Posts nach Themen sortiert

Sonntag, 25. Januar 2026

Cochamo 2026 Teil 2

 

Auf dem Zeltplatz  La Junta war auch ohne Regen jeden Morgen die Wiese nass vom Tau 




Je eingefahrener die eigenen Handlungen desto Stressresistenter sind sie. Leider aber auch umso unflexibeler.

Es war schön wieder im Tal auf dem Zeltplatz zu sein doch was nun?
Nachdem ich ein ganzes Jahr trainiert hatte um eine Route zu Klettern dachte ich zuerst es würde eine Welt für mich zusammenbrechen sie nicht einmal probieren zu können. Ich war jedoch nur froh, dass bei Michas Unfall nicht mehr passiert ist und dankbar für jeden weiteren Tag hier. 
Mir war wichtig, dass Micha sich auf dem Zeltplatz wohl fühlte und umgeben von vielen netten Menschen war. Langeweile kam auch keine auf, denn auf dem ebook-Reader warteten viele spannende Krimis auf ihn. Dazu kam, dass wir hier mit über 20°C Sommer war und zu Hause -7°C und graues Winterwetter auf uns warten. 
Micha war erst mal versorgt aber was mache ich nun mit meiner Zeit hier?

Dort am Cerro Capiqua sollte eigentlich die meiste Zeit geklettert werden. Da Micha bereits am 4. Klettertag einen Unfall hatte nicht wurde das leider nichts.


Eher durch Zufall erfuhr ich von einem Amerikaner, welcher auf der Suche nach einem Kletterpartner war. Ich schlug mit "Doña Devora Dedos" 12c eine Route im Anfitheater vor die eigentlich zum Anfang der Reise angedach war dann jedoch wegen dem fehlenden Gepäck verworfen wurde. Sam stimmte sofort zu obwohl er die schweren Längen nur nachsteigen wollte. Der Plan war noch am selben Abend die 2h zum Biwak aufsteigen um am Morgen nur noch 1h Zustieg zu haben und nach dem Klettern wieder Abzusteigen. So würde ich Micha keine 24h alleine lassen und hätte trotzdem was geklettert.
Oben im Biwak hörten wir von einer anderen Seilschaft welche die gleiche Route Klettern wollte. Deswegen standen wir noch etwas zeitiger auf und waren somit die Ersten am Fels. Wie der Name vermuten lässt handelt es sich um Fingerrisse angeblich einige der schönsten hier. Auch der Fels ist von außergewöhnlich guter Qualität. Da sich leichte und schwere Längen abwechselten konnten wir gut überschlagen Klettern. Es war ein schöner zusätzlicher Klettertag und die Route gelang mir sogar on sight.

Sam in der vorletzten Seillänge von Dedos.


Auch mal ein Bild von mir in Dedos nur nicht beim Klettern.


Im Anfitheater gibt es ein Trockenklo damit die vielen Besucher nicht das Trinkwasser belasten.


Topo Dedos im Sektor Atardecer , also der Sonnenuntergangswand. 

Nach einem Ruhetag im Tal ergab sich wieder so eine Gelegenheit. Dieses mal mit Jose Luis Hartmann der von allen "Chiquinho" genannt wurde. Er ist mit seinen 58 Jahren nicht mehr der jüngste, hat aber hier in Cochamo in den letzten 26 Jahre die meißten großen Erstbegehung gemacht. Es sollte wieder das gleiche Spiel werden Am Vorabend hoch was Klettern und wieder runter. Normalerweise bleibt man für 3-8 Tage oben um das viele Laufen und das Geschleppe zu minimieren. Aber so lange wollte ich Micha nicht alleine lassen.
Mit Chiquinho wollte ich "Entre Cristales y Cóndores" 13b klettern. Da die Crux in der 10. Sl kommt ging es zeitig los. Wieder gab es viele schwere Fingerrisse aber dieses mal war die Einstufung deutlich härter. Auch war es sehr kalt und zum Teil noch nass in den Rissen. Die Schlüssellänge war extrem überhängend und ganz und gar nicht mein Stil. Klimmzüge an kiseligen Fingerklemmern ohne Tritte im 25° steilen Überhang. 5.13+ wäre meine Schätzung aber ich habe diese Länge lediglich A0 gemacht. Alles bis auf die Crux ging o.s. und es war ein schöner Tag.

Topo Entee Crystalos y Condores


Die 2. Sl ist ein sehr feiner Verschneidungsriß wo die Fingerspitzen kaum in den Riß passen.


Chiquinho in der 4. Sl


In der 7. Sl dem Condorito crack.


So luftig ist nur die crux


Wer denkt die letzte länge wäre ein Geschenk, der hängt schneller in der Luft unterm überhang als gedacht.


Die Crux von unten betrachtet scheint über einem umzukippen.

Wieder im Tal gab es 2 Regentage doch uns wurde nich langweilig. Chiquinho schlug vor ein ganzes Schaf zu bestellen um ein Asado zu machen. 10 Leute teilten sich in den Preis und das Schaf wurde mündlich bei den Arrieros - also den Pferdetransporten die uns mit der Zivilisation verbanden- bestellt. Einen Tag später kam auch schon die Lieferung und eine Gruppe von 2 Spanier und 3 Griechen bereiteten das Schaf in 5 stündiger Arbeit über dem Lagerfeuer zu. Es war ein wahres Festessen und das einzig wirklich frische was wir in den 4 Wochen hier verzehrt haben. Schon die Zubereitung war ein Fest für die Sinne ganz zu Schweigen von dem knusprigen und saftigen Fleisch was die Köche gezaubert.
Fast alles an der Zubereitung war improvisiert denn die Mittel waren begrenzt. Umso beeindruckender war das Ergebnis.

Das Schaf ist endlich da, und es wurde alles gegessen.


Die Jungs wissen wirklich was sie tun und noch dazu als eingespieltes Team.


Mit einem Grünen Zweig wurdes das Schaf / Lamm immer wieder mit gewürzen unf Soße eingerieben.



Fast fertig und das zuschauen macht ech hungrig.



Die tägliche Ernährung ist im Alltag eher lästig. Doch hat man den ganzen Tag Zeit und findet gleichgesinnte, lässt es sich wunderbar zelibrieren.

Während der Regentage überlegte ich mit Chiquinho was wir als nächstes machen könnten. Die Bohrhaken welche ich dabei hatte wollte ich nicht wieder mit nach Hause nehmen. Er schlug 2 angefangene Linien und ich die schöne Verschneidung im Zentrum vom Cerro Laguna vor. 


Cerro Laguna. Das projekt zog von der rechten Verschneidung über die Dächer zur Hauptverschneidung in Wandmitte.


Am Ende fiel unsere Wahl auf den Cerro Laguna. Wir planten 2-3 Tage für die Durchführung der Neutour. So wurde es wieder einmal ein großes Geschleppe und dass wo die Bohrhaken, die Bohrmaschine und das Portaledge bereits vor Michas Unfall schon oben im Trinidad Valley ware. Da ich damals nicht gewußt habe was genau kommen wird, habe ich alles wieder runter getragen.
Als die Schlepperei hinter uns lag machten wir es uns am See unterhalb vom Cerro Laguna bequem und am nächsten Tag ging es los.
In der ersten Seillänge steckten komischerweise bereits 3 Bohrhaken, obwohl in "Surfing the bamboo chair" eigentlich keine Bolts stecken sollten. Später erfuhren wir, das diese Route aus Unwissen zum 2. Mal erstbegangen wurde. Uns störte dies nicht, denn ich zweigten nach 1,5 Sl auf einem Band links ab und kletterte mit 2 Haken zu einer separaten Rißspur.
Genau dort also in der 3. Länge ging es auch schon richtig zur Sache. An einem seichten Riß waren 4 Haken und einiges putzen nötig. Noch 2 weitere Haken auf der Reibung und es gab wieder einen Stand. Die 4. Sl war wieder meine Aufgabe und es war spannende teils feuchte Verschneidungskletterei. Nur am Ende als die Verschneidung auslief und wo die schwerste Stelle war setzte ich 2 Haken. Chiquinho meinte,  dass davor die Absicherung so schlecht war, dass ich beim Abseilen noch 2 nachträglich Haken setzte. Die 5. Sl benötigte etwas Putzarbeit zudem waren auch hier zum Absichern 8 Bolts nötig und Chiquinho querte unter dem Dach nach links zu einem luftigen Stand. Bei trockenen Verhältnissen hätte man sich sicher 1-2 Haken sparen können aber wir wollten nichts schlecht gesichertes hinterlassen. Ich war der Meinung, dass man vor dem Linksquergang ganz gerade mit 4-5 Bh für 8a+ über den Überhang Klettern könnte und wollte dies Variante beim Abseilen einbohren aber uns fehlten leider die Haken. In der nächsten Länge kommt nach einem kurzen Riss der extrem rauh und daher leicht ist ein sehr schwerer Boulderzug (wahrscheinlich 8a+/8b Bloc). Genau am BH über einen Überhang in eine Hangelverschneidung, oder eine A1-Stelle mit sehr kleinen Friends und Mikrokeilen. Um das zu vermeiden könnte auch ein ca. 1-1,5 m langer Clipstick hilfreich sein. 2 weitere Haken und ein rechtsansteigende Reibung brachte uns zum letzten Stand des Tages. Hier wurde endlich das Portaledge aufgebaut und es gab was warmes zu essen. Da die Wand ab 15:00 Uhr im Schatten liegt wurde es wärend der 2. Tageshälfte am Standplatz recht kühl.
Zudem brannten uns die Augen vom vielen Putzen und es knirschte zwischen den Zähnen. 
Wir sahen die letzten Sonnenstrahlen am Gipfel des Trinidad verschwinden. Es folgte ein schöne sternenklare Nacht im Portaledge.

Hart Arbeiten in wunderschöner Umgebung.


Essen und Trinken für 3 Tage sowie Schlafzeug und Bohrmaschine  kamen mit in die Wand.


Das Große Fragezeichen der Linie. Wie komme  wir über dieses Dach.




Endlich im warmen Sitzen und was Essen...


... und dabei dem Tag zusehen wie er zu Ende geht.




Am nächsten Tag ging es erst langsam los, den wir spürten beide die Anstrengungen vom Vortag. Zwei leichte Verschneidungslängen fürten uns zu einer für Patagonien typischen Rißverschneidung. Gut zum Stehen aber sehr seicht zum Greifen. Auch hier halfen die Offset- Friends sehr sowie eine gute Fußtechnik. Am Ende der Länge gibt es noch einen BH für die Plattenstelle zum Stand hin.
Jetzt wurde es spannend und wegen der kommende Verschneidung sind wir eigentlich hier hoch geklettert. Ich ließ mich einige Meter vom Stand ab und war entsetzt. Beim Blick nach oben war die Verschneidung rissfrei. Das was ich auf dem Handyfoto für einen Riß gehalten hatte, war nur das Moos rechts und links einer feinen Rißspur. Da gab es keine Chance auch nur den kleinen Finger reinzubekommen. Zu dumm, das unsere Kamera bereits am 1. Tag de Urlaubes den Geist aufgegeben hatte. Auf dem Display vom Foto hätte man das vielleicht gesehen gesehen, aber die Handys neigen bei zu starkem Reinzoomen zu sehr dazu Pixel zu interpolieren.

Auf dem Foto sieht es wirklich so aus, als wenn eine
 Verschneidung mit Handriss in 2 Sl zum Gipfel führen würde. Da dem nicht so war, querten wir unter dem Überhang nach rechts.

Jetzt war der einzige Ausweg unter dem Überhang nach rechts auf die Kante queren. Das Klettern war weniger das Problem aber aus der Kletterstellung die Haken in die Wand zu bekommen. Entweder war der Fels total hohl oder es gab keine horizontalen Strukturen um sich hinzustellen. Es war harte Arbeit mit der Bohrmaschine auf dem Rücken alle Friends und dazu noch 10 Bohrhaken am Gurt. Mehr waren inklusive Standplatz nicht drin. 2 mal musste ich den Haken durchziehen, weil ich mit über 10kg Zusatzgewicht einen Zug nicht klettern konnte. Zum Glück wurde das Gestein nach dem 6. Haken besser und am Ende gab es einen Riß mit welchem ich mich auf die Kante und zum nächsten Stand retten konnte. Der Blick nach oben machte Hoffnung, dass wir einen kletterbaren Ausweg aus der Wand gefunden hatten. 
Lediglich 5 Bolts waren übrig und genau die brauchten wir auch für die letzte Etappe. Es wurde eine sehr technische Länge die mit 7a anstrengender wurde als es auf den 1. Blick aussah. Schuld waren wieder einmal die vollkommen geschlossenen Rißspuren. Irgendwann waren wir Endlich oben!! 




 


Langsammer Start in den Tag.


Zum Glug waren die ersten beiden Längen des Tages Leicht.




Dafür hatte es die 10. Sl ganz schön in sich und war recht luftig. Aaerdings mit vielen Haken.



Die Letzte Länge war auch hier kein Geschenk.


Juhu oben, geschafft und glücklich.


Vom letzten Stand kann man einfach über mehrer Bänder mittels einfacher Kletterei zum Gipfel gelangen. Beim Abseilen wurden noch jeweils eine brasilianischen Hakenlaschen am Stand angebracht und geputzt. Beim Abseilen vom 10. Stand wurde es moch einmal sehr luftig und um den 8. Stand zu erreichen war en nötig mehrere Haken der 10. Sl einzuhängen.


Die luftige Abseile vom 10. zum 8. Stand.



Am Einstieg angekommen war die Erschöpfung groß und ich war auch etwas enttäuscht, dass ich nicht alle Stellen frei geklettert habe. Vielleicht ist das in Patagonien die übliche Herangehensweise, weil soviel Putzarbeit von den Erstbegehern geleistet werden muss. Vielleicht ist es auch meine begrenzte Betrachtungsweise, dass eine Tour immer zu 100% frei geklettert werden muss.
Am Ende nannten wir die Neutour "Wet Wet Wet" nach dem Ruf des Vogels der hier lebt und dessen Ruf immer wieder durch die Wälder schallt.

Topo Wet Wet Wet am Cero Laguna

Nach einem Ruhetag mußen wir ins Tal Absteigen, da Chiquinho krank war. Die Strapazen der zwei Erstbegehungstage waren dann wohl etwas zuviel des Guten.

Am Folgetag wollte es Micha noch einmal Wissen. 12 Tage nach seinem Unfall wollte er im Nachstieg probieren ob es vielleicht wieder mit dem Klettern geht. Er konnte den Fuß halbwegs schmerzfrei belasten, nur Abrollen ging noch nich. Wir wählten "Apnea" 5.10b da der Zustieg sehr kurz war. Dennoch war der Weg mit Krücken beschwerlich. Das Klettern ohne Krücken ging zwar, machte Micha jedoch keine Freude. 


Erst etwas afpeppeln und erholen nach dem anstrengenden Zustieg.

Micha wieder in Altion.


Aus diesem Grund entschieden wir uns für einen zeitigeren Heimflug. Micha nahm auf dem Rückweg das Pferd und ich lief alleine ins Tal. In der Zivilisation angekommen gingen wir noch mal schön Steak essen. Nach 4 Wochen Müsli, Kartoffelbrei und Nudeln mal eine kleine Belohnung.




Micha nach dem Absteigen von seinem Pferdetaxi. Micha hat es überlebt und das Pferd auch.
Das nenne ich optimale ausnutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Rings um die Busfahrerin stapeln sich die Rucksäcke bis zur Decke damit alle anderen Sitzplätze belegt werden können. Dazu hält der Bus überall dort an wo man es wünscht oder wo jemand einsteigen will.




Beim Abschlussessen gab es Fleisch.




Manche Reisen zum Ende der Welt um andere Länder kennen zu lernen andere um zu sich selbst zu finden.






Mittwoch, 21. Januar 2026

Cochamo 2026 Teil 1

 

Camping La Junta ist der beste Platz für Kletterer in Cochamo sollte aber rechtzeitig reserviert werden.

Ab dem Punkt wo jegliche Planung versagt beginnt das Abenteuer oder auch der Stress.
Nach 30h Flug sind wir endlich am Zielort angekommen nur leider unser Gepäck nicht. Ein Rucksack kann mal fehlen aber alle 3 ist wie ein Unfall mit Totalschaden. Einen Tag später sind wir etwas ausgeruhter wieder am Flughafen und bekommen nach langem diskutieren immerhin 2 Gepäckstücke. Ein weiterer Mietwagen für einen Tag und eine Unterkunft für 2 weitere Tage folgen. 

 

Unsere Unterkunft war echt klein und dabei hatten wir noch nicht mal alles Gepäck.

Als am nächsten Tag wieder keinerlei Information zum fehlenden Rucksack vorliegt bin ich am verzweifeln. Jeden Tag 30 Min zum Flughafen fahren und dort die ganze Zeit vergeblich Nachzufragen macht keinen Sinn mehr.
Michael Meyer und ich entscheiden uns für die Flucht nach vorne, denn ob das Gepäck überhaupt noch kommt und wo es sich aktuell befindet kann uns keiner sagen.
Nach einem teuren Nachmittag mit vielen Ersatzbeschaffungen wie Zelte, Schlafsack, Isomate, Rucksack und Klamotten wissen wir am Folgetag geht es endlich raus aus der Stadt. Falls das Gepäck doch noch kommen sollte habe ich eine Nachlieferung inklusive Pferdetransport organisiert.


Das Gepäck für die Packpferde wird ordentlich gewogen damit kein Pferd mehr als 60 Kilo trägt.

Tolle Bäume in einem Regenwald.

Unser "Baumarktzelt, da unser Gepäck immer noch fehlte.


Endlich liefen wir die 4h mit kleine Gepäck durch den Regenwald zu unserem Basecamp. Das Essen für 4 Wochen und das Kletterzeug mussten wir zum Glück nicht schleppen, denn es kann per Pferd transportiert werden. Doch wir wollten nicht lange im Basislager verweilen. Zum Klettern ging es am nächsten Nachmittag weiterere 4h ins Trinidad Valley.
Wie im Regenwald zu erwarten war es teilweise schlammig aber auch angenehn schattig. Die Ruchsäcke drückten schwer auf unseren Schultern aber wie blieben immer Wieder stehen und bestaunten die Vegetation und die großen Alerce Bäume.

Nach einer kühlen und lauten Nacht, es war leider Silvester, ging es endlich an den Fels. Selbst jetzt war noch 1h Zustieg nötig, denn ohne Laufen geht hier nichts. 
Die Route hieß Tio Tiedro und war für 5.12a anspruchsvoll gesichert und auch die Wegfindung war nicht leicht. Micha bemerkte zurecht, dass das Verhältnis von Zustieg zu gekletterten Seillängen mit über 1h immer noch schlecht ist.

See unterm Cerro Laguna im Trinidad Valley

Vorletzte Seillänge in Tio Tiedra

Gleiche Seillänge nur im Vorstieg. Ein sehr enger und kiseliger Fingerriß

Topo Tio Tiedra


Wir suchten uns für die kommende Nacht einen ruhigeren Biwakplatz den wir genau am See unterhalb vom Cerro Laguna fanden. Da es dort wenige ebene Plätze gibt waren wir allein. Der Platz ist einfach ein Traum überall um einen wachsen Granitwände in die Höhe und bei Windstille spieget sich der Trinidad mit seinen 3 Gipfeln im Wasser.
 Beim Klettern von Velho Alerce 5.13b waren wir den ganzen Tag in der Sonne und durch den kühle Wind merkten wir zu spät wie wir lagsam verbrannten. Ohne es zu wissen sollte dies eine der besten Routen des gesamten Urlaubs werden. Der gute Fels und die vielen excellenten Fingerrisse machten ihn zu einem echt tollen Erlebnis. Doch die war nicht immer so, denn nach der Erstbegehung durch Jose Luis "Chiqinho" Hartmann war die Absicherung abseits der Risse extrem schlecht. Kein Wunder, den große Teile der Route wurde damals nicht frei geklettert sondern mittels Trittschlinge. Weil sich viele Kletterer über die schlechte Absicherung beschwert hatten, kehrte "Chiqinho" 20 Jahre später zurück und setzte zusätzliche Haken. Ein schönes Beispiel für die Evolution des Kletterns. Nach einem langen anstrengendem Tag waren die Finger geschunden und wir freuten uns auf einen Ruhetag am See.

 

So sahen die Finger am Abend aus.

6. Sl in Velho Alerce

2. Sl von Velho Alerce

2. Sl von Velho Alerce wie fast alle Längen ein Traum

Topo Velho Alerce

 

Obwohl Micha am Vortag noch sagte an diesem Tag "keinen unnötigen Schritt zu machen", lief er nach dem Frühstück ca 1h zu einem Aussichtspunkt. Manche Sachen ändern sich halt nie. Ich hielt tapfer durch und war am nächsten Tag wieder motiviert bei der Sache. Ziel war endlich einer der 3 Trinidad-Gipfel. Wir entschieden uns für "Pegadito en la Pared" 7c+ und ohne es zu wissen war die Route wieder von Chiquinho.
Da es eine Schattenseite ist, war der Fels eher durchschnittlich, aber die 5. Sl war eine total schöne Hangelrippe. Gefolgt von der Crux, einer Hakenleite an einer Kante die frei zu Klettern gehen sollte. Die Kante sah extrem glatt aus und der Absatz darunter machte es nötig den 2. Haken vorzuhängen. So gesichert gab ich einen ernsten On Sight go. Sowohl die Kante als auch die darauf folgenden Reibung glückte. Es folgte eine so dünne und hohle Granitschuppe, dass ich diese nur ganz vorsichtig an der Wand nach unten belastete um nicht mit ihr auszubrechen. Obwohl die Sicherung durch Bohrhaken unkritisch war gruselte ich mich fürchterlich aber machte motiviert weiter. Als die Schuppe auslief und die nächste erst 2,5m über mir einsetzte war ich am verzweifeln. Sollte das o.s. nur 10m vor dem Standplatz enden. Lange kletterte ich vor und zurück aber so wie es aussah ging es nur mit einem Doppeldynamo. Micha war 35 m unter mir außer Sicht, die Startposition war voll überstreckt und ich fühlte mich sehr unwohl aus dieser Position loszuspringen. Es half alles nichts, ich musste einen richtig entschlossenen Versuch machen. Ich brachte mich erneut in die voll überstreckte Position mit dem falschen Fuß unter dem Körper damit die schräg stehende Hüfte überhaupt einen Zentimeter mehr Länge bot um loszuspringen zu können. Der linke Fuß war auf die glatte Wand gestellt und ich explodierte in Richtung der nächsten Rippe. Ich hielt die Luft an und flog ... ... lange genug nach oben um die Rippe zu fassen zu bekommen. Jetzt noch den Schwung abfangen und geschafft. Juhu, die Freude war riesig und die letzten Meter zum Stand waren auch kein Problem mehr. Eine weitere Länge und es war geschafft. Um 13:00 Uhr standen wir wieder am Einstieg und freuten uns auf den Abstieg ins Tal. Nicht jedoch ohne vorher unsere Material am Trinidad Norte zu deponieren.

Topo Pegadito en la Pared

Micha in der 3. Sl mit einem Condor über ihm.

Die 5. und Beste Länge in Pegadito... .

Nach 30m Kletterei kommt dieser  besch... Längenzug. Zum glück ging dieser mit einem komplizierten Dopeldynamo wo man einen Knoten in den Beinen hat.

Was für ein toller Regenwald mit den riesigen Alerce- Baumen und einigen Blumen.


So war der Abstieg sehr angenehm und die Rückkehr zu La Junta war wie das erreichen einer Oase nach einer langen Wüstenwanderung Nach den Regenwäldern und der Granitwüste war die grüne Wiese des Zeltplatzes eine Wohltat für Körper und Geist. Um das ganze noch zu steigern war sogar unser vermisstes Gepäckstück endlich bei uns angekommen. Jetzt können wir endlich das machen weshalb wir nach Cochamo gekommen sind.

Endlich mal was leckeres zum Essen. Rührei aus Eipulver.


Einen kompletten Ruhetag im Tal bevor es wieder mit Essen für 7 Tage ins Trinidad Valley ging. Leider lief es dann anders als gedacht. Nicht nur das Wassermusik sehr schmutzig und brüchig war, sondern in der 10. Sl welche A0 geklettert wurde hielt kein einziger Griff an der Wand. Zudem waren die Bohrhaken so weit auseinander, das Micha kaum von Haken zu Haken kam. Bei einen dieser Versuche mittels Trittschlinge brach eine kleine Leiste weg und er kippte aus der Wand. Dummerweise blieb Michas Fuß in der Schlinge hängen und die Bänder am Fuß gaben nach. Der Fuß schwoll gewaltig ab und Laufen war jetzt nicht mehr möglich. Zum Glück ging das einbeinige Abseilen bei Micha.
Wir schliefen erst mal am Wandfuß und wollten schauen wie es am Morgen aussah. Als der Fuß am nächsten Tag noch dicker war, lief ich mit sehr viel Gepäck ins Tal und besorgte 2 Krücken. Vom Zeltplatz La Junta liefen Juan, Nina und Pablo mit mir hoch zu Micha um zu Helfen. Innerhalb von 2,5h stieg Micha mit Krücken ins Tal ab. Als wir sicher waren das nichts gebrochen war, entschueden wur uns erst mal in Cochamo zu bleiben.

 

Wenn man alt wird hängt man am Tropf und geht am Stock enn man blöd runterfällt auch.

Das Team von La Junta war immer hilfsbereit für alle auf dem Zeltplatz da und es war eine echt angenehme Stimmung auf dem Camp.

Das war es dan wohl mit dem Klettern für einige Zeit.