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Montag, 8. Oktober 2018

Dolomiten, Ambiente mit Coolnessfaktor



Dolomiten wir denken das es der Rosengarten ist) im Morgenlicht.
Dieses Jahr war es wie verhext mit den Alpen. Egal ob gutes Wetter, Kletterpartner oder Zeit irgendwas fehlte immer.
Endlich war es soweit und es ging in die Dolomiten. Dieses Mal ging es mit Oliver Schmidt in die Berge.
Ziel war ein mehr oder weniger geheimes Tal in Südtirol. Hier wurde für die Gegend Klettergeschichte geschrieben und hier sind Routen wie "Kendo" und "Looping" zu Hause. Da man es früher mit der Ethik nicht so ernst nahm sind etliche Routen mit dem Motto " Was nicht passt wird passend gemacht" eingerichtet worden.
Da die Informationslage zu dem Tal sehr schlecht war, hielten wir in Bozen am Kletterladen. Alleine das war schon ein Erlebnis. Die zwei Verkäufer meinten, das niemand ohne Begleitung eines Locals in Tal Klettern gehen, da diese dort ihre Ruhe haben wollen. In der Vergangenheit kam es wohl schon zu Handgreiflichkeiten, platten Autoreifen oder nassgelbe und schlecht riechenden Schuhen am Einstieg.
Naja so schlimm wird es schon nicht werden. Auch die Absicherung und die Einstufung sollte sehr unangenehm sein aber damit kann man ja noch leben.

Spigolo Maerin 8a+/ 9SL
Die Maerins im Val di san Nocolo. Die Route Spigolo ist die rechte Kante.
 
Am nächsten Morgen klingelte noch im dunklen der Wecker doch der frühe Start kam jäh zum erliegen. Die Batterie des Autoschlüssels war leer und das Auto ging nicht auf. Echt blöd, wenn alles im Auto ist und man nicht reinkommt. Zum Glück gab es etwas versteckt unter einer Plasteabdeckung noch ein Schlüsselloch was echt schwer zu finden war.
So konnte es doch noch pünktlich zur Morgendämmerung losgehen. Der Zustieg vertrieb die Kälte aus den Knochen und noch in der Ersten länge erreichte uns die Sonne. Die Kletterei war abwechslungsreich und manchmal etwas splittrig. Wir gewannen rasch an Höhe und in der ersten schweren Länge kamen auch schon mehrere künstliche Griffe. Es folgte eine 7c+ die sehr unübersichtlich war und die Oliver mit Bravour meisterte.
Oliver in der 7c+ Länge
 Dann kam die Cruxlänge. Ausgesetzt an der Kante zog es wie Hecht. Ich brauchte recht lange ehe ich eine Lösung fand. Dies war eine Mischung aus Heelhooks und aufhocken. Besonders das erstere sehr ungewöhnlich für eine Platte.  Leider wurde es immer windiger und die kleinen Griffe konnte man beim besten Willen im Durchstieg nicht mehr fühlen weshalb wir abseilten. Am Wandfuß war es ironischer weise warm und windstill wo es doch oben an der Kante windig und kalt war. So ungerecht kann das Wetter manchmal sein.


Torre di Mezzaluna, Giallo Dream 8a, 250m 9 SL
Topo Giallo Dream

Nach der windigen Angelegenheit vom Vortag schauten wir uns das Wetter etwas genauer an und achteten auf die Windrichtung im Wetterbericht. Eigentlich nichts neues aber es war bereits spät im Jahr und da war es uns im Wind doch zu kalt. Da Nordwind angesagt war sah es erst einmal gut aus. Ziel des Tages war der Torre die Mezzaluna mit einer Route von Rolando Larcher die "Giallo Dream" heißt. Die Routen von Rolando sind quasi immer gut weshalb ich mich schon freute. Nur die Länge des Zustieges und die Ausrichtung der Wand war eine Unbekannte.

Der Frühe Vogel, ... sucht den Zustieg im Dunkeln

Die Wände welche auf die Giallo Dream schauen.
 Von der Stunde Zustieg aus dem Topo konnte leider nicht die Rede sein sondern es war eher 1,5-2h. Die Wand jedoch war eine Augenweide. Unten steil und gelb und oben etwas flacher und grau. Da der Gipfel auf über 2800m lag war es am Morgen extrem kalt und obwohl wir keinen Wind hatten war es nie richtig warm. Da die Sonne recht tief stand kam diese nur im oberen Teil und ab 13:30/14:00 Uhr in die Wand. Wir ließen uns dennoch nicht beirren und Kletterten Länge um Länge.
Oliver in der 2. Seillänge von Giallo Dream. Steil und richtig geil. In Franken würden die leute hierfür schlange stehen.

Die Gelben Längen waren der absolute Hammer. Geniale Züge an Fingerlöchern und die Absicherung war auch ok. gelegentlich hingen mal Schlingen oder fixe Expressschlingen in den Haken. Die Crux war zum einen technisch aber auch Ausdauer mit einem Dynamo am Ende. Leider waren einige Löcher nass, weil an der kalten Wand das Wasser kondensierte. Nach der Crux kamen wir in die Sonne und es wurde etwas flacher. Der graue Kalk war stellenweise sehr glatt und die Griffe alles andere als leicht zu finden. Alles in allem eine sehr homogene durchweg anspruchsvolle Route die Lust auf viel mehr macht. Wenn man im Sommer Zeitig anfängt kann man auch durkommen bevor das Gewitter kommt. Da manch einer lieber ausschläft als an  kaltem Fels zu Klettern ist hier zu erwähnen das wir erst im stockdunkeln wieder am Einstieg standen. Auch die Biwakschachtel 20-30 min von der Wand entfernt hat nur 4 statt wie angegeben 6 Schlafplätze und ist oft gut besucht.
Ich freue mich schon wieder auf einen weiteren Abstecher in das schöne Hochtal. Das wird zwar nicht mehr dieses Jahr werden, aber die Dolomiten laufen uns ja nicht weg.


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