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| Camping La Junta ist der beste Platz für Kletterer in Cochamo sollte aber rechtzeitig reserviert werden. |
Ab dem Punkt wo jegliche Planung versagt beginnt das Abenteuer oder auch der Stress.
Nach 30h Flug sind wir endlich am Zielort angekommen nur leider unser Gepäck nicht. Ein Rucksack kann mal fehlen aber alle 3 ist wie ein Unfall mit Totalschaden. Einen Tag später sind wir etwas ausgeruhter wieder am Flughafen und bekommen nach langem diskutieren immerhin 2 Gepäckstücke. Ein weiterer Mietwagen für einen Tag und eine Unterkunft für 2 weitere Tage folgen.
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| Unsere Unterkunft war echt klein und dabei hatten wir noch nicht mal alles Gepäck. |
Als am nächsten Tag wieder keinerlei Information zum fehlenden Rucksack vorliegt bin ich am verzweifeln. Jeden Tag 30 Min zum Flughafen fahren und dort die ganze Zeit vergeblich Nachzufragen macht keinen Sinn mehr.
Michael Meyer und ich entscheiden uns für die Flucht nach vorne, denn ob das Gepäck überhaupt noch kommt und wo es sich aktuell befindet kann uns keiner sagen.
Nach einem teuren Nachmittag mit vielen Ersatzbeschaffungen wie Zelte, Schlafsack, Isomate, Rucksack und Klamotten wissen wir am Folgetag geht es endlich raus aus der Stadt. Falls das Gepäck doch noch kommen sollte habe ich eine Nachlieferung inklusive Pferdetransport organisiert.
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| Das Gepäck für die Packpferde wird ordentlich gewogen damit kein Pferd mehr als 60 Kilo trägt. |
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| Tolle Bäume in einem Regenwald. |
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| Unser "Baumarktzelt, da unser Gepäck immer noch fehlte. |
Endlich liefen wir die 4h mit kleine Gepäck durch den Regenwald zu unserem Basecamp. Das Essen für 4 Wochen und das Kletterzeug mussten wir zum Glück nicht schleppen, denn es kann per Pferd transportiert werden. Doch wir wollten nicht lange im Basislager verweilen. Zum Klettern ging es am nächsten Nachmittag weiterere 4h ins Trinidad Valley.
Wie im Regenwald zu erwarten war es teilweise schlammig aber auch angenehn schattig. Die Ruchsäcke drückten schwer auf unseren Schultern aber wie blieben immer Wieder stehen und bestaunten die Vegetation und die großen Alerce Bäume.
Nach einer kühlen und lauten Nacht, es war leider Silvester, ging es endlich an den Fels. Selbst jetzt war noch 1h Zustieg nötig, denn ohne Laufen geht hier nichts.
Die Route hieß Tio Tiedro und war für 5.12a anspruchsvoll gesichert und auch die Wegfindung war nicht leicht. Micha bemerkte zurecht, dass das Verhältnis von Zustieg zu gekletterten Seillängen mit über 1h immer noch schlecht ist.
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| See unterm Cerro Laguna im Trinidad Valley |
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| Vorletzte Seillänge in Tio Tiedra |
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| Gleiche Seillänge nur im Vorstieg. Ein sehr enger und kiseliger Fingerriß |
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| Topo Tio Tiedra |
Wir suchten uns für die kommende Nacht einen ruhigeren Biwakplatz den wir genau am See unterhalb vom Cerro Laguna fanden. Da es dort wenige ebene Plätze gibt waren wir allein. Der Platz ist einfach ein Traum überall um einen wachsen Granitwände in die Höhe und bei Windstille spieget sich der Trinidad mit seinen 3 Gipfeln im Wasser.
Beim Klettern von Velho Alerce 5.13b waren wir den ganzen Tag in der Sonne und durch den kühle Wind merkten wir zu spät wie wir lagsam verbrannten. Ohne es zu wissen sollte dies eine der besten Routen des gesamten Urlaubs werden. Der gute Fels und die vielen excellenten Fingerrisse machten ihn zu einem echt tollen Erlebnis. Doch die war nicht immer so, denn nach der Erstbegehung durch Jose Luis "Chiqinho" Hartmann war die Absicherung abseits der Risse extrem schlecht. Kein Wunder, den große Teile der Route wurde damals nicht frei geklettert sondern mittels Trittschlinge. Weil sich viele Kletterer über die schlechte Absicherung beschwert hatten, kehrte "Chiqinho" 20 Jahre später zurück und setzte zusätzliche Haken. Ein schönes Beispiel für die Evolution des Kletterns. Nach einem langen anstrengendem Tag waren die Finger geschunden und wir freuten uns auf einen Ruhetag am See.
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| So sahen die Finger am Abend aus. |
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| 6. Sl in Velho Alerce |
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| 2. Sl von Velho Alerce |
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| 2. Sl von Velho Alerce wie fast alle Längen ein Traum |
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| Topo Velho Alerce |
Obwohl Micha am Vortag noch sagte an diesem Tag "keinen unnötigen Schritt zu machen", lief er nach dem Frühstück ca 1h zu einem Aussichtspunkt. Manche Sachen ändern sich halt nie. Ich hielt tapfer durch und war am nächsten Tag wieder motiviert bei der Sache. Ziel war endlich einer der 3 Trinidad-Gipfel. Wir entschieden uns für "Pegadito en la Pared" 7c+ und ohne es zu wissen war die Route wieder von Chiquinho.
Da es eine Schattenseite ist, war der Fels eher durchschnittlich, aber die 5. Sl war eine total schöne Hangelrippe. Gefolgt von der Crux, einer Hakenleite an einer Kante die frei zu Klettern gehen sollte. Die Kante sah extrem glatt aus und der Absatz darunter machte es nötig den 2. Haken vorzuhängen. So gesichert gab ich einen ernsten On Sight go. Sowohl die Kante als auch die darauf folgenden Reibung glückte. Es folgte eine so dünne und hohle Granitschuppe, dass ich diese nur ganz vorsichtig an der Wand nach unten belastete um nicht mit ihr auszubrechen. Obwohl die Sicherung durch Bohrhaken unkritisch war gruselte ich mich fürchterlich aber machte motiviert weiter. Als die Schuppe auslief und die nächste erst 2,5m über mir einsetzte war ich am verzweifeln. Sollte das o.s. nur 10m vor dem Standplatz enden. Lange kletterte ich vor und zurück aber so wie es aussah ging es nur mit einem Doppeldynamo. Micha war 35 m unter mir außer Sicht, die Startposition war voll überstreckt und ich fühlte mich sehr unwohl aus dieser Position loszuspringen. Es half alles nichts, ich musste einen richtig entschlossenen Versuch machen. Ich brachte mich erneut in die voll überstreckte Position mit dem falschen Fuß unter dem Körper damit die schräg stehende Hüfte überhaupt einen Zentimeter mehr Länge bot um loszuspringen zu können. Der linke Fuß war auf die glatte Wand gestellt und ich explodierte in Richtung der nächsten Rippe. Ich hielt die Luft an und flog ... ... lange genug nach oben um die Rippe zu fassen zu bekommen. Jetzt noch den Schwung abfangen und geschafft. Juhu, die Freude war riesig und die letzten Meter zum Stand waren auch kein Problem mehr. Eine weitere Länge und es war geschafft. Um 13:00 Uhr standen wir wieder am Einstieg und freuten uns auf den Abstieg ins Tal. Nicht jedoch ohne vorher unsere Material am Trinidad Norte zu deponieren.
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| Topo Pegadito en la Pared |
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| Micha in der 3. Sl mit einem Condor über ihm. |
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| Die 5. und Beste Länge in Pegadito... . |
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| Nach 30m Kletterei kommt dieser besch... Längenzug. Zum glück ging dieser mit einem komplizierten Dopeldynamo wo man einen Knoten in den Beinen hat. |
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| Was für ein toller Regenwald mit den riesigen Alerce- Baumen und einigen Blumen. |
So war der Abstieg sehr angenehm und die Rückkehr zu La Junta war wie das erreichen einer Oase nach einer langen Wüstenwanderung Nach den Regenwäldern und der Granitwüste war die grüne Wiese des Zeltplatzes eine Wohltat für Körper und Geist. Um das ganze noch zu steigern war sogar unser vermisstes Gepäckstück endlich bei uns angekommen. Jetzt können wir endlich das machen weshalb wir nach Cochamo gekommen sind.
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| Endlich mal was leckeres zum Essen. Rührei aus Eipulver. |
Einen kompletten Ruhetag im Tal bevor es wieder mit Essen für 7 Tage ins Trinidad Valley ging. Leider lief es dann anders als gedacht. Nicht nur das Wassermusik sehr schmutzig und brüchig war, sondern in der 10. Sl welche A0 geklettert wurde hielt kein einziger Griff an der Wand. Zudem waren die Bohrhaken so weit auseinander, das Micha kaum von Haken zu Haken kam. Bei einen dieser Versuche mittels Trittschlinge brach eine kleine Leiste weg und er kippte aus der Wand. Dummerweise blieb Michas Fuß in der Schlinge hängen und die Bänder am Fuß gaben nach. Der Fuß schwoll gewaltig ab und Laufen war jetzt nicht mehr möglich. Zum Glück ging das einbeinige Abseilen bei Micha.
Wir schliefen erst mal am Wandfuß und wollten schauen wie es am Morgen aussah. Als der Fuß am nächsten Tag noch dicker war, lief ich mit sehr viel Gepäck ins Tal und besorgte 2 Krücken. Vom Zeltplatz La Junta liefen Juan, Nina und Pablo mit mir hoch zu Micha um zu Helfen. Innerhalb von 2,5h stieg Micha mit Krücken ins Tal ab. Als wir sicher waren das nichts gebrochen war, entschueden wur uns erst mal in Cochamo zu bleiben.
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| Wenn man alt wird hängt man am Tropf und geht am Stock enn man blöd runterfällt auch. |
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| Das Team von La Junta war immer hilfsbereit für alle auf dem Zeltplatz da und es war eine echt angenehme Stimmung auf dem Camp. |
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| Das war es dan wohl mit dem Klettern für einige Zeit. |
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