehe man an der Richtigen Stelle saß waren nicht nur meine Nerven, sondern auch meine Unterarme gespannt wie Stahlseile. Da ich eine Hand brauchte um mich festzuhalten, zog ich einarmig das Schlagzeug hoch. Um mit den Bohrer besser einarmig zurecht zu kommen, fing ich an mit der Spitze des Hammers ein kleines Loch zu schlagen. Noch während ich pickerte, vernahm ich von hinten eine Stimme. "Das ist verboten!" Ich war kurz irritiert, ehe ich fortfuhr, immerhin wollte ich mich schnellstmöglich am Kronenbohrer sichern. Da hörte ich erneut die Stimme: "Das ist verboten!". Langsam wurde es mir zu bunt. Ich konnte mich zwar nicht umdrehen, aber ich fragte was den verboten sei. Die Stimme antwortete ganz bestimmt. Es ist verboten einen Ring in die Wand zu schlagen, das dürfe man nur mit einer Ringschlaggenehmigung. Von so etwas habe ich zwar noch nie gehört, aber es ist ja bekanntlich so, das diejenigen die am wenigsten wissen, am meisten zu sagen haben. Ich Ignorierte die Kommentare und war froh, als irgendwann der Ring in der Wand steckte. Die Stelle ging an diesem Tag leider nicht zu Klettern und meine Freundin war nervlich so am Ende, das wir Feierabend machten. Wir versuchten, während der Flut, noch einmal mit dem Fahrrad zu den Gleitmannstürmen zu fahren, wurden aber vom BGS nicht ins Krisengebiet gelassen. 


Rechts hinter Chris-Jan geht später das Wurmloch lanng.

Erst als es im September kühler wurde, kam ich mit Chris-Jan zurück. Nach dem Einklettern ging es gleich zum Projekt. Der Ring war gut einzuhängen, aber es wurde sofort schwer. Nach einer Stunde bouldern, schaffte ich es in Schulterhöhe auf der besagten Eisenwarze aufzuhocken und war Stolz wie ein König. Endlich hatte ich den heiligen Gral gefunden. Seit Jahren schon suchte ich das Gegenstück zum Längenzug, quasi den "Kürzenzug". Was die Antimaterie in der Physik ist, ist der "Kürzenzug" beim Klettern. Er würde es schaffen das empfindliche Gleichgewicht zwischen den großen und den häufig zu kleinen Kletteren wieder herstellen. Jahrelang hatte ich nach diesem Zug gesucht und immer gab es eine leichtere Lösung für Große. Dieses mal würde sich die Waage in meine Richtung neigen und ich war interessiert darauf wie Chris-Jan diese Stelle lösen würde. Den Fuß so hoch zu setzen würde ihm bestimmt nicht leicht fallen.

Lange Rede ohne Sinn, was folgte war wie immer. Chris Jan blieb unten in den großen Tritten stehen und kam locker zum nächsten Griff. Für das gleiche Ergebnis musste ich mir einen Knoten in die Hüfte machen. Also leider wieder kein "Kürzenzug". Somit geht sie weiter meine Quest, nach dem ersten richtigen Riesentod.


Beim Bohren des 2.R am Wurmloch.


Schinderkopf, Mausefalle 9c RP 10a 23.8.2002


Wie schon bereits erwähnt, gab es 2002 nicht nur eine Tsunami von neuen schweren Wegen, sondern auch ein sehr schlimmes Hochwasser. Erst regnete es 2 Tage nonstop und viele kleine Flüsse traten über die Ufer und zerstörten sogar ganze Häuser. Als diese Flüsse wieder ihren Weg zurück in ihr Bett gefunden hatten, herrschte strahlender Sonnenschein. Nach der Hilfe bei Aufräumarbeiten, besonders beim abgesoffenen SBB, ging es zum Sandsackschleppen in der Dresdner Innenstadt. Nach zwei Tagen schmerzenden Rücken, war das Wetter immer noch schön und die Elbe stieg und stieg. Da wir in Dresden unser Pflichten erfüllt hatten, fuhren wir mit dem Fahrrad nach Waitzdorf, wo wir zu dieser Zeit noch unsere Bleibe fürs Wochenende hatten.  Von dort aus wollten wir ein Wochenende mal was anderes als Schlamm und Wasser sehen. Mit dem
Fahrrad sollte es ins Kirnitzschtal gehen, um das angefangene Projekt am Gleitmannsturm weiterzumachen. Leider Endete dieser Versuch am Bahnübergang Goßdorf/Kohlmühle. Dort hielt uns eine Straßensperre des BGS auf. Dort mussten wir erst mal erklären, was wir als Dresdner in der Sächsischen Schweiz wollten und unsere Rucksäcke auspacken. Es wurde damals also schon für Corona geübt und Plünderer kommen ja bekanntlich mit dem Fahrrad. Selbst die Erklärung, dass wir nicht vorhatten etwas wegzunehmen, sonder sogar Ringe in der Sächsischen Schweiz lassen wollten, half uns nicht und wir durften nicht ins Katastrophengebiet. Am Ende gingen wir notgedrungen in den Brand und die Ochel Klettern. Was zur Flut ging, funktionierte auch im  Frühjahr 2020 noch recht gut. Da es etwas dauerte, uns Projekte in der Gegend zu suchen, besserten wir unsere Kronenbohrer auf, die mittlerweile so abgenutzt waren, dass die Ringe zu straff im Fels saßen. Nichts leichter als das, sagten wir uns. Mit dem Gasbrenner wurde die Spitze des Bohrers  rotglühend gemacht und ein Ringende weitete die Zähne nach außen, abkühlen und fertig - das dachten wir zumindest. Mit dem neuen alten Werkzeug ging es zum Schinderkopf, wo ich noch eine Lücke im bestehenden Wegenetz gefunden hatte. Da der 1. Ring zwischen Eisenplatten steckte, war ich erst mal nicht verwundert, das es langsam voran ging. Was allerdings skurril war, war dass der Bohrer beim drehen extrem klemmte. Nach 2 Zentimetern gab ich auf und wirschte so lange herum, bis der Bohrer  endlich aus dem Loch kam. Ich staunte nicht schlecht, beim Blick auf die Spitze. Alle Zähne waren stumpf und komisch nach außen gebogen. Echt garstig solche Eisenplatten, dachte ich erst. Langsam dämmerte mir jedoch, das dies nicht die passende Wahrheit war. Könnte es vielleicht sein das wir etwas metallurgisch wichtiges vergessen hatten bei unseren aufdornen? Mit dem Fahrrad waren es keine 5 Minuten bis zu Feile Amboss und Gasbrenner. Dieses mal versuchten wir das Metall zu härten, indem wir die Rotglühende Spitze in kaltem Wasser abschreckten. Wenig später am Fels war der Beweis erbracht und wir waren wieder etwas schlauer. Obwohl wir dieses Mal die Bohrmaschine dabei hatten, bohrte ich den 3. Ring lieber mit der Hand. Es war ein anhaltender Krampf, mit abgeschnürten Beinschlaufen von den Trittschlingen. Jedenfalls wusste ich danach, dass der Bohrer nun gehärtet war. So wurde einmal mehr ein  Weg erstbegangen. Der Name war auch schnell gefunden, passend zum  Nachbarweg "Tom & Jerry" und unserer aktuellen Beschränkung auf Ochel & Brand.


Alles hat vor und Nachteile. Mit der Bohrmaschine sieht man nach dem Bohren wie nach einem Sandsturm aus und mit Handbetrieb dauert es ewig. Leider bohrt man gelegentlich trotz Bohrmaschine lieber mit dem Kronenbohrer.



Frienstein, Visionen von Gestern 10c, 2008


Am Anfang der Erstbegehungsgeschichten kam ja mal zur Sprache, dass manche der Wege die wir heute Klettern oder erschließen Visionen der Vergangenheit sind. So auch diese Wand, die um 1987 von Christian Günther unter dem Namen "The End" eingebohrt wurde. Der Name stand wahrscheinlich sinnbildlich für das obere Ende der Schwierigkeitsskala. Die Erstbegehung wurde damals nicht anerkannt, da es keinerlei Schlingen zum schlagen des 3.Ringes gab. Da vom entfernen der unteren Ringe oben noch immer ein Eisen im Fels steckte, war die Generation vor uns wahrscheinlich schon über diese Wand abgeseilt. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sobald ich mich nach dieser Wand erkundigte alle zu wissen schienen, dass der Ring in der Crux nicht von unten zu schlagen wäre. Angeblich läge dies daran, weil die Griffe zu flach dafür sind. Das waren ja schon mal gute Aussichten, aber man wächst ja mit den Herausforderungen. Eine Ungefähre Aufteilung der Ringe konnte man sich vorstellen, aber dafür musste der erst Ring sehr hoch stecken.

Irgendwann nach der Jahrtausendwende, schlug ich den 1. Ring und es war ein richtiger Akt. Scheinbar habe ich am Frienstein nicht so viel Glück mit dem Ringschlagen. In der überhängenden Rippe liegt eine bomben Schlinge, die beim Einhängen des Ringes  fast überstiegen ist. Durch den Überhang würde man beim Sturz in diese Schlinge extrem unangenehm in die liegende Wand am Einstieg einschlagen. Im Lochband wo der Ring geschlagen werden sollte, legte ich schräg nach links eine sehr schlechte Schlinge. Leider war diese zum Ringschlagen zu niedrig, aber das merkte ich erst als ich drin saß. Zum raus machen war ich aber zu faul und so hängte ich sie ins Seil ein, obwohl sie nie eine Sturz halten würde. Darüber war ein Schlitz der sich ganz leicht nach links verengt, in diesem legte ich nun die Schlinge zum Bohren des Loches. Damit die Schlinge hielt musste man sich nach links lehnen und für die richtige Höhe, ganz hoch an diese setzen. Kurz bevor ich die gewünschte Höhe erreicht hatte, kam die Schlinge mit einem "Plopp" aus dem Schlitz geflogen. Es ging mehr oder weniger unkontrolliert mit Schräglage gen Tale. Mein Sicherungsmann hatte es sich am Einstieg bequem hingesetzt und deswegen wurde der Sturz auch sehr weit. Als ich neben meinem Sicherungsmann hing, baumelte eine Schlinge im Seil. Ich war auch nicht in der Platte eingeschlagen, wie befürchtet. Was war also passiert? Die Schlinge aus der ich den Ring zuerst schlagen wollte, hat durch das festsitzen den Sturz gehalten. Die darunter liegende Ringwertige Schlinge hatte es durch den Überhang schräg nach oben aus den Riss gezogen. Das war einerseits erschreckend, aber bei dem vielen Schlappseil hätte ich sowieso unten gelegen. Gut das ich die Schlinge ins Seil eingehangen hatte, sonst wäre das sehr übel ausgegangen. Beim nächsten Versuch spatelte ich zwei Schlingen in den Schlitz, um ein Verrutschen zu vermeiden. Mit einigen Trittschlingen hatte ich die Höhe erreicht und es ging ans Ringschlagen. Leider war Handbetrieb angesagt und das war eine Qual. Es dauerte fast 2h ehe der Ring in dem sehr harten Gestein steckte. Zwischendurch gaben einige Freiberger Kletterer ihre Ratschläge dazu, das es mehr auf die Frequenz des Schlagens, als auf die Härte der Schläge ankommt. Naja, weglaufen konnte ich jedenfalls nicht und die Beine waren mir auch sehr bald eingeschlafen.

Das Projekt geriet in Vergessenheit und im März 2008 waren gute Bedingungen und die Fitness stimmte auch. Bei mir war Prüfungszeit und nach der Prüfung konnte ich rausfahren. Wir waren im 10 Uhr Zug verabredet aber ich kam erst 09:50 Uhr aus der Prüfung. Nun hatte ich 10 Minuten, um vom hinteren Teil des Campus bis zum Hauptbahnhof zu rennen. Auch wenn der Rucksack sehr schwer und voll mit Erstbegehungszeug war, rannte ich wie ein Wahnsinniger los. Ich erreichte gerade so den Zug und war fix und fertig. Zum Glück machte das Semesterticket wenigstens die Zugfahrt entspannt. Von Schmilka ging es über die Heilige Stiege zum Frienstein. Das mir beim Laufen die Füße schmerzten schob ich auf den Rucksack und ignorierte es. Am Fels hielten wir uns nicht lange auf und kletterten hoch und schlugen den 2. Ring. Eigentlich hätte Chris-Jan den unmöglichen 3. Ring machen sollen, denn er ist der Meister des Skyhooks. Leider kam er nicht in die Position aus der man den Cliff legen konnte. So musste ich gegen alle Planung selber ran. Beim reinsetzen in den Cliff schloss ich die Augen, denn er lag erbärmlich. Als er endlich in der flachen Mulde hielt, war ich froh, aber die Beine baumelten in der Luft. Der Cliff drehte sich mit mir hin und her und ich konnte nicht glauben das er wirklich hielt. Eigentlich hätte ich mich mit dem Spannriemen nach oben ziehen müssen, um den Ring entspannt zu bohren, aber das traute ich mich nicht. Zum Glück hatte Chris-Jan mittlerweile aufgerüstet. Die erste Bohrmaschine bei uns war ja die Hilti,über 5 kg Kampfgewicht brachte diese auf die Waage. Jetzt hatte Chris-Jan eine Hitachi und die war mit 3,6 kg einiges leichter. Das hört sich nicht gerade schwer an, aber die Maschine war in diesem Fall genau 3,6 kg zu schwer. Als ich das Materialseil einziehen wollte, hatte ich das Gefühl mein Sicherungsmann hätte sich persönlich ans Seil gehangen. Der Skyhook knirschte gefährlich und ich drehte mich langsam nach links und rechts. "Warum müssen meine Ringe immer so furchtbar unangenehm zu schlagen sein." Dachte ich. Es dauerte eine Ewigkeit ehe die Hitachi bei mir war. Es gibt eben Situationen da wünscht man sich noch eine zusätzliche Hand, damit das einarmige Ziehen und das Nachgreifen mit dem Seil im Mund wegfallen kann. Mit der Ankunft der Bohrmaschine war eigentlich noch nichts geschafft. Alleine das Ansetzen weit über dem Kopf war mehr als eine Zumutung und immer wieder das knirschen des Skyhook vor meinem Gesicht. Der erste Bohrversuch endete ganz schnell. Noch bevor ich den Bohrer ansetzen konnte sprang er auf der Wand hin und her und rutschte seitlich weg. Die Hitachi hatte einen Schlagwerk, das bei geringem Druck sofort loslegte und mich fast aus der Wand katapultiert hätte. In meiner ungünstigen Position konnte ich kaum drücken und so war der Akku leergelutscht, nachdem er gerade mal 2 Löcher gebohrt hatte. Normalerweise reicht so ein Akku für 4-6 Ringe je nach Gesteinshärte. Ich kam wieder mal auf nur 2 Löcher pro Akku. Irgendwann war es überstanden und verglichen mit dem Ringschlagen war das Klettern machbar. Noch bevor es dunkel wurde, saßen wir beide am Gipfel. Dazu muss gesagt werden, dass dies nur gelang, weil Chris-Jan den 5. Ring bohrte und es bei ihm schnell ging. Wir waren zufrieden und geschafft und ich vermerkte in meinem Fahrtenbuch, das dies wahrscheinlich die schönste Erstbegehung sein wird, die ich je machen werde, denn das Gestein ist einfach perfekt. Als es an den Nachhauseweg ging, schmerzten meine Füße so sehr, dass ich nicht mehr auftreten konnte. Erst jetzt dämmerte es mir, woher der Schmerz eigentlich kam. Als ich mit dem schweren Rucksack und ausgelatschten Schuhen zum Zug gerannt bin, habe ich mir die Bänder im Fußspann überlastet. Das Fußgewölbe war nun komplett plattgetreten und schmerzte höllisch, wenn ich nicht beim Laufen die Zehen in den Boden presste. Das ging nur ohne das Zusatzgewicht auf dem Rücken. Deshalb durfte Chris-Jan die Last 2er Rucksacke zum Zug zurück tragen. Sein einziger Trost war, das jetzt 4 Ringe und etwas Blei in der Wand steckten und das beide Akkus leer waren.



Am 1. Ring geht es schon richtig los. Einen Heelhock auf Handhöhe und das ganze durchlaufen bis der Startgriff an der Hüfte ist. Fotograf Helmut Schulze
Der 3.Ring war nicht nur schwer zu schlagen, sondern die Crux ist das saubere Vorbeiklettern mit ganz kleinen Leisten und Seitgriffen. Fotograf Helmut Schulze
Visionen von Gestern im Abflug über dem 2. Ring. Fotograf Helmut Schulze

 Viele Jahre wurde uns diese Erstbegehung nicht anerkannt und später erfuhren wir auch warum. T.W. & F.H. hatten einen Antrag gestellt, diese Wand und den betreffenden 3. Ring mit Schwebesicherung schlagen zu dürfen. Das ich mein Projekt zusammen mit Chris-Jan vor ihnen noch beendet hatte, passte ihnen scheinbar nicht. So haben wir leider den größten sächsischen Erstbegehern der Neuzeit, diese Wand abgeluxt. Wenigsten müssen so die Ringe nicht im Jahr der Erstbegehung saniert werden. Wie man in dieser Wand eine Schwebesicherung aufbaut die nicht vom Gipfel kommt und wäre allerdings schon mal interessant.





Am Ende des wahnsinnigen Jahres 2002 standen über 60 geschlagenen Ringe und 25 Erstbegehungen im 10. und 11. Grad. Davon 5 zusammen mit Chris-Jan. Da dies auf Dauer auch teuer ist, und alleine auch nicht so viel Spaß macht, konzentrierte ich mich eher auf anderes Sachen.

Es gibt noch Fotos und Geschichten für einen 3. und 4. Teil geben aber im Sommer komme ich nicht zum Schreiben.


Das volle Besteck am Einstieg ausgebreitet.
Einfach nur schön.