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Montag, 7. November 2016

Magischer Oktober


Blick aus den wendenstöcken zum Fünffingerstock.
Eigentlich hatte ich für dieses Jahr mit den Alpen abgeschlossen und vor allem weil es wieder mal nicht mit meinem Traumbebiet den Wendenstöcken gewurden ist. Wenn immer wir in die Alpen fahren sind die Wendenstücke mit ihren bis zu 680m hohen ud sehr rauhen Kalkwänden das Ziel. Doch es war mir bisher wieder nicht vergönnt. Das stabile Hoch brach immer vorzeitig zusammen und hat uns immer wieder auf die Alpensüdseite gezwungen und mitlerweile werden meine Ziele im Tessin langsam knapp. Auch im August/September hat uns in den Wenden schon einmal Schnee überascht und den Abstieg für 1-2 Tage unmöglich gemacht. Da kommt man doch nicht auf die Idee so spät im Jahr noch einmal einen Besuch zu wagen oder etwa doch? In Besucherbuch des Mährenbiwaks hatten wir bereits von besuchen und sonnigen Tagen im Oktober gelesen aber wir meinten so etwas bleibt locals vorbehalten welche früh sehen das das Wetter gut ist und nicht so eine weite Anreise wie wir haben.

Naja die Entscheidung fiel alles andere als schnell, denn ich wollte es kaum glauben was der Wetterbericht da verspprach. Ein wochenende ohne Wolken und Sonne satt in den Wennden. al sich die Prognose bis Freitag immer noch nicht geändert hatte fuhren wir los. Dank Luther war der Montag frei und so erfreuen sich die Sachsen mindestens einmal im Jahr an der evangelischen Kirche. Es war mitlerweile so spät im Jahr das selbst der Sustenpass schon geschlossen war und um ein Haar wären wir doch noch um unser Glück gebracht worden. Bei der Anfahrt sah ich bereits Militärfahrzeuge , Schilder für Militärkonvois und den Aushang des Schweizer Militärs an der Mautstelle. Die letzten 5 km Staße auf die Wendenalp gibt es nur, weil das Milität gelegentlich den Felskessel zum übern nimmt. Dafür werden die gesamten Wendenstöcke gesperrt aber ich war noch nie davon betroffen weshalb ich es nicht auf dem Schirm hatte. Zum Glück machte auch das Militär Wochenende und wir mußten uns nur für Montag eine Alternative suchen. Etwas komisch war es schon im dunkeln die schmale gewundene Straße ohne Ausweichmöglichkeiten hochzufahren. Wir fühlten uns wie Aliens in einer fremden Welt, denn oben auf dem Parkplatz waren wir die einzigen und das bei dem Wetterbericht. Komisch sollten die einheimischen mehr wissen als wir? Es war Eiskalt, aber wir waren optimistisch. Noch vor der Dämmerung kamen nach und nach immer mehr Autos auf den Parkplatz was uns zeigte das unsere Entscheidung goldrichtig war.
Noch fühlte sich das Wetter nicht wie Klettern an.

Zustig zum Reisend Nollen. Links vom hellen Streifen verläuft die Cleopatra.

Noch im Halbdunklen ging es los um die kurzen Tage auch optimal nutzen zu können. Da der Zustig zum Reisend Nollen lang ist waren wir die einzigen Menschen weit und breit und alles war in der kälte der Nacht erstarrt. Erst 2h später zusammen mitt der Sonne kehrte das Leben in die Wenden ein. Auch der Felskessel des Reisend Nollen erwachte zum Leben. Mit der Sonne erwachte der Wasserfall welcher uns zeigte, das am Ausstieg in knapp 3000m höhe bereits eine größere Menge Schnee lag der in der Sonne anfing zu schmelzen. Uns war das heute egal, denn unsere Route lag links von Batman an einem extrem Steilen Felspfeiler.

Cleopatra 8a, 7Sl, 240m
als ich vor 16 Jahren mit "Batman" und "Dingo" meine ersten Routen in den Wendenstöcke kletterte dachte ich immer Cleopatra wäre genause gesichert aber halt viel schwere. Darin irte ich mich zum Glück, denn wilder "Dingo" war bisher keine Route nur "Infinitive Jest" kam da in die nähe. Nicht desto trotz zeigten uns die ersten längen das man gehörigen Respeckt vor Routen in den Wenden haben sollte, denn die Schwierigkeiten waren schon in der 7a Länge alles andere als geschenkt. So war der Einstig für Thomas leider etwas unsanft, aber er biss sich durch. Bereits in der 3. Länge wartete die Schlüsselstelle auf uns ond obwohl wir gerade noch am Einstig im Schnee standen kletterten wir jetzt in T-Shirt an Handwarmn griffigen Kalk. Es war wirklich ein Traum. Leider mußten wir uns etwas sputen, denn der Tag war kurz und die Crux etwas unangenehm zum Ausbouldern. Mitten an der unpassensten stelle steckt ein Stand an welchen man nach einem Grißausbruch leider nicht mehr frei vorbeiklettern kann. Die Freikletterlinie geht in einem rechtsbogen mit einem scheinbar losen Klemmblock in einer Rippe hoch welcher zu unserer Verwunderung nicht vom Fleck zu bewegen war. Nach der Rechtsschleife quert man wieder nach links und man hat eigentlich immer kleine Leisten in der Hand, aber es fehlen die Tritte. Eigentlich müßte man an dieser Stelle einen Bohrhaken setzen, damit man besonders im Nachstieg auch gescheit durchsteigen kann aber wir hatten leider nichts dabei. Vielleicht denken ja die ERstbegeher der neuen Route rechts daran ca 2m über dem rechten Standhaken noch einen Haken zu bohren!!!
Beim längeren Hangen am Stand wurde es kühl und so stieg ich ohne längere Pause gleich wieder ein obwohl die Finger immer noch sehr kraftlos vom brutalen zustellen der Leisten waren. Es glückte und Thomas war mit der nächsten Lange an der Reihe was ein wahrer Irrgarten an schlechten Griffen war. Leicht überhängend, nicht alzu viele Haken und noch kein Gefühl für das Gestein machten es ihm nicht einfach. Nach einigen Abflügen schafte er es trotzdem und ich hatte den Komfort einer eingechalkten länge vor mit. Das erfreute meine geplätteten Arme jedoch nur kurz. Es folgte eine 7b+ die bis zum vorletzten Haken noch gut ging dort aber bretthsrt wurde. Ich gab alles und stellte die kleinen Griffe brutal auf. Für einen 2.Versuch würde die Zeit nicht reichen also muß es im on sight gehen. kurz vor den nächsten Haken wurden die Griffe zwar besser aber es gab keine Tritte. Meine Ellenbogen waren bereits stark gebeugt und wie ich das Seil in den Haken bekam weiß ich bis heute nicht. Irgendwie verschnaufte ich soweit, das ich meine krampfenden Finger wieder bewegen konnte und stellte erfreut fest, dass wenige meter über mir der nächste Standplatz war und das die Griffe deutlich besser wurden. Puh das war echt knapp.
Die letzte Länge war wie in den Wenden leicht eingestuft und dennoch anspruchsvoll.
Dank Wandbuch am Ausstieg erfuhren wir, das Cleopatra seit ihrer Erstbegehung knapp 20 Begehungen erhalten hat, davon waren etwa 4 Begehungen und die letzte Begehung hatte Matteo Della Bordela 2011.
Das Abseilen gin flott und erst jetz merkte man wie beeindruckend steil der Pfeiler war an welchen wir geklettert sind.
Leider war auch der kurze Tag bereits zu Ende und wir waren beide ganz schön müde. Ob die an der langen Anfahrt, der kurzen Nacht oder der anstrengenden Kletterei lag ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall stellte sich mit zunehmender Abendstimmung eine Ruhe und Zufriedenheit in mir ein die der Landschaft ebenbürtig war. Weit hatten wir es ja auch nicht mehr, am heutigen Abend denn um uns den langen Zustieg zu sparen schliefen wir im Reisend Nollen Biwak.
In der 4. SL von Cleopatra.

In der 5. SL von Cleopatra

Die Kurzen Tage sind die intensivsten.


Tsunami 7b+
Noch im Dunkeln klingelte der Wecker und im ersten Dämmerlicht ging es los. Heute stand der obere Teil von Rösschtigraben auf dem Progamm. Doch als wir nach einer Stunde auf dem Vorbau standen waren die ersten beiden Seilängen nass. So leicht wollte ich jedoch nicht aufgeben und stieg ein. Es war zwar alles andere als angenehm Ber die 6c Reibung ging patschnass zu klettern. Da ich am Stand jedoch permanent im Wasser gehangen hätte, kletterte ich gleich weiter.
Im Röschtigraben aber leider nass.

 Die nächste Länge ging leider nicht im nassen Zustand zu Klettern. Auch die Nachbarouten waren früher oder später von Schmelzwasser bedroht weshalb wir nach zügigem Absteigen erst um 10:00Uhr in Tsunami einstiegen. Ich hatte zwar die Befürchtung das es zwecks des Wasserfalls zu spät ist was sich später auch zeigen sollte. Die ersten beiden Längen gingen gut und waren noch trocken danach dachte ich erwischt uns der Wassrfall nie und nimmer. Doch schon beim Nachholen kamen immer wieder Wassergüsse mit Windböen zu uns rüber. Dank Sonne trocknete der Fels recht schnell ab, aber das Wasser erschwerte die Sicht und die 50 m seitlichen Abstand zum Wasserfall schrumpften in der nächsten Länge durch eine Linksquerung auch noch auf 25 m. Bei mir lief das Wasser bereits von der Jacke, aber bei Thomas am nächsten Stand links lief es gleichmäßig vom Helm und das machte ihn verständlicherweise etwas unentspannt. Ich kletterte schnell hinterher und war dann mit dem Vorstieg dran. Was das ganze etwas verschlimmert ist das jetzt mit 7b+ die Crux kam die am Anfang nicht nur feucht war sondern auch sehr unübersichtlich. Ich hatte arg zu tun den Zeitdruck etwas auszublenden denn gefühlt aller 5 min wurde über Thomas ein 10l Wassereimer entleert. Leider kam das Wasser nicht in einem Schwall welchen man etwas ausweichen konnte sondern es wurde schön gleichmäßig zerstäubt so das es kein entrinnen gab. Obwohl ich mich mühte zügig zu Klettern ging es nur schleppend voran die Sicherung war für das Gelände sehr übersichtlich und die Crux kam ganz zuletzt. Dank eines wilden Schnappers über den Überhang konnte ich Thomas von seiner Wassertortur erlösen und er trocknete langsam aber sicher in der Sonne. Die nächsten Längen waren trocken und schön doch leider fehlte uns die Zeit bis zur oberen 7b vorzustoßen. Das trübte das Erlebnis zwar aber jeder Klettermeter bei dem Wetter in den Wenden ist ein Geschenk. Da am kommenden Tag das Militär das Tal wieder in eine Schießplatz verwandelt mußten wir auch noch 2h absteigen. Am Auto war es bereits stockfinster und wir überlegten ein Alternativziel für den Reformationstag.


Tsunami, genialer Kalk in der 3.SL

Tsunami in der  6.SL

Abschied von den Wendenstöcken



Nach den Wenden ist eigentlich alles nur Mittelmaß, was mich etwas ärgerte dass das Schweizer Militär uns um einen weiteren schönen Klettertag gebracht hatte. Positiv betrachtet konnten wir so schon ein wenig richtung Heimat fahren und auf dem Weg ein Ziel suchen. Die Wahl fiel schlußendlich auf den Wildhauser Scharfberg wo die Grade deutlich schwerer sind als anderswo.

Che Guevara 7b 100m
Die Erste Länge ist etwas unlogisch, aber nach oben hin wird es besser. Der Hammer ist die 3. Länge welche ich mit der 2. verband. Tolle Kantenkletterei mit recht guten Seitgriffen aber wenigen anständigen Tritten. Der glattere Fels läßt einem die Arme immer dicker werden, und da man nicht so gut steht sind die Haken gefühlt immer recht weit weg.
Fazit: Eine echte Bereicherung mit welcher ich nicht gerechnet. Da wir von der Wand kein Topo hatten hätte ich spontan auf 8+/9- getippt.

Frostpfeiler 6c+ 90m
Da die vorhergehende Route gefühlt zu kurz war kletterten wir den Frostpfeiler simultan. Die 20 Expressen und das auslassen jedes 2. Hakens sorgten dafür das wir in1h 15 min wieder am Einstieg standen und zeitig nach Hause fahren konnten.




So endete ein unbeschreiblich schönes und intensives Wochenende was Lus auf mehr macht und genug Motivation liefert im Winter zu trainieren.





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Mittwoch, 5. Oktober 2016

Noch einmal Sommer in Brentino (IT)


Blick von oben, gestückelt :-)
Das letzte lange Wochenende was bereits vor einem halben Jahr geplant war stand an und wollte zünftig genutzt werden. Chris-Jan hatte Frauenfrei und mein Nachwuchs wurde von meinen Eltern verwöhnt. Auch dieses mal ließ uns das Wetter im Stich denn der Winter kam gerade an diesem Wochenende in die Alpen zurück. Naja er kam spät und wenigstens hatten wir nicht die Qual der Wahl fürs Ziel. Es war denkbar einfach denn das Wetter war überall schlecht nur in der Nähe von Verona war es halt am wenigstens schlecht angesagt. Wie immer wenn man was möchte muss man sich sehr ins Zeug legen und es wurde eine anstrengende und sehr späte Anreis. Wir hatte zwar genug Gesprächsthemen, doch ich prophezeite bereits auf der Fahrt, dass wir am ersten Tag gewaltig auf die Nase fallen werden. Was dann ja auch kam, denn nach den 2-3h Schlaf dieser Nacht konnte selbst ich mich nicht als Ausgeschlafen bezeichnen. Dazu kam das die versprochenen Ostseite  des Monte Cimo (Gebiet Trentino) bis Nachmittags um 16:00 Uhr in der Sonne blieb.
Sektor Castel Presina am Monte Cimo


Destini Incrociati 8a, 6Sl, 140m( 7a+ obl) - Castel Presina
Die Sonne war noch nicht richtig hinter dem Berg hervorgekommen, als wir Einstiegen. Allzu oft hat sich gezeigt das zeitig Anfangen besser als gar nicht oben ankommen ist. Wir waren bester Laune und es sollte mit 7b los gehen. Da die Seillänge nur 17m war nahmen wir sie kaum ernst aber spätestens am 2. Haken holte mich die Realität ein. Der Fels war glatt, die Griffe weit auseinander und die Züge so schwer, dass diese 15m lang gar nicht gingen. Mut zur Lücke dachte ich mir und schaute mir die Stelle am nächsten Haken an welche genauso gut ging. Das war ja ein toller anfang. Wenn das 7b war, dann will ich nicht wissen was dann 4 Einstufungen schwerer bei 8a auf uns wartete. Wir machten zwar Scherze darüber das wir alt werden und das wir in 20 Jahren ca. 5-6 Tage brauchen um uns von solch einer Anreise zu erholen aber im Moment war das zum Glück noch nicht der Fall. Nur unter Aufbietung aller Motivation und Chris-Jans anfeuern konnte ich ganz knapp durchsteigen. Es fühlte sich aber eigentlich an wie 7c. Die nächste Länge war Chris-Jan an der Reihe und langsam kamen wir in Fahrt und es ging besser als nach dem Anfang befürchtet. So stiegen wir munter (noch) bis zum bequemen band vor der Crux. Dort machten wir Mittag und genossen unseren mitgebrachten Kuchen. Die Pause machte uns träge und sehr müde und so machte ich mich an die Arbeit die Länge auszubouldern. Was leicht anfing endete in einer aalglatten Platte mit weiten Hakenabständen. Ich kam mir etwas fehl am Platze vor weil die Hakenabstände waren über 3 Meter. Im gut kletterbaren Gelände sind auch 15m oder 20m zwischen den sicherungspunkten nicht weiter schlimm aber selbst unsereins muß sich irgendwo festhalten. Nach einigen Probieren fand ich die Griffe, welche Tropflöcher waren und somit nur von oben sichtbar sind. Währen Chris-Jan mit der Müdigkeit rang mühte ich mich von Haken zu Haken und fand doch noch eine Kletterbare Lösung. Es hätte mich nicht überrascht wenn ich diese heute nicht mehr durchsteigen würde aber eine noch größere Überraschung folgte. Chris-Jan stieg träge und müde ein doch wie die Wand schwerer wurde entwickelte er mehr und mehr Biss und ließ erst locker als er den Stand einhängte. Wow das Flash kam wirklich unerwartet. Ich quälte mich zwar durch diese und die nächste Länge war in Gedanken jedoch bereits bei meinem Kopfkissen und meine Unterarme machten Popeye Konkurrenz. Also hatten wir bereits ein Drittel des Programm fürs Wochenende rein. Beim Abseilen waren wir erstaunt festzustellen, dass die Wand leider nur 120m hoch ist und die Angegebene Kletterlänge von 200m wahrscheinlich die Fehlversuche von gescheiterten Durchstiegen mit einbezogen hatte.
Der Sektor Castel Presina ist sehr belieb.
Topo Destini Incrocati


La Divina Commedia  8a?, 6 Sl, 120m (7a obl) - Castel Presina
Da es die ganze Nacht und am Morgen regnete schliefen wir uns richtig aus und standen  erst 10:30 in einer Regenpause wieder vor der Wand. Da es nicht nach Wetterbesserung aussah hatten wir uns in der Wandmitte die Steilste Route ausgesucht. Leider war die letzte Läng die Crux und ebendiese war Plattenkletterei. Eigentlich voll unser Ding aber halt etwas blöd bei Regen. Gegen Mittag klarte es auf und die Sonne trocknete die Griffe zumindest halbwegs. Was etwas ungünstig war ist das die meisten Griffe Querbänder waren. Diese trockneten besonders schlecht und der Staub der in diesen Bändern lag war eine schleimige feuchte Masse. Dennoch fühlte sich die Kletterei sehr gut an und war meiner Meinung nach eher 7c als 8a. Vielleicht liegt das an meinen guten Varianten, aber Chris-Jan stieg erneut auf Anhieb durch und freute sich wie ein kleines Kind. Dieses mal hatten wir den Kuchen am Einstieg stehen lassen und als es nach dessen Genuss erst 15:30 Uhr war entschieden wir uns für eine 2. Route ohne Haulbag.

Topo La Divina Commedia.

Die 5. Sl. im Nebelmeer. Steil aber dankbar.

Das Stehbrett wurde wieder genutzt und sogar verbessert.

La passion 7b+ 120m (7a obl)
Die Route wurde als moralisch anspruchsvoll bezeichnet aber davon merkten wir nichts. Vielleicht waren wir ja auch erst richtig eingeklettert aber wir ließen einige Bohrhaken aus um aus den 6 Sl (7a,7b, 6b+, 6b+, 7b+, 6c+) nur 3 Längen zu machen. Im Grunde war das auch nicht schwer, denn nur bei den letzten beiden Längen wurde die Mitte unseres 70m Seiles beim Sichern ausgegeben. Auch Abseilen war mit 70m problemlos mit etwas anpendeln möglich. Von 7b+ merkten wir nicht viel, denn rechts der Crux konnte man 1-2m rechts vom Haken mit einer hohlen Rippe für 7a+/7b hochklettern. Das war zwar auf Grund der echt gruseligen Rippe moralisch aber bestimmt nicht so gedacht. Wir waren uns jedoch einig, dass wir uns von Bohrhaken keine Linie aufzwingen lassen. Etwa 1h 40 min nachdem wir eingestiegen sind standen wir wieder am Einstieg und hatten bereits die 3. Route des Wochenendes geklettert.

Tra Nuvole e Sogni 8a, 200m (7b obl)
 Der 3. Tag begann wieder sehr zeitig, denn wir brauchten noch etwas Zeit für die Heimreise und der Zustieg war heute auch mit ca. 1h deutlich länger als die 15 min Abstieg vom Vortag. Wir mussten sogar etwas suchen um die Route zu finden und wir sind sogar daran vorbeigelaufen, weil in der 3.Sl ein Fixseil hing um beim Abseilen das Erreichen des Standes zu vereinfachen. Obwohl diese Route von den gleichen Erstbegehern wie am 1. Tag war, kamen sie mittlerweile mit weniger Haken aus und diese steckten deutlich höher als uns beiden angenehm zum einhängen war. Ich bekam in der ersten Länge richtig dicke Arme und Angst hatte ich auch etwas. Auch in der Crux bekam man nichts geschenkt, nur das es dieses mal ein Überhang mit weiten Zügen an Leisten und Sintern war. Sogar ein Knieklemmer war im Dach hilfreich um etwas Kraft zu sparen denn was folgte war ein megaweiter Schnappe an den nächsten Winter. Alles in allem kein Spaziergang aber immer noch angenehm im Vergleich was bei der 4. Länge auf Chris-Jan wartete. Fast jeder Haken steckte zu Hoch, der Fels war sehr unübersichtlich und etwas splittrig. Die kletterbare Linie schlängelte sich immer um die Haken herum und einmal musste Chris-Jan sogar den Klemmkeilentferner als Skyhook zweckentfremden um zum nächsten Haken zu kommen.
Chris-Jan in luftiger Höhe überm Tal der Esche.

Es mag zwar schadenfroh klingen ist aber nicht so gemeint und nur ein kleines bisschen gerecht das es auch einmal Chris-Jan erwischte die Länge auszubouldern und die Griffe zu suchen und ich davon profitieren konnte und auf Anhieb nachstieg :-). Das war auch gut so denn die 2h die das Ausbouldern dauerten fehlten uns natürlich am Ende. Es blieb spannend und es gab in der 6.Sl noch mal eine unangenehme Plattenstelle zwischen den Haken. Die letzte länge war noch mal ein krönender Abschluss mit tollen Tropflöchern bevor wir eilends ins Tal und wenig später wieder in die verregnete Heimat düsten.
Topo Tra Nuvole e Sogni


Wer jetzt nach dem Sinn der "Quälerei" fragt dem sei gesagt, dass wir uns zufrieden und glücklich auf den Heimweg machten und zudem mindestens eine Woche Ruhe vor dem Kletterfieber haben werden. Naja, vielleicht auch nur ein paar Tage. Aber wenn man im Winter, weit entfernt von den eigentlichen Zielen, fleißig trainiert, dann kann man noch von diesem Glück und der Zufriedenheit zehren.
Salamitaktik: Abgehangen und ..
.. zufrieden.


Donnerstag, 22. September 2016

Das Ende vom Sommer


Im Tal gibt es keine Elektrizität weshalb alles noch sehr ursprünglich ist.

Es ist Mitte September und es sind in Dresden über 30°C. Das allein ist schon ungewöhnlich, aber die Großwetterlage über ganz Europa sieht so aus. Die Nullgradgrenze in den Alpen liegt über 4000 m und das ganze schon seit über einer Woche. Damit ich mit Thomas auch mal wieder ein Wochenende in die größeren Wände komme, haben wir uns Mitte September ein 3 Tage Wochenende freigeschaufelt und bei dem Wetterbericht kann ich mich vor Kletterzielen kaum retten.
Eine alte Kletterweisheit lautet: Wer zeitig (abends) plant, plant doppelt erfüllte sich vollends. Genau zum Beginn unseres Wochenendes bricht das hoch zusammen und die Alpen versinken in Sintflutartigen Niederschlägen. Da bleibt mal wieder nur das schöne Tessin als Ausweg doch auch dort ist das Wetter eher durchwachsen angesagt, das heißt im Klartext mindestens ein ganzer Tag Regen und der Rest so naja. Doch so schnell lassen wir uns nicht entmutigen und fuhren trotzdem los und fuhren mal wieder in märchenhafte Valle Bavona im Tessin und es sollte in der Tat eine Zeitreise der besonderen Art werden.

Der Waserfall in Froglio

Della Funvia 7b/7b+
Wie der Wetterbericht und prophezeit hatte regnete es am ersten Tag aber unser Ziel war eine neuere Route am Ende des Tales wo die ersten 7 Seillängen so steil sind, dass man sich keine Sorgen machen muss was für ein wetter herrscht. Der Niederschlag der letzten Nacht lief noch stundenlang am Fels herunter, aber wir konnten die ersten Längen Problemlos klettern. Das Gestein war zwar durch den Wassermangel etwas staubig und die Erstbegeher konnten den echt tollen Standplatzbändern nicht wiederstehen und so waren die längen recht kurz. Alles in allem eine schöne Sache auch wenn wir nur die halbe Route geklettert haben. Wir fanden die Längen im unteren Bereich leichter als eingestuft aber das tut der Route nicht weh. Da ab der 8. Sl Duschen angesagt war versuchten wir unser Glück mit dem überhängendem Abseilen direkt zum Boden. mit 2 x 70m Seilen reicht es gemütlich mit einem 60 m Seil und einem 70m Seil muss man ein bisschen tricksen. Schönes Erlebnis mit nur 10 Min Zustieg. Ein Lob an die Erstbegeher.



6. SL Della Funivia

7. SL Della Funivia


Nel Dubbio Sali 8a, 180m (7a+ obl)

Der Wetterbericht und unsere Wetterfee aus Dresden behielten recht und der Samstag war der schönste Tag von allen. Das war auch gut so, denn für diesen Tag hatten wir nicht nur einen fast 3 stündigen Zustieg vor uns sondern eine wahre Zeitreise. Wir stiegen in Valle di Foioi auf den Spuren der Transhumanz (der Stufenwirtschaft) welch vor über hundert Jahren dafür sorgte das die höheren Regionen in den Tälern von Tieren abgegrast werden konnten denn Futterplätze waren in den engen Tälern knapp. Von diesen längst vergangenen Zeiten zeugen immer noch die Natursteintreppen die weit in die Berge hinaufreichen und die Häuser die man nach mehrstündigem Fußmarsch im dichten Esskastanienwald findet. Der Zustieg war anstrengend aber wunderschön. Immer wieder waren wir erstaunt auf Stufen zu treffen selbst da wo wir dachten, dass dieser Weg nur von den ERstbegehern begangen wurde. Leider verpassten wir nach einer Natursteinmauer links den Hang hoch zu steigen und folgten einem falschen Steinmann zu einem weiteren Haus. 

Tolle Natursteintreppen.

Endliche sehen wir die Wand

100m nach dieser Maer geht es links den Hnk im Gras hoch. Der Weg ist schwer zu sehen wird aber bald besser.
So stiegen wir über glitschige Reibungsplatten und feuchtes Gras um nach über 3h endlich am Einstieg der Wand zu stehen. Diese war nicht so steil wie erwartet aber die Felsqualität war ausgezeichnet. Nach einer leichten länge folgte die erste Crux der Route. Eine tolle technische platte mit Leisten und Untergriffen vom feinsten. Zum Abschluss kam ein Daumenstützmantler wo ich gerade so am Zielgriff ankam. Na das würde im Durchstieg echt spannend werden. während ich mich ausruhte war Thomas an der Reihe und er stieg tatsächlich auf Anhieb durch. Als ich an der Reihe war wurde es trotz der guten Schuhe echt knapp denn die kleinen Leisten forderten ihren Tribut von meinen Unterarmen. Um so mehr war ich von Thomas seinem flash beeindruck. Es wurde auch nicht wirklich leichter und selbst in der Rechtsvariante warteten immer wieder sehr weite Züge auf mich und es folgte eine geniale Stützverschneidung die für 7a sehr garstig bewertet war. Als ich wieder an der Reihe war gab es noch einmal eine 7c Hangelrippe, welche mit einem Schmakerl des Nervenkitzels aufwartete. Das Seil verhing sich entweder nach dem ersten Haken im Riß oder lief über eine Messerscharfe Kante. Da macht Klettern echt keinen Spaß mehr und die unsicheren Hangelzüge werden echt zum K(r)ampf. Nach viel zu kurzer Pause stieg ich durch und Thomas konnte wieder im ersten versuch punkten strengte sich aber gewaltig dafür an. Die nächsten 2 Längen waren schmutzig und die letzte durchaus etwas gesucht. Zufrieden aber ziemlich müde stiegen wir wieder ins Tal ab und waren zur Dämmerung wieder am Auto. Da wir auch in der Dämmerung aufgebrochen waren hatten wir den Tag optimal genutzt und die Nudeln schmeckten besonders gut.
Endlich oben.

Samt unserem hängenden Imbiss gehts Talwärts



Vai col Blues 7c+, 260m (6b obl)
Der Monte Eus ist im Verzasca und damit bereits eine Stunde näher an zu Haus. Das Gestein ist weiterhin Gneis, aber die Strukturen sind sehr abwechslungsreich. von Felsadern über Löcher, Überhänge und Reibungsplatten gibt es alles. Wir hatten zwar eine Andere Route geplant aber leider verpassten wir im Zustieg einen Abzweig und verloren so 1,5h. Ja es war ein richtiges Wanderwochenende aber auch ich komme in die Jahre. Das war auch der Grund für die leichteste Route an der Wand die entweder in der 2. Länge 1 mal A0 geklettert wird oder die einen Plattenboulder mit 7a+ bloc auffährt. Selten stand ich sowohl in der Armspanne als auch mit beiden Füßen so weit ausgespreizt da, dass ich beim Versuch diesen Zug aufzulösen 5 oder 6 mal chancenlos abtropfte. Nach einer längeren Pause hatte Thomas wieder mal kurzen Prozess mit der Stelle gemacht düsten wir die nächsten 220 Klettermeter im Sauseschritt nach oben. Das Wetter hielt erstaunlicherweise und die paar Regentropfen die aus dem Himmel fielen störten uns nicht. Gegen 4 Uhr traten wir die Heimfahrt an und waren sehr erfreut trotz schlechten Wetterbericht alle 3 Tage etwas geklettert zu haben.
Man merkte das das Laub bereits von den Bäumen viel und somit der Herbst als schönste Jahreszeit des Jahres vor der Tür steht. Hoffentlich gibt es noch mal richtig schönes Herbstwetter.

Echt lecker das Wasser in der Schweiz

Dienstag, 30. August 2016

Ein Sommer ohne Regen (Tsaranoro Valley)

Schmerzende Füße, brennende Fingerspitzen sowie dieses sengen auf der Haut und an allem ist die Sonne schuld. Die Luft ist noch angenehm kühl, aber das ändert nichts daran, dass die afrikanische Sonne den dunklen Granit aufheizt wie eine Herdplatte und wir klettern mitten durch diese.

Die Felsen des Tsaranoro Tals mit Spiegelbild im Reisfeld

Wie kam es dazu. Nachdem unsere letzte Expedition wortwörtlich im Schnee versunken ist wollten wir ein Ziel mit stabilerem Wetter. An dieser Stelle kam Madagaskar ins Spiel. An Erfahrung für große Wände mangelte es uns nicht, doch bevor es losging waren zwei technische Probleme zu lösen die nicht direkt mit dem Klettern zu tun hatten. Zum einen gab es in Madagaskar keine Gaskartuschen und so mussten wir uns für das erhitzen des Wassers was anderes überlegen. Ein Jetboil ist dafür extrem praktisch aber leider nutzlos ohne Gaskartuschen. Das andere Problem ist der raue Granit welcher den Haulbag beim ziehen in liegendem Gelände innerhalb kurzer Zeit komplett zerstört und in Madagaskar gab es fast nur liegende Wände. Da die von uns bevorzugte Seiltechnik jedoch aus simultanem haulen und sichern des Nachsteigers besteht und Klettern mit Rucksack für uns keine befriedigende Option darstellt musste eine Lösung her. Nach vielem Überlegen und einigem Probieren fand ich eine Lösung für alle beiden Probleme und löste zudem noch ein weiteres Problem.

Die Lösung war ein Rollbrett was sich mit Hilfe einer passenden Aufhängung als Transportmittel für den Haulbag, als Tisch und Kocherhalterung im Portaledge sowie als Stehbrett am Hängestand eignete. So waren mit ca. 2,5 kg Zusatzgewicht die letzen großen Probleme des Freikletterns gelöst und ich konnte mich mit der weiteren Logistik befassen.




Rollbret von unten
Rollbrett als Kocher


Rollbrett zum Seile Sortieren
Rollbrett von oben
Rollbrett statt Hängestand




Wie üblich war es nur mit einige Abstrichen möglich das geplante Material mit in den Flieger zu bekommen. Obwohl jeder von uns 2 Gepäckstücke hatte wog unser Handgepäck weit über 20 kg. Beim Durchleuchten des Handgepäck kam wie zu erwarten die Frage nach dem vielen Stahl auf. Es reichte jedoch, die Bohrhaken zu zeigen und ein paar Erklärungen abzugeben. Die Bohrmaschine wurde komischerweise erst in Nairobi beanstandet.

Viele Filme und 24 h nach unserem Abflug waren wir planmäßig in Antananarivo aber ein Teil unseres Gepäck noch in Nairobi. Nicht das es auch dafür eine Plan B gab aber der ging leider nicht auf.
Für den Fall das etwas Gepäck verloren geht hatten wir beide ein paar Kletterschuhe im Handgepäck und das Material so verteilt, dass das Fehlen von 50% des Gepäcks noch zu verkraften war. Bei der Verlustmeldung mussten wir aber feststellen das hier andere Regeln gelten. Gepäck wird hier nicht wie in Europa an die Zieladresse in Madagaskar nachgeschickt sondern man darf so lange zum Flughafen fahren bis man sein Gepäck dort abholt wo es eigentlich hätte sein sollen. Wir sprachen mit Leuten auf dem Flughafen welche vor über 1Woche angekommen waren und uns erklärten, dass bei der überladenen Maschine immer etwas Gepäck in Nairobi bleibt. Mist! Also mussten wir unseren Abholservice überreden einen Tag zu warten um die 13-14 h Autofahrt erst am Folgetag hinter uns zu bringen. Nach erneuter Preisverhandlung gelang dies und zum Glück kamen die fehlenden Gepäckstücke 24h später an. Somit blieb es einem von uns erspart nur mit einer Bandschlinge um die Hüfte zu Klettern denn wir hatten endlich wieder beide Klettergurte und machten uns auf ins Tsaranoro Tal.


Alles für die Katz
Ja die Fahrt war anstrengend und die 2 h Schlaf waren alles andere als ausreichend aber wir wollten die Zeit optimal nutzen. Unsere Idee war es dort Anzufangen wo vor 21 Jahren im Tsaranoro Tal alles begann. Die erste
Route im Tsaranoro Tal "Rain Boto" (übersetz: Väter der Hektik) wurde 1995 vom Team Kurt Albert und Bernd Arnold erstbegangen. Seit damals besuchten unzählige namenhafte Kletterer das Tal und haben ihre Spuren hinterlassen. Mittlerweile gibt es über 50 Routen in allen Schwierigkeitsgraden welche sich durch die 450 - 800 m hohen Wände ziehen.
Noch schlaftrunken aber mit einer unbändigen Vorfreude, wie ein Kind vor Weihnachten liefen wir zum Fels. Die Hochstimmung legte sich schnell. Im Topo war eine Linie eingezeichnet, die vollkommen zugewachsen war. Erst nach längerem überlegen entschieden wir links der Kante einzusteigen. Irgendwie war alles komisch und dort wo die Linie lang gehen sollte war nur ein altes Hakenloch. Nach mehreren vor und zurück wich ich links über massiven Bewuchs und eine hohle Rippe aus. Nach viel zu langer Zeit erreichte ich den ersten Stand und ich wusste das dies nicht unser Tag sein würde. Wir waren langsam, müde und als Issy einsteigen wollte fehlte ein Kletterschuh. Als wir am Wandfuß ankamen war er noch da. Auch auf dem kleinen Band 5 m über dem Buschwerk standen sie noch als Issy mich sicherte. Nur als er losklettern wollte fehlte der rechte Schuh. An Klettern war also nicht mehr zu denken, denn mit einem Kletterschuhe war dies unmöglich. Nach anschließender aussichtsloser Suche stand der Schuldige fest. Beim Sichern hatte Issy unbemerkt Besuch von der Horde Lemuren bekommen welche schon bei unserer Ankunft neugierig die Wand herunterkletterte. Einer dieser Lemuren hatte nun Issys Schuh. Wir konnten also zusammenpacken liefen zum Camp zurück und schliefen uns erst einmal aus.

Die Diebe schauen ganz unschuldig.
Da fehlt doch ein Kletterschuh
 
Rain Boto 7b+ (450m, 10 Sl)
Topo Rain Boto


Am nächsten Tag ging alles viel besser und wir waren in 5h am Gipfel. Die Einstufung erschien uns sehr gutmütig was wir nach einigen Routen im Tal mehr als unterstreichen können. Die Route war nicht mehr in einem abseilfähigen Zustand aber einen Tag später behoben wir dies und ersetzten zudem den fehlenden ersten Haken. Was erstaunlich ist das Rain Boto mit sehr vielen breiten Rissen aufwartet. Wer das nicht so mag dem sei ein 5er Camelot eventuell noch ein 6er angeraten. Wir hatten zwar keinen aber in dem kieseligen Gestein sind breite Risse kein Genuss. Die Linksvariante in der 3. Länge ist max. 7a und zu empfehlen da der Riss rechts extrem bewachsen ist. Der 4. Stand fehlte, aber da ist ein Stand von "The Change Experience" den man getrost übersteigen kann. Beim weiterklettern hat man 2 Variante: Links eine übelste Schulterissmöhre mit einem BH am Ende oder rechts eine etwas bewachsene Rippe für 6b. Da der nächste Stand ( vor der Crux ) nur aus ein paar gammeligen Schlingen an einem Klemmblock bestand wurde dieser von uns saniert.
In der 7a+ nach der Crux kann ein 4er Camelot die Züge zum Standplatz entschärfen.
In den letzten Längen sind mehrere Haken von den Nachbarwegen links dazugekommen da gibt's schnell mal 11 Haken statt nur 6.
Tolles Erlebnis und ein guter Anfang.

Die 6. Sl



Eigentlich war es unser Plan das Gebiet um 1-2 Freiklettereien zu bereichern aber unser Glück war uns da nicht gerade hold. Bei "Fantasia" einer sehr markanten Verschneidungslinie wäre zwar die Headwall gerade so im 8ten Franzosengrad aufgegangen hätte sich aber im oberen Teil nur mittels Copperheads absichern lassen.

Originaltopo Fantasia
Zudem verhinderten völlig geschlossene glatte Verschneidungen den Vorstoß zur Headwall. Die zweite Route "Dreams of youth" mussten wir kurzfristig wegen unerwarteter Probleme mit dem Gestein abwählen. Die einzelnen Kristalle des sehr rauem Gesteins schmerzten an unseren Fingern so sehr, dass unsere persönliche Schallmauer mit 8a erstaunlich niedrig lag. Das war zwar irgendwie ein Widerspruch zu der Tatsache, dass wir auf den unübersichtlichen Platten bis 7c on sight klettern konnten aber viel schwerer war leider auch viel schmerzhafter.
Dennoch sind die Kletterbewegungen und die Strukturen zum Teil so einmalig, dass sie uns immer wieder ins Staunen versetzten und wir aus dem Schwärmen nicht mehr rausgekommen sind. Das es im Granit so etwas gibt ist unglaublich.

Ein Zubukarren ist immer noch ein weit verbreitetes Transportmittel im ländlichen Raum.
Die Einheimischen leben vor allem vom Reisanbau.




Never The same 8a+, 650 m 13. Sl
Topo Never the same.

Nach etwas Einklettern wollen wir die Route "Never the same" in Angriff nehmen. Obwohl wir mit dem Gedanken spielten es nur mit leichtem Gepäck an einem Tag zu versuchen, wählten wir die Variante die am ehesten zum Erfolg führte. So stiegen wir mit Portalege und Essen für 3 Tage um 8:00 Uhr in die Wand ein. Bereits um 15:00 Uhr erreichten wir die Crux in der 8. Seillänge. Bis dahin ging alles im on-sight. Danach schmerzten uns jedoch die Fingerspitzen so, dass wir die Crux nicht mehr komplett ausboulder konnten und machten zeitig Feierabend. Wir bauten unser Portaledge auf und hatten auch sonst alles dabei um es uns bequem zu machen. Es mangelte uns an nichts außer vieleicht ein wenig Auslauf. Dies wurde jedoch mit einem tollen Panorama und viel Luft unterm Hintern entlohnt. Die eine Nacht reichte leider nicht aus um auf unseren Fingerspitzen die nötige Hornhaut nachwachsen zu lassen und so erklärten wir den Tag prompt zum Ruhetag, denn mir war klar was auf uns zukommt.
Die Schlüsselstelle hatte ich ja bereits am Vortag in Augenschein genommen. Das Kernstück der schwersten Seillänge ist ein Überhang, welcher mit einer senkrechten Wand beginnt und in einer sehr glatten Platte endet. Auch wenn die Natur im Überhang etwas verschwenderisch mit Griffen war, hatte man am Ende von diesem sehr dicke Arme und bereits Franz. 7c geklettert. Was aber dann kam, verfolgte mich den ganzen Ruhetag.
Crux von Never the same
Obwohl wir den Tag in luftiger Höhe mit viel Musik und fesselnder Lektüre verbrachten wanderte mein Blick immer wieder zum Seil was durch den letzten erreichten Haken frei bis zu uns herunterhing. Ich war mir sicher nicht wichtiges übersehen zu haben, denn ich habe eine Stunde lang an dieser Stelle nach Griffen und Tritten gesucht sowie probiert und es gab einfach nichts. Aus diesem Grund mussten man auch einzelne scharfe Granitkristalle festhalten um sich aus dem Überhang auf die Steilreibung zu schwindeln. Die besten dieser Kristalle habe ich bereits alle durchprobiert und es erschloss sich mir keine Lösung denn auf den einzigen 2 Tritten die vorhanden waren konnte ich die gewünschten Kristalle nicht erreichen. Ich ging alle erdenklichen Kombinationen im Kopf durch und wurde nicht schlau aus dem Problem.


1,3m x 2m ebene Liegefläche in einer fast senkrechten Granitwüste.
Am Ende des Ruhetages hatte wir zwar unser Bett in luftiger Höhe nicht verlassen aber unsere Gesprächsthemen begannen immer wieder abzuschweifen. Vielleicht inspiriert durch den grandiosen Ausblick der uns immer mehr aus dem Tal herausblicken ließ.


Der entscheidende Tag fing ganz gemütlich an, denn wir wollten noch warten bis die Sonne aus der Wand geht um bessere Bedingungen zu haben. Wir setzten uns 15:00 Uhr als Deadline für das Weiterklettern nach der Crux. Das war die Zeit bis wann wir noch eine Chance sahen die verbleibenden 5 Seillängen und 250 m bis zum Gipfel klettern zu können. Da es bereits um 18:00 Uhr dunkel wird blieb uns nicht viel Reserve doch erst mal gab es ein anderes Problem zu lösen.
Wie bereits beschrieben waren nicht viele Alternativen vorhanden. Dennoch dauerte es über eine Stunde bis ich eine machbare Variante fand. Zweimal musste ich dynamisch nach einzelne Kristallen greifen, was schon deshalb ungut war, da jeder einzelne Finger eine andere Struktur treffen musste um daran hängen zu bleiben. Obwohl mir dies zweimal gelang fühlte es sich nicht gut für den Durchstieg an doch viel Zeit blieb uns nicht und Alternativen gab es keine. Ich kletterte weiter bis zum Standplatz und schaute mir die wackeligen Reibungszüge nach der Stelle an den Kristallen nur kurz an bis ich abgelassen wurde. Nun war Issy an der Reihe. Ihm gefiel meine Variante sofort und er freute sich über die gute Vorarbeit. Der Wind war mittlerweile etwas aufgefrischt und so wagte ich es die guten engen Kletterschuhe anzuziehen um noch etwas besser auf den kleinen Tritten zu stehen. Es war bereits 14:00 Uhr also hatte ich genau einen Versuch. Der untere Teil lief nicht so prickelnd, den ich kam mit sehr dicken Armen und schwer atmend am Ende des Überhangs an. An der steilste Stelle gab es eine mäßigen Ruhepunkt. Ich war voll ausgesteckt und konnte meine Atmung nur ganz langsam beruhige aber besser als nichts. Nach ein paar Minuten wurde es nicht besser und es ging weiter. Voll entschlossen fing ich an zu schnappen. An dem besten Kristall wo ein halbes Fingerglied drauf passte musste ich noch das Seil einhängen bevor es weiter gehen konnte. Danach den gleichen Kristall mit ein paar Zwischengriffen wechseln, dass man ihn mit dem linken Zeigefinger zu fassen bekam. Für den kommenden Schnapper legte ich sowohl den linken Mittelfinger als auch den Daumen oben drauf. Der rechte Hand schnellte nach oben und obwohl der Zeigefinger vom einhängen noch taub war, blieb ich am nächsten Griff hängen. Nun links auf dem einzig vorhandenen Tritt aufhocken und mit einem Seitgriff genau unterm Haken auf dem linken Fuß ziehen. Der nächste Zug gelingt nur wenn die Hüfte in ganz gerader Linie über dem linken Fuß bleibt sonst reicht meine Länge nicht. Beim Weiterschnappen merke ich das es nicht ganz reicht und treffe nur 2 der 3 scharfen Strukturen die den Aufleger erst zum Griff machen. Kurz noch den 3. Finger dazu sortiert, die Hüfte besser in Linie mit dem Fuß gebracht um nicht ganz so ausgefahren zu sein. Jetzt kam der wackeligste Zug von allen. Der rechte Fuß muss aus dem Überhang heraus auf die Platte gesetzt werden. Sobald das geschafft ist steht man im leicht liegendem Gelände. Der Tritt ist allerdings so hoch, dass er sich fast am Ellenbogen des rechten Armes befindet. Nach kräftigem pressen und zweimaligen nachsetzen ist der Fuß oben und ich schiebe mich auf die Platte. Puh das war knapp. Die Finger sind Taub und bis zum ersten guten Tritt wo ich freihändig stehe
muss ich noch 6 m an schlechten Tritten queren. Ich merke, dass ich viel zu verkrampft bin um mich richtig auf die kleinen Tritte zu stellen und ich gleich abtropfen werde. Spontan entscheide ich mich auf meine Griffe zu stellen und befinde mich zwar in einer Sackgasse kann allerdings kurz freihändig stehen und mich sammeln. Die kurze Ruhepause reichte aus die Nerven zu beruhigen und die Reibungstraverse gelingt etwas besser. Die Betonung liegt auf etwas denn jetzt will ich nicht mehr abfallen. Der Ganzkörperkrampf und die schmerzenden Füße lösten sich erst mit dem Jubelschrei am Standplatz. Es war überstanden und es konnte weitergehen. Zeitlich waren wir gerade noch so im Rennen denn es war kurz vor 15:00 Uhr als Issy bei mir war. Die folgenden Längen waren anspruchsvoll und schmerzhaft an den Fingern konnten uns aber nicht daran hindern im letzten Tageslicht auf dem Gipfel zu stehen. Anders als bei uns zu Hause wird es in Madagaskar sehr schnell dunkel. Beim Abseilen halfen uns der Vollmond und unsere Stirnlampen den gekletterten Weg nach unten zurückzuverfolgen und unser Material dabei wieder einzusammeln. Die Entspannung setzte erst ein als wir 4h später vor unserem Zelt saßen und der Kocher leise surrend unsere Spaghetti kochte. Jetzt fühlten wir uns wieder richtig frei. Frei von der Idee diese Route Klettern zu wollen und frei uns auf einer größeren Fläche als 2 m x 1,3 m bewegen zu können. Was ist schon Freiheit ohne selbst auferlegte Zwänge? Deshalb wurden noch an diesem Abend neu Pläne geschmiedet.


Issy in der 4.-letzten Länge



Endlich oben!




Gondwanaland 800 m, 20 Sl, 7c

Gondwanaland Topo der 1. Wiederholer
Gondwanaland Topo der 1. Wiederholer

Nach zwei Ruhetagen konnten wir uns wieder in die Kletterschuhe trauen und die Fingerspitzen schmerzten auch nicht mehr so stark. Da wir uns die längste und angeblich eine der anspruchsvollsten Route vorgenommen hatten nahmen wir vorsichthalber das Biwakzeug, 6 l Wasser und genügend zu essen mit. Zudem stiegen wir bereits 5:15 Uhr mit Stirnlampe ein. Der Sack nervte ganz schön weil er beim Ziehen sehr schwer war. Zudem war es ein extrem heißer Tag. Die Kletterei war in erster Linie deutlich schlechter als erwartet und als es nach der Hälfte nicht besser wurde wollte ich schon fast abseilen. Da Issy weitermachen wollte, kletterten wir weiter. Was im unteren Teil die dreckigen Grasbänder gewesen sind waren oben die scharfen und brüchigen Platten. Dazu war die Absicherung eine Mischung aus Sportklettern und etwas mutiger gebohrt, je nachdem wer des großen Teams der Erstbegeher die Seillänge eröffnet hatte. 15:00 Uhr waren wir an der Crux und auch diese war unschön und kratzig. Es ging zwar im Flash bei mir, aber der kleine Mann hat wenig Freude an dem Boulder am 2. Haken. So gelang mir zwar die ganze Route im Flash/o.s. und Issy konnte Crux auch Rotpunkt Klettern aber freuen konnte ich mich nur daran, dass es endlich vorbei war. Nach vollendeter Qual seilten wir wieder ab und um den Tag noch perfekt zu machen blieb das Seil an den besch... Seillängen beim Abziehen hängen. Issy opferte sich und nach 13 h standen wir wieder am Einstieg.
Fazit: Besser nicht machen es gibt so viele tolle Routen hier. Falls man auf schlechten Fels, interessante Grasbänder und abgesehen von den 5 m Crux auf 7a (6c+ obl) steht naja dem taugt die Route eventuell.


Manara Potsiny (Einfach nur Klettern) 8a, 600m, 17 Sl
Manara Potsiny Topo der Erstbegeher

Es waren erneut 2 Ruhetage nötig ehe sich unsere Füße erneut in die Kletterschuhe zwängen ließen. Der Name heißt so viel wie "Einfach nur Klettern" wenn wir die Einheimischen richtig verstanden haben. Diese Route soll so genial sein, dass auf 600 m nur 6 m mit schlechtem Fels aufwarten sollen. Ehrlich gesagt wissen wir heute noch nicht wo die 6 m sein sollten, denn die Route war von perfekter Felsqualität. Im unteren Teil technische Wandkletterei an schön strukturiertem aber nicht zu rauem Granit. Wir wollten gar nicht aufhören mit schwärmen was für tolle Züge die einzelnen Längen hatten. Gerade das schöne Geschiebe und Gestütze war einfach genial. Nur die Haken steckten etwas komisch im Zickzack. Es hätten auch gerne ein paar weniger Haken sein können. Die einzige Länge welche ich 2 mal machen musste war die 8a-Länge. Ich fand mit einer Rechtsschleife so eine gute Variante, dass Issy diese gleich flashen konnte. Leider krümelte ihm in der nächsten 7a+ ein Griff weg und er kam noch mal zum Stand zurück, sonst hätte er die ganze Route auf Anhieb geklettert. Tolle Leistung. Bis hoch bleibt es noch anspruchsvoll und im letzten Tageslicht waren wir oben und schliefen wie geplant auf dem Gipfel. Die Sterne und das Ambiente rundeten das Ganze ab und wir waren noch lange damit beschäftigt zu diskutieren, welche Länge von den schönen 17 die tollste war. Mein persönlicher Favorit war die 9. Sl eine 7b mit schönen technischen Schiebezügen bei Issy war es die 11. Sl.



Mit freundlicher Unterstützung von ...
Die Schlüssellänge

Genusklettern bis zum Ausstieg,  Die Route im Tal.
Die Morgendämmerung begint hinter dem Chamäleon
Am nächsten Morgen vor dem Abseilen
Der nächste Tag war wieder mal einer neuen Freikletteridee gewidmet aber uns rannte die Zeit davon. Wir schauten uns ausgiebig die Route "L'escalier Magique" an. Unten ist das Gestein und die Kletterei perfekt aber oben wurde die Linie künstlich aufgezwungen und es wurde sich nach oben gebohrt. Deshalb gibt es immer wieder A0 Stellen. R15 ist ein sehr schwerer Boulder am 1. + 2. Haken, R 16 da stecken die Haken 3m rechts der Kletterlinie und man kann sie nicht einhängen. R 17 ist eine Kante die wahrscheinlich für 7b+ geht aber sehr gesucht. Die beste Variante für die Route ist wahrscheinlich wenn man in R 13 oder R 14 rechts abzweigt und die linke Seite des Pfeilers von "Zaza Be" klettern würde. Da wir nur noch 2 Tage Zeit hatten fehlte uns die Zeit und wir suchten uns was kürzeres.






Zaza Be (Großes Baby) 500m, 14 Sl , 7c+ (obl. 6c)

Topo Zaza Be mit unserer Einstufung



Naja was kürzeres ist es nicht geworden aber die Kletterei im unteren Wandteil war so schön, dass wir hofften die Route 300m weiter rechts ist genauso toll. Einen Haken hatte die ganze Sache allerdings: 8 Sl waren, von Ben Rück & Mayan Smith - Gobat, welche die erste freie Begehung gemacht hatte, mit 7b+ und schwere eingestuft. Das war für unsere schmerzenden Füße und Finger eine ganz schöne Herausforderung. Der Erfolg war ungewiss aber wenn die Längen unten so gut sind wie in der "Manara Potsiny" dann ist es jede Länge wert. Um trotzdem die besten Voraussetzungen auf Erfolg zu habe stiegen wir am Donnerstag früh um 5:30 Uhr mit Portaledge und Schlafsachen ein. In weniger als 46 h würde unser Mitfahrgelegenheit zum Flughafen abfahren mit welcher wir den Heimflug gerade so erreichen konnten. Bisher wurde es jeden Tag etwas wärmer und bereits bei der ersten Länge schmerzten mir die Füße und die Finger. Um die schmerzenden Fingerspitzen zu entlasten konnte man häufig Griffe mit dem Daumen festhalten man stand ja schließlich größtenteils auf den Füßen. Gegen die schmerzenden Füße kann man sich gelegentlich auf die Fersen Stelle um die Fußspitzen zu entlasten. Außerdem kann ich nur hoffen, dass nicht bei allzu vielen schweren Stellen die extra kleinen Kletterschuhe nötig sind. Auf der eine Seite werden die Torturen deutlich verschlimmert auf der anderen Seite sind manche Einzelzüge nicht kletterbar wenn nicht das ganze Körpergewicht perfekt auf den einzelnen wenige Millimeter großen Kristall geschoben wird, um an etwas griffähnliches zu gelangen.
Unerwarteter weise kamen wir gut voran was wohl daran lag das die Längen leichter waren als eingestuft. Wir haben hier im Tsaranoro Tal bereits 7a+ Längen geklettert welche schwerer waren als die meisten 7b+'s aus dem Topo von Mayan Smith-Gobat. Obwohl wir uns fühlten wie Geckos auf einer heißen Herdplatte war die Kletterei echt toll nicht zu leicht und nicht zu schwer. Als wir das Tagesziel, den Start der 8a Länge erreicht hatten war es erst 14:00 Uhr. Einmal musste ich bisher die engen Schuhe anziehen aber ein zweites mal halten meine gequälten Schuhe das definitiv nicht aus. Zur Abwechslung hing die Crux mal über und der Granit war besonders rau und grobkieselig. Obwohl alles bei mir bisher im o.s./Flash ging versuchte ich es hier gar nicht erst und probierte ausgiebig bis ich die leichteste Lösung gefunden hatte. Issy konnte diese auch gleich durchsteigen und war überglücklich. Jetzt fehlten nur noch 2 Längen und eine würden wir sicher noch schaffen, aber das musste ja nicht mehr sein. Im Nachhinein denke ich sogar das wir ohne großen Haulbag alles in einem Tag geschafft hätten aber wir wollten ja die Erfolgsversprechende Lösung. Schnell war das Portaledge aufgebaut und es wurde wieder eine grandiose Nacht sowie eine atemberaubende Morgendämmerung. Wir saßen in der ersten Reihe und unter uns brach die Wand 400m fast senkrecht ab. Vor unseren Augen schossen unzählige Schwalben vorbei die unsere horizontalen 2 Quadratmeter misstrauisch beäugten. Wie schön wäre es jetzt die Arme auszubreiten und mit ihnen ein paar Runden zu fliegen und die Wand auszukundschaften. Aber als Schwalbe ist Klettern ja vollkommen zweckfrei. Dann doch lieber ein sprichwörtliche Meise haben als ein Vogel sein. Als die Sonne langsam hinter der Kante verschwindet bauten wir das Portalege ab und machen uns auf den Weiterweg. Angeblich soll noch eine 7c+ und eine 7b+ kommen. Nach einer Stunde sind wir bereits fertig weil es wieder mal deutlich leichter war als angegeben. Nach etwas mehr als eine Stunde war der Klettertag bereits zu Ende. Unsere Einstufungen sind 7b und 7a+. Was wir aber als besonders schade empfanden ist, dass die Route mitten in der Wand endet, obwohl es noch mal 3 oder 4 schöne Längen bis zum Ende des Pfeilers wären. Zudem wird es nicht schwerer als 7a+ und es gäbe ein logisches Ende. Vielleicht erbarmt sich ja mal jemand und nimmt eine Bohrmaschine und 40 Haken mit.
Alles in allem eine tolle Route mit für unseren Geschmack zu guter Absicherung und auf jeden Fall in einem Tag zu schaffen.



Die 9.Sl von Zaza Be

Unser luftiger Schlafplatz nach der Crux, weil wir dachten es wird noch mal schwer.

Nacht und Tag geben sich die Klinke in die Hand.


Wenngleich wir gerne noch etwas geklettert wären, hatte das zeitige Ende doch sein guten Seiten. Wir konnten in Ruhe Packen und nicht dringend benötigtes Material den Einheimischen schenken. Da es im Ort einen Arzt gab schenkten wir ihm auch die Medikamente aus unserer Reiseapotheke inklusive der Malariaprophylaxe. Besser hier als bei uns Zuhause im Schrank.
Die Rückreise war noch mal anstrengend und abenteuerlich doch wir haben es überlebt. Statt zu Bremsen setzte unser Fahrer immer wieder die Hupe ein und statt zu Hupen gab er kräftig Gas . Diese Verhaltensweise mag in der Vergangenheit sicherlich auf einem Übersetzungsfehler bei der Ausbildung der Fahrlehrer beruhen, hat sich aber sowohl bei den Autofahrern als auch bei den Fußgängern eingeschliffen. Wir haben es jedenfalls bis zum Flughafen geschafft und fliegen nun nach Hause.
Mal sehen wo unser Felsfieber das nächste Mal zuschlägt.
Falls mal wieder was falsch geschrieben war, sorry es war wieder auf dem Telefon geschrieben.

So schön gehen die Tage in der Wand zu Ende..

und so schön endete unser Urlaub

Eine Sammlung von allen Topos des Gebietes die ich Auftreiben konnte, habe ich hier zusammengestellt:




Infos zum Gebiet, der Anreise usw. gibt es unter:
www.steinfibel.de/madagascar/madagascar-kletterinfos.pdf