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Samstag, 24. Oktober 2020

Hotel Supramonte - Sardinien

test
Der Gola die Gorropu ist der Berühmteste Canyon von Sardinien und das Zuhause von Hotel Supramonte.


Nach 2h Zustieg und der langen Vorbereitung hingen wir nun in der 2.Sl von Hotel Supramonte. Leider fehlte beim 2. BH die Lasche & Mutter dazu war es extem schwer. Ohne den Haken würde ein Sturz unkontrolliert und mit einigen gebrochenen Knochen enden. Eigentlich habe ich für solche Fälle immer eine Lasche und verschiedene Muttern dabei. Leider gab es da ein Problem: Der M12er Schwerlastanker hing leicht nach unten und wir hatten keine passende Mutter dabei. Sollten wir deswegen scheitern oder mussten wir für heute abbrechen?.....

Es war ja nicht so das wir blauäugig an die Sache herangegangen sind.
Wir hatten uns etwas vorbereitet und Ausdauer trainiert. Oli war 5 Wochen Sportklettern und hatte dort seine erste 8c geklettert. Ich hatte es da nicht so komfortabel. Einmal pro Woche wurde ich in der Kletterhalle skeptisch gemustert als ich 4-5 h Ausdauer trainierte.
Wir gingen sogar noch einen Schritt weiter. Es ging nicht wie üblich direkt zum Ziel unsere Begehrens sondern wir machten erst ein paar Einkletterouten. Jede dieser Routen hatte einen anderen Aspekt der uns forderte.

Noch mal kurz zur Erklärung: Unter jeden Wegnamen habe ich unsere Einschätzung für die Schwierigkeit der einzelnen Längen geschrieben. Als Referenz gilt hier das soft eingestufte Hotel Supramonte. Mehr zu diesem Thema am Ende des Posts

Die Punta Giradili ist eines der beliebtesten Kletterziele Sardiniens aber es kann in der Sonne recht warm werden.


Ci Salvera la Bellezza 8a+, 7Sl (7c obl.)

(7a+/8a+/6a/8a/7b+/7a+/7b)

Los ging es für uns an der "Punta Giradili", weil der Zustieg mit 30 Min relativ kurz war. Der Grund für diese Südseite überm Meer war der Wetterbericht mit nur 2-3h Sonne für diesen Tag. Leider war da die Informationen im Kletterführer lückenhafter. Wir hätten uns in der 4.Sl einen 1er oder 2er Camelot gewünscht sowie in der vorletzten Länge ein paar kleinere Friends (0.2-0.75). Auch bei der zwingenden Schwierigkeit lag der Führer etwas falsch. Durch die sehr hoch platzierten Haken war es unserer Meinung nach in der 4. Sl eher 7c obligat. Naja ganz so die empfehlenswert ist die Route allerdings nicht. Es gibt reichlich Hängestände und der Fels ist auch extrem scharfkantig. Wir mussten auch mit schmerzenden Füßen feststelle das in der Sonne die Füße arg gequält werden. Dazu kam dann auch der Abstieg der über eine extrem scharfkantige Karstlandschaft führte wo ich mir steigeisenfeste Schuhe gewünscht hätte. Dennoch ein toller Anfang in grandiosem Ambiente.


Fototopo von Ci salvera ... .Quelle:https://27crags.com/crags/punta-giradili/routes/ci-salvera-la-bellezza


Spirito Selvagio 8a, 5Sl (7b obl)

(7c/8a/7c/7a/7a/6a)
Topo Spirito Selvagio. Quelle: https://www.planetmountain.com/news/2003/06/SpiritoSelvaggio_Schizzo.html



Weiter ging es am "Monte Andau" mit einer Route von Rolando Larcher. Von ihm hatte ich noch keine Route geklettert die nicht schön oder herrausragend war. Klar kann bei einer Mehrseillängenroute nicht jede Länge toll sein aber der Gesamteindruck sollte toll sein. Die beste war die 3. Sl eine tolle 60 m lange graue Wand. Sie war das Gegenteil der Boulderlastigen Crux und zum Teil sehr unübersichtlich und großzügig gesichert. Das, was nicht nur dem Namen des Weges (Wild Spirit) sondern auch zur abgelegenen Umgebung passte war der Sturm. Unsere Seile hingen überall nur nicht nach unten. An normales Abseilen war nicht zu denken sondern der Erste musste abgelassen werden um die Seile unten festzubinden damit der Sturm sie nicht irgendwo in der Wand hinter Felsschuppen schleudert. Das Seil Abziehen konnten wir nur wenn die Böhen etwas nachließen und wir beteten das sich das Seil nicht verhängen würde. Einmal war der Wind so laut das unsere Bitten nicht erhört wurden und wir noch einmal hoch mussten um das Seil zu lösen. Als wir endlich den Boden erreicht hatten waren wir heilfroh und ironischerweise war es unten fast windstill.

Oli in der 3.Sl von Spirito Selvagio, anhalten und fast 60m lang.



Umbras 8a, 6Sl (7b+ obl)

(6c+/7b+/7a+/7c+/8a/7c)

Top Umbras: Quelle:https://www.planetmountain.com/itinerari/files/Rock/materiale/big/topoUmbras_sm.jpg


Als nächste und letzte Eingehtour stand die "Punta Cusidore" auf dem Program. Die exrem glatten und teils Strukturarmen Kalkplatten sind nördlich ausgerichtet und sehen im Oktober keinerlei Sonne. Dennoch gibt es hier über 30 Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Der Zustieg ist länger als er aussieht nur bei der Wandhöhe muss ein Irrtum vorliegen. Angeblich war die Route bisher ohne Wiederholungen. Das liegt wahrscheinlich an dem Anspruch und der in der Crux zwingenden, unsicheren Plattenkletterei. Bisher war dies die beste Route die wir hier geklettert sind und die 4. Sl heißt nicht umsonst Diamant. Anhaltend homogene aussreichend strukturrierte Kalkplatte mit einer kleinen Überraschung am Ende. Einfach ein Traum. Gefühlt war das Meer weit weg doch am Ausstieg konnte man dieses in ca 15 km Entfernung sehen. Dennoch ist es für Wiederholern empfehlenswert in der 2. SL einen 2er, in der Crux fürs Ende eine 0.3er und einen 0.4er sowie für die letzte Länge eine 0.75er Camelot dabei zu haben. (Bei Metolius wäre das bei den Mastercam die Größen 7,2,3,5)
Oli in der 4.Sl von Umbras einem echten Juwel.


Ich in der Schlüssellänge von Umbras.



Hotel Supramonte 8b, 11 Sl (7c+ obl)

(7b+/7c+/8b/8a+/8a+/7c/7a+/7b+/7b/7b/6b+)
Topo von Hotel Supramonte. Quelle:https://www.planetmountain.com/img/1/41775.jpg
 

.... Wie anfangs beschrieben sah es nicht gut für uns aus. Zum Glück erinnerte ich mich daran, dass in der 1. Länge ein Haken locker war. Dort schraubte ich die Lasche & Mutter ab und hängte ein Seilstück in den Haken darüber. Jetzt konnte man die Route immerhin noch von unten klettern, aber eine Dauerlösung war dies nicht. Wir waren wieder im Rennen. Bis es dämmerte kamen wir noch bis zum Ende der 5. Sl. Ab dort wird es einfacher, aber wir waren total geschafft und es war wegen dem Sturm der durch die Schlucht fegte eiskalt. So seilten wir ab. Der Erstbegeher Rolando Larcher hatte mir noch den Tipp gegeben, das durch den starken Überhang ein 80 m Seil vom 5. Stand bis zu den Felsen auf der anderen Schluchtseite reichte. So waren wir schnell unten und 2 h später wieder am Parkplatz.

Oli am Einstieg von Hotel Supramonte. Man muss gleich vom Boden weg schwer Klettern selbst mit Seil von oben fällt man dabei auf einen Block. Ein mitlerer Keil und der 0er Mastercam ist da hilfreich.


Da wir beim Ausbouldern bereits genug gefrohren hatten warteten wir die nächsten 2 Tage mit viel Wind und wechselhaftem Wetter ab. Wir liefen 5:10 Uhr los und unser Wasser füllten wir auf halber Strecke an einer Quelle am Wegrand. Da wir sehr schnell gelaufen sind gelangten wir in 1,5h zum Anfang der Gorropu Schlucht. Da war selbst im Dunklen noch Zeit unser deponiertes Kletterzeug zu holen und das Biwakzeug als Plan B am 80m-Seil zu befestigen. Noch im Dämmerlicht kletterte ich zum 2. Haken um die fehlende Lasche zu ersetzen. Die Schlinge im Haken darüber war ja keine Dauerlösung, denn der Wind würde mit der Zeit die Mutter herunterdrehen. Zum Glück hatten wir am Ruhetag auf dem Parkplatz jemanden mit einem 30 jahre alten Auto getroffen der M12er Muttern dabei hatte. So sparten wir uns die Fahrt in die nächste Stadt.

Endlich konnte es losgehen: Die erste Länge ist ohne einklettern nicht gerade leicht. Die Griffe sind klein und nach oben wird es immer technischer. Bei der 2. Länge war es dann etwas angenehmer, da man etwas warm war. zudem ist diese nur am 2. und am 5.BH unangenehm schwer. So hing ich schneller als gedacht unter der 3. Sl, der Crux der Route. Ich war mit Vorsteigen an der Reihe und so machte ich mich bereit: Expresschlingen, Sicherungsgerät und das Materialseil an den Gurt gehängt. Während ich mir noch etwas Pause gönnte, ging ich vor dem Start im Kopf noch mal die Einzelzüge durch. Nur knapp gelang mir die Boulderstelle nach dem 4. BH. Was dann folgte war ein echter Kampf. Da ich es jetzt nicht mehr verschenken wollte vergeudete ich viel zu viel Kraft bei den nächsten Zügen. Das wurde mir fast zum Verhängnis, denn meine Hände gingen schon auf kurz bevor ich an den Schüttler kam. An diesem beruhigte ich mich soweit das ich die Crux sicher beenden konnte. 
Oli am Ende der Cruxlänge. Den unteren Teil sieht  man wegen des starken Überhangs nicht. Etwas weiter hinter Oli auf dem Absatz kommt man raus wenn man nach der 5. Sl 80m gerade abseilt.


Die 4. Länge war ebenfalls Ausdauer und ging gut. Anders war es bei der 5. Sl, diese ist boulderlastig. Beim letzten Mal hat es hier gezogen wie Hecht und die Griffe hatten gut Reibung. 
Beim Versuch in der 5. Sl.


Im Zustieg hatte es bereits leicht geregnet und es war schwül wie vor einem Gewitter. Dazu kommt, dass die die 3 Schüsselgriffe der Länge nicht natürlich sind. Naja bei Oli ging es wie immer gleich aber es war zumidest knapp. Schön zu sehen, dass er das schwerste bereits hinter sich hatte. Erst im 3. Versuch war ich erfolgreich aber es war ganz knapp. Naja Boulderzüge waren noch nie meine Stärke. 

Nach der 7. Sl gibt es links den Schlafplatz welcher der Route den namen gab. Alzu groß und bequem seiht es meiner Meinung nicht aus aber wir brauchten ihn ja auch nicht.

Oli in der 8.Sl.


Es war Mittag und nur noch 6 Längen zu Klettern. Wir lagen also gut in der Zeit, wussten aber nicht was noch kommt. Zum Glück wurden die Längen dankbarer nur das es 2 Länge unter dem Ausstieg zu regnen anfing störrte etwas. Doch auch im Nassen Zustand ließen wir es uns nicht nehmen bis hoch zu Klettern. Um 16:00 Uhr hatten wir es endlich geschafft und beim Abseilen fing es an zu gewittern. Wir wurden richtig schön nass, weil sich beim Abseilen das Seil nicht abziehen ließ aber irgendwann waren wir unten. Das uns der Durchstieg bereits am 2. Tage gelang war nicht zu erwarten aber die Grade waren auch relativ soft.


Auf dem Rückweg, den wir aus Hunger und zwecks nässe noch schneller liefen, bemerkte Oli nur: " Jetzt sind wir den Weg schon 4 mal gelaufen und haben ihn nie im Hellen gesehen."
Tja das ist wohl der Vorteil der Wanderer und das Leid der Klettere. Ich möchte jedoch nicht tauschen.


Logistik:

-Wenn man mit einem 80 m Seil ausbouldert, kann man vom 5. Stand bis zum Felsen auf der anderen Schluchtseite abseilen.
-Ein paar (ca. 10 Stück) extra Expresschlingen sind empfehlenswert um diese für den Durchstieg in der 3., 4. & 5. Sl hängenzulassen.
- Das Biwakzeug kann man am 80m-Seil als Plan-B befestigen falls man es nicht an einem Tag schafft durchzusteigen. Nach der 7. Sl ist das "Hotel Supramonte" wo man notfalls biwakieren kann. Leider ist es nicht so bequem das 2 Leute liegen können.
-Material: Mindestens 14 Expresschlingen, 4-5 kleine Friends ( Metolius Mastercam 0-3) sowie mittlere Keile, 2 Schlingen. Diese sind für den Einstieg und die letzte Länge nüzlich.



Mezzogiorno di Fuoco 8a+, 7Sl (7b+ obl)

(7a+/8a+/6c/7c+/7c/7c/7a)

Top Mezzogiorno di Fuoco. Quell: https://www.planetmountain.com/en/photos/mezzogiorno-di-fuoco-in-sardinia-by-rolando-larcher/593?s=4


Von dieser Route hatten wir bereits viel gehört. Zum einem, weil diese als 8b bezeichnet wurde und ein kleines bisschen leichter als Hotel Supramonte sein sollte. Zum anderen, weil bei dieser Route in der 4. Länge auch noch mal 8a/8a+ zu Buche stand. Die Frage war anfangs ob wir das überhaupt am ersten Tag schaffen würden oder ob wir zweimal für den Durchstieg rein mussten? Es ging erst mal früh los und das Ausbouldern der Crux in der 2. Sl dauerte etwas. Ich war mir fast sicher das Oli im Fash durchkommt denn es gibt immer wieder Schüttelpunkte auch wenn die Länge mindestens 8m überhängt. So kam es dann auch und wir waren uns beide einig, das die länge höchstens 8a+ ist. Bei der 4. Länge war die Orientierung das Problem aber das Klettern war höchstens 7c+ denn es ging im flash. Die Haken waren jedoch weit auseinander. Die restlichen Längen gingen besser als gedacht. Lediglich der vorletze Stand war ein sehr unangenehmer Hängestand. Auch das geht vorbei nur logisch ist das nicht. Irgendwann standen wir oben und fragten uns wie jemand diese Route mit 8b bewerten konnte, denn die Nachbarroute rechts welche wir am 1. Tag geklettert hatten war genauso schwer. Dennoch lohnender als die rechte Nachbarroute "Ci Salvera la Bellezza".

Im ersten Dämmerlicht ging es wie immer zum Fels. Ab 11:00 Uhr kommt die Wand in die Sonne und da kann es schnell zu warm werden.


Die letzte Seillänge von Mezzogiorno. Zwischenzeitlich sah es nicht so aus das wir schnell wären aber es kam anders. Oli musste eine und ich zwei Längen erneut klettern.



Blu Oltremare 8a, 9Sl (7b obl)

(6a+, 6b, 6c, 7a+,7a+, 6b, 8a, 8a, 6c+)

Topo Blu Oltremare. Quelle:https://www.planetmountain.com/itinerari/files/Rock/pdf/215.pdf


Der "Monte Santu" ist eine Wand die fast vom Meer aus startet und der Zustieg war als immer oberhalb oder am Meer entlang angegeben. Da wir in den letzten Tagen auch mal was am Meer machen wollten war dies unsere Wahl. Leider war der Weg nicht leicht zu finden und so kostete uns der Zustieg alleine 3h. An der Wand angekommen wurden wir in der Sonne gegrillt. Dies war die bisher wärmste Wand in dem Urlaub und die Fäße schmerzten sobald man die Kletterschuhe am Fuß hatte. Leider war der Fels nicht so schön wie erwartet. Immer wieder gab es stachelige Sinter und es knirschte unter den Füßen. Oli gelang die erste Cruxlänge o.s. und da ich mich schwer tat und wegen der Längenzüge zum Ausbouldern und Durchsteigen länger brauchte kriegte er die 2. Crux auch noch o.s. hin. Da blieb mir wenigstens noch das Flash der Länge. Leider hatte das Seewasser die Malions zum Abseilen angegriffen und wir mussten einige Karabiner opfern. Alles in allem die Route, die uns am wenigsten gefallen hat. Der Rüchweg war wenigstens etwas schneller aber nicht viel weniger Weglos als der hinweg. Der Gewitterguss der uns auf dem Rückweg überraschte war so lokal, das am Auto alles trocken war.
Klettern direkt überm Meer. Der Zustieg wäre mit dem Boot deutlich kürzer und viel bequemer.

Stellenweise war der Fels richtig gut. Auch wenn der Fels nie richtig schlecht war, waren wir von den bisherigen Routen eher verwönt und haben mehr erwartet.

Eenndlich oben. Dort am Horizont steht unser Auto.

Der Blick nach unten ist wahrscheinlich namensgebend für die Route und einfach herrlich.

Der Lange und nasse Weg zurück zum Parkplatz.

An der Pedra Longa kann man direkt neben dem Auto und über Meer klettern. Aus diesem Grund war entprechend viel los. Die Seillängen an diesem Felsen mit ca. 20m wahrscheinlich so kurz gebohrt damit man das Nachholen öfters üben kann.



Onda Azzura 8a+, 9Sl (7c obl)

(7a, 5c, 3, 8a+, 7a+, 8a, 7b, 7a, 4)
Phototopo von Onda Azzura (rechte Route) Eine mutige Linie die voll durch den großen Überhang geht. Quelle:https://www.planetmountain.com/itinerari/front/mappa.php?cartella=/itinerari/files/Rock&mappa=ondaazzurra.jpg
 


Der "Monte Donneneittu" lag im selben ruhigen & abgelegenem Tal wo wir den 2. Klettertag auf der Insel verbracht hatten. Dieses mal war unser Ziel nur näher am Auto dran und lag genau oberhalb des Parkplatzes. Die 30 Minuten Zustieg empfanden wir als angenehm kurz und genau richtig um warm zu werden, leider waren die ersten beiden Länge genau das Gegenteil. Die Kletterei schwerer als angegeben, anspruchsvoll gesichert und teilweise brüchig. Die Sicherung blieb so bis hoch. So gab es für die 250 m nur 28 Bohrhaken als Zwischensicherung (ohne Stände). Oli gelang es mal wieder die Crux, eine tolle überhängende 35m Ausdauerlänge, zu flashen. Mir fiel das Ganze nicht so leicht weil Zangen nicht meine Stärke sind auch einige Haken steckten extrem hoch. Oli gelang auch noch die 8a-Länge im o.s und so sicherten wir uns die wahrscheinlich 2. Begehung. Sehr mutiges Unterfangen, besonders wenn man bedenkt, das Alexander Huber diese Ropesolo von unten eingebohrt hat. Respekt vor Alexanders und Olis Leistung.
Nicht nur bei dieser 7b Länge waren die Haken ganz schön weit hoch gebohrt. Da es nicht gerade viele BH gab machte es die Kletterei ausgesetzter. Bisher die moralisch anspruchvollste Route hier.

Das Ende der 8a Länge. Leide waren die Sinter etwas  schmutzig vom herunterlaufendem Wasser.


Amico Fragile 8a, 7Sl, (obl 7b)

(6b, 6c, 8a, 7b, 6a, 6b+, 6a+)

Topo Amico Fragile. Quelle: 
https://wspinanie.pl/2020/07/ola-taistra-amico-fragile-8b/

Eine tolle Route am "Monte Donneittu" welche ihren Namen ganz und gar nicht verdient hat. So richtig brüchig ist da nichts im Vergleich zur Huberline links. Besser wäre für die Schlüssellänge der Name "Sintern bis der Arzt kommt". Toller Fels, tolle Linie, nur der immer wieder mal verkaufte Schwierigkeitsgrad stimmt nicht ganz. Die Route wurde mehrfach mit 8b bewertet. Scheinbar ist die Rechnung 2 x 7c+ = 8b?!. Das stimmt nicht denn es gibt 3 no-hand-rests und viele gute Schüttler. Naja wir haben sie auch zusammengehangen und es bleibt bei 8a halt eine Ausdauerroute. Der schwerste Einzelzug kommt in der 7b Länge danach. Oli ist wieder mal im o.s durchgestiegen was echt toll war da oben kein Chalk am Sinter war. Nach 5h standen wir am 2. Klettertag um einiges erholter auf dem Gipfel als am Vortag. Das war bisher die leichteste Route in diesem Urlaub.

Bereits am 3 Haken lauert die Crux. Wenn man den 3. Haken schön verlängert, dann kann man die 2 Sinterlängen problemlos verbinden.




Am Ende der Sinter steht man im Kamin und schaut ehrfürchtig nach unten.

Die 7b ist die unschönste von allen Längen aber dafür ist sie kurz und lässt sich mit der nächsten Länge verbinden.

Auch die letzten beiden Längen lassen sich zusammenhängen. So waren wir oben bevor die Sonne richtig in die Wand kam.


Unchinos 8b, Badde Petumas (7Sl, 160m, 7c obl)

Phototopo Unchinos, Quelle:  https://www.planetmountain.com/it/foto/unchinos-nuova-difficile-via-di-arrampicata-di-giupponi-ed-oviglia-in-sardegna/47663?s=4



Am letzten Tag war das Wetter sehr durchwachsen und es war extrem schwül. Aus diesem Grund suchten wir uns eine NW-Seite. Leider War die Route selber und das Gestein nicht so toll. Erschwerendkam die hitze dazu, es war sogar so warm das wir am Standplatz ohne T-Shirt sicherten. Das schlimmste allerdings war, das unsere Chalkbags nach der ersten Länge fast leer waren und noch 6 Längen vor uns lagen. leider eine der unschönsten Routen in diesem Urlaub.

Einstufungen:

Noch ein kurzes Wort zu den Schwierigkeitsgraden die immer wieder gerne diskutiert werden. Scheinbar gibt es immer wieder sehr unterschiedliche Meinungen zu den Schwierigkeitsgraden und es wird in jedem Gebiet "landestypisch" eingestuft. Bekanntlich sind die Gebiete mit der softesten Einstufung die beliebtesten. Wer so etwas für richtig hält kommt nicht umhin die Meilensteine des Kletterns irgendwann 1-2 Grad hochzustufen und eigentlich betrügt man sich dabei nur selber. Es sollte in einem Gebiet auf jeden Fall einheitlich eingestuft werden damit die Relation stimmt. Adam Ondra hat im zarten Alter von 15 Jahren Hotel Supramonte wiederholt und gesagt, dass die Einstufung nicht stimmt. Er hat die Route aus Rücksicht vor den anderen welche die Route in dem Grad bestätigt haben nicht abgestuft. Das haben wir hier auch gemacht, aber die Relation zum Hotel Supramonte muss zumindest passen. Deshalb haben wir bei vielen Routen die Schwierigkeit bis zu 2 Grad korrigieren müssen. Das ist für uns kein Problem weil weir nur ambitionierte Freizeitklettere sind. Anders sieht es da bei Profis aus, die ihre Leistung verkaufen müssen bzw. für die gekletterten Routen Prämien beziehen. Da ist der Anreiz zur ehrlichen Einstufung wahrscheinlich eher gering.

Aber egal was die Zahl sagt wir hatten mit unseren 2,5 Wochen eine tolle Zeit und konnten uns gut anstrengen. Das ist es doch was zählt.

Dienstag, 22. September 2020

Lofer Alm - Neuland am Tanzboden

 

Sektor Tanzboden an der Lofer Alm



Endlich im 3 Anlauf glücke uns endlich das, was wir Pfingsten 2019 begonnen hatten. Es mangelte selten an Motivation, dafür aber am passenden Wetter und mehr noch am vorhandenen Zeitfenster.

Letzten Herbst, wo wir zur Vollendung des angefangenen und der Verwirklichung neuer Ideen  zur Lofer Alm fahren wollten spielte leider das Wetter nicht mit und im Frühjahr 2020 kam eine Pandemie dazwischen. Somit blieb es beim Stand von Frühjahr 2019.

Wer die etwas unglückliche Geschichte mit dem Autoschlüssel in der Wand noch mal nachlesen möchte, kann dies hier machen:

http://kayakandclimb.blogspot.com/2019/06/lofer-alm-leben-in-den-kleinen-felsen.html

 

 

Der mit dem Wolf tanzt 10-, 150 m, 4SL  (10-/9+/9-/8-)

Der Name am Einstieg soll die Orientierung erleichtern

 

Letztes Wochenende hatten wir endlich Glück, das Wetter passte und wir hatten Zeit. Es ging ohne Einklettern direkt an das im Juni 2019 gebohrte Projekt. Der Name stand bereits letztes Jahr fest und passt meiner Meinung nach hervorragend. Es handelt sich um sehr technische Wandkletterei die fast an tanzen erinnert. Der Sektor an der Lofer Alm heißt Tanzboden und da wir den Zustieg von oben nun sehr gut kannten haben wir auf dem Pfad durch die Latschenkiefern auch gleich den Sektor markiert. Jetzt kann man  den Ausstieg von oben leichter finden.

Hier geht es zu den Ausstiegen am Tanzboden

 

 Das macht unserer Meinung nach Sinn, weil der Zustieg sowieso durch abseilen von oben erfolgt. In Verdon sind auch die Namen der Sektoren oben angeschrieben damit man sich besser zurechtfindet. Letztes Jahr hatten wir dem Weg zum Ausstieg nur durch das Klettern der Nachbarroute "De Hoabuchane" gefunden. Beim Bohren vor 1,5 Jahren war ich damals bereits der Meinung das unsere Route etwas schwerer als die Nachbarroute rechts ist. Die Bewertung ist allerdings nur ein Vorschlag mal sehen was die Wiederholer sagen.

Am ersten Tag wurden wir also kräftig von der Sonne gegrillt und die Füße schmerzten am Abend gewaltig. Ich hatte arg Probleme die Aufleger im Boulder der 1. Länge festzuhalten. Leider war auch die Auswahl möglicher Tritte sehr beschränkt. Allein für die ersten beiden Längen brauchten wir über 6 Stunden. Das lag zum einen am ausbouldern zudem mussten etliche Griffe erst mal gereinigt werden. Dennoch war der Tag von Erfolg gekrönt und alle Längen konnten durchstiegen werden. Das die Linie aufgeht war an mehr als einer Stelle sehr knapp. Es gab neben der Plattenkletterei auch noch eine tolle Wasserrille und einen großen Überhang. Außer einem Seil, ein paar Expresschlingen, einer Bandschlinge und ein Paar guten Kletterschuhen braucht man kein weiteres Material für die Route. Über Feedback von Wiederholern würden wir uns freuen.

 

Das Ende der 1.SL geht recht gut nur am Anfang sind sehr unsichere Züge.


Die 2.SL ist sehr technisch und am Ende kommt eine Steile Rinne mit einer Wasserille.

Die 3.Sl wird immer Schwerer mit Crux obern am Überhang.



Dans op de Deel 9, 150 m, 4 SL (9,9,9-,7+)

 

Zum Erstbegehen bedarf es immer ein paar mehr Seile.

Da wollen wir hoch, mal sehn ob das geht?


Mit vom Vortag schmerzenden Füßen ging es wieder zum Tanzboden dieses Mal mit Bohrmaschine und Bohrhaken. Ich fühlte mich nicht wie Klettern und überhaupt nicht wie in der Sonne abhängen. Deswegen durfte ich anfangen um noch etwas im Schatten zu Klettern. Die geplante Linie befindet sich im linken Teil des Tanzbodens und ist im unteren Teil plattig und steilt dann immer weiter auf. Die anfängliche Trägheit war schnell vergessen, denn die Kletterei war echt toll. Kompakte Platten führten zu einer Hangelrippe und diese zu einem Wasserstreifen. Am Begin der Hangelrippe setzte ich einen Haken. Der nächste Haken würde frühestens am Ender der Rippe kommen denn Friends und Keile hatte wir keine dabei. Als ich am Ende der Hangel stand versuchte ich aus der Kletterstellung den Haken zu Bohren. Leider konnte ich nicht genug drücken damit ein Loch zustande kommt. Ich nahm die Bohrmaschine 3 mal vom Rücken aber ohne Erfolg. Ich stand einfach zu schlecht und die Kraft wurde auch nicht mehr. Zurückklettern war nicht möglich und zum runterfallen war es mir aber auch zu weit. Glücklicherweise fand ich in Kniehöhe ein Loch für den Skyhook um den Haken doch noch an die gewünschte Stelle zu platzieren. Es folgte die Schlüsselstelle an einer Wasserrille. Der Standplatz war leider nicht so bequem aber es war die beste Stelle die sich finden ließ. Immerhin war es ein No-Hand-Rest und es war eine Stelle wo der  Sicherungsmann den Kletterer nicht behindert. Zum Schutz vor der Sonne hängte ich mir die Daunenjacke um Schultern und Kopf. Chris-Jan sagt immer: "Was gegen Kälte hilft, hilft auch gegen Sonnen". Recht hat er und so bekam ich wenigstens keinen Sonnenstich.

 

Der erste Haken der neuen Linie.
Auf dem Weg zur Hangelrippe wird es sehr reibig.

 In Chris-Jans Länge steilte es auf und es gab immer wieder Tropflöcher zum Greifen und Treten. Geradeaus hatten wir einen Verhauer da hörten leider die Griffe auf. Zum Glück gab es weiter links genug Strukturen und ein paar Hangelrippen so dass wir dort weiter kamen. Das ist auch immer das spannende, denn man weiß nicht ob die angedachte Wand auch kletterbar ist. Zwar musste man vorher an Fixseilen in die Wand abseilen um am Abend auch wieder eine Rückzugsmöglichkeit nach oben zu haben, aber die Wand hatte immer wieder eine Überraschung für uns. 

 

Chris-Jan am Cliff ist in seinem Element.

Nachdem Chris-Jan einen bequemeren Stand erreicht hatte war ich wieder an der Reihe. Die Sonne setzte mir arg zu und der Fels war zum Teil sehr scharf. Wir hatten vor eine  Rippe in der Mitte des großen Überhanges anzusteuern was die leichteste Lösung der Wand darstellte. Da es extrem steil war kletterte es sich nur bedingt angenehm mit Bohrmaschine auf dem Rücken. Am Ende war ich mehr als glücklich das oberhalb der Rippe ein guter Griff auf mich wartete dann mit diesem konnte ich mich über den Überhang wuchten. 3 Haken später und ich war am nächsten Standplatz. Die Sonne war mittlerweile kein Problem mehr den es war weniger als 1,5 Stunde Zeit bis zum Sonnenuntergang. Deswegen legte Chris-Jan den Turbo ein damit wir die Route an dem Tag fertig bohren konnten. 

 

Beim Bohren des 1. Haken der 3. Länge.

Am Ausstieg war es zwar Dunkel aber wir hatten das Tagesziel erreicht. Route fertig gebohrt und es fehlte nur noch der Durchstieg. Wir freuten uns auf den wohl verdienten Ruhetag und am Montag früh standen wir 7:30 Uhr wieder am Einstieg. Die Wiesen waren früh vom Tau der Nacht nass und es war zum Teil sehr nebelig. Dennoch stiegen souverän alle Seillängen durch und hatte unsere Freude an der schönen neuen Route. Die Neutour wurde leichter als wir erwartet hatten. So ganz ohne Bohrmaschine, Haken, Hammer und Schraubenschlüssel am Gurt klettert man doch leichter als gedacht. Dank des guten Timings konnte ich Abends 18:30 Uhr zum Elternabend gehen. Also ein Tag mit allem was das Leben zu bieten hat.

 

Endlich fertig und zufrieden am Ausstieg

Chris-Jan in der letzten Länge

Die 3. Länge wird nach oben immer steiler.

Der Anfang der 3. SL

Das Ende der 2. SL ist Klettern an Tropflöchern

Bei der 2.SL hat sogar Chris-Jan die guten Schuhe angezogen.

Im Nebel sieht die Crux der 1. SL gepenstisch gut aus.

Mal sehen was der Tag bringt. Wenigstens scheint noch keine Sonne auf uns.

Über Feedback von Wiederholern freuen wir uns auch bei dieser Route.


Topo Tanzboden, Dans op de Deel 9 und Der mit dem Wolf tanzt 10-