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Freitag, 23. August 2013

Adrspach


Bürgermeister und Bürgermeisterin

Nach langer Zeit wurde es mal wieder Zeit Adrspach einen Besuch abzustatten. Die Entfernung ist zwar nicht weit, aber die Fahrt dauert über die vielen kleinen Straßen von Dresden 3-4h. Kerstin und Leopold waren mit von der Partie und zu unserer Überraschung waren meine Eltern auch zur selben Zeit da. Obwohl ich vor ca 30 Jahren das erstmalig an den Felsen in Teplice Felskontakt hatte, waren meine Eltern seit 27 Jahren nicht mehr hier. Sicherlich ist die Kletterei etwas gewöhnungsbedürftig, denn es dominiert die Reibungs und vor allem die Rißkletterei. In den letzten Jahren kamen aber viele schwere Wände und zum Teil geniale Kantenklettereien dazu. Einige davon sind gleich neben dem Zelplatz, so dass es mit kleinen Kindern auch ohne viel zu schleppen sehr angenehm ist. Da Helmut mit dabei war, gab es auch ein paar schöne Bilder welche mehr sagen als tausend Worte.

Eine 8b am König, Foto Helmut Schulze

Zamenka Panku 10a, Foto Helmut Schulze
Nachdem ich dieses Jahr recht wenig zum Klettern im Sandstein kam, merkte ich erstmals wie speziell dieser Fells ist weil die Reibung das ein und alles ist. Wenn man ihr nicht vertraut, erscheint vieles unmöglich oder man muß lange probieren ehe die Züge sitzen. Wer jedoch diese Geduld aufbringt, den läßt der Sandstein passieren und es bleiben außergewöhnliche Erlebnisse.
Eine 8b am König, Foto Helmut Schulze
Thomas Hering in Kwedlowatschka am Prinz, Foto Helmut Schulze

Donnerstag, 15. August 2013

Inspirierende Erlebnisse.


Die Ziegenalpe unterhalb von Moor






Es war wieder einmal eine günstige Gelegenheit die sich ergab und wir fuhren in die Alpen. Das Ziel war dieses mal das Apenzellerland also das Alpstein Gebiet.
Es ist zwar etwas weiter als der Wilde Kaiser aber ich hatte schon immer einen Hang zur schönen grünen Schweiz. Das ganze war als Training für unsere Alpenwoche im September gedacht und die Erkenntnisse aus diesem Wochenende sollten sehr vielseitig sein doch dazu später.
Wir kamen erst recht spät in Dresden los und erst im Dunklen in Wildhaus an. Es hatte gerade aufgehört zu regnen und die Blitze zuckten noch als nachwehen. Es war erstaunlich kalt, aber wir wollten dennoch heute noch aufsteigen, um einen Großteil des Weges zurückzulegen. Da ich keine nassen Sachen bekommen wollte trug ich Sandalen und kurze Hosen, was anfänglich sehr kalt war. Irgendwie kam uns das ganze wie verkehrte Welt vor. Letztes Wochenende waren noch knapp 40°C und jetzt waren es weniger als 10°C. Dafür waren wir nicht ausgerüstet. Wir hatten keine Daunenjacke dabei und ich zudem nur eine dünne Alufolie als Isomatte mit einem extrem leichten und gleichfalls dünnen Schlafsack.
Jedenfalls frohr ich die erste Nacht schon viel zu viel für meinen Geschmack und Steinig war der Untergrund auch noch.
Die 2.+ 3. Länge von Moorpheus

Sektor Moor, Moophium (220m /7b) und Morpheus (220m/7a+)
Der Samstag fing sehr früh an. Da es immer noch bewölkt sowie naß war, frohren wir beim Frühstück. Ich versuchte es mit dem Schlafsack als Daunenjackenersatz. Und in der Almhütte erwachte das Leben. Wir hatten zwar am Abend Ziegen und ein Kalb in den Ställen gesehen, konnten uns aber nicht vorstellen, das in der kleinen Hütte irgendjemand wohnt. Ein ca. 60 jähriger Urschweitzer kam aus einem der Ställe und begrüßte uns freudig. Zwischen dem melken seiner Ziegen kamen wir mit ihm ins Gespräch und fragten ob wir das Zelt über den Tag stehen lassen können. Er meinte die Ziegen könnten dieses anfressen und bot uns an die kommende Nacht auf dem niedrigen Heuboden im Ziegenstall zu schlafen.
Thomas in Moorphium
So hatte ich wenigstens eine wärmere Nacht in Aussicht. Nach dem Frühstück ging es zur Wand die scheinbar zum greifen nahe war. Am Ende brauchten wir fast noch eine Stunde den nassen steilen Graßhang zu erzwingen. Ich wollte meine Turnschuhe für den Abend trocken halten und hatte das Gefühl mir die Zehen in der nassen wiese abzufrieren. Das Thermometer war in der Nacht unter 5 Grad gefallen und auch jetzt fühlte es sich nicht wärmer an. Das eigentliche Ziel unseres Tages „Goldener Fallschirm“ (8a) brachen wir nach einer Stunde Probierens in feuchten Fels und mit klammen Fingern ab. Leider war die erste Sl die Crux und das war bei den Bedingungen zu viel zum Aufwärmen. Zudem warm wurden wir sowieso nicht. Auch „Bikini Zone“ war naß und so stiegen wir in „Moorphium“ ein. Angeblich die schönste Route hier unterschätzten wir die Schwierigkeit so sehr, das wir in 6c+ Längen extrem dicke Arme bekamen. Vielleicht lag es an der Kalten Nacht aber die dicken Arme wurden wir den ganzen Tag nicht wieder los. Die Route war schön, aber im Vergleich mit den Wenden eher unterer Durchschnitt. Besser fand ich die Nachbarroute, welche wir bereits beim Einsteigen gesehen hatten. Laut Wandbuch hieß diese „Moorphium“ und nach 3,5 h hatten wir auch diese noch geklettert. Obwohl wir kein Topo hatten schätzten wir diese im Nachhinein auf 7a+ und lagen goldrichtig. Bis auf die 1.und die 4.Sl konnten wir immer 2 Längen mit einem 70m Seil zusammenlegen um etwas schneller zu sein. Moorpheus war ausreichend gut eingebohrt das man eigentlich ohne Friends ausgekommen würde, aber in der letzten Länge hätte ich mir einen 0,4er und einen 0,75er Camelot gewünscht. Da dies nicht so war hieß es Augen zu und durch. So endete ein anstrengender Klettertag und wir kehrten in der Dämmerung zur Ziegenalpe zurück. Hier ist es gut wenn man eine Zange oder ein Taschenmesser mit Flaschenöffner hat, um den Wasserhahn aufzudrehen, denn sonst geht man durstig aus. Wir verbrachten einen angenehmen Abend mit dem Ziegenhirten und genossen die Abgeschiedenheit. Man hat auch selten die Gelegenheit mit einen 60-jährigen Schweizer über das Leben zu philosophieren. Jedenfalls lässt so ein Abend den ganzen Alltagsstress lächerlich aussehen.
Bevor wir in den Heuschober im hinteren Teil der Hütte kletterten wo bereits viele Kletterer geschlafen hatten versprach uns der Hirte für den Morgen noch frische Ziegenmilch. So überstand ich wieder eine sehr kühle Nacht, aber wenigstens lag ich auf ebenen Untergrund.

Schlafen im Heuboden des Ziegenstalls
Kein Wasser kein Mond 7c und Luftschloß 7a
Die Schattenseite ist Kein Wasser kein Mond
Da hier oben im Moor alle Routen die noch interessant sind feucht waren, blieb uns nur der Plan B. Wir stiegen nachdem wir  unser Morgenmüsli mit warmer Ziegenmilch statt mit Tee genossen haben ab. Der Geschmack der Milch war zwar eine Erfahrung, aber der Geschmack erinnerte eher an den herben Geruch eines alten Ziegenbocks. Naja Milch war ja noch nie mein Ding. Am Einstieg von Kein Wasser Kein Mond freuten wir uns über die sanierten Bohrhacken und über den ausgezeichneten Fels. Unsere Befürchtung, dass es in der Sonne zu warm werden würde war vollkommen unbegründet, denn es wehte ein kalter Wind. Die Einstufung war anspruchsvoll und spätestens in der Schlüssellänge sahen wir  echt alt aus. Uns gelang es zwar nach längerem probieren der Länge ein Af abzuringen, aber der Durchstieg war mit unseren dicken Armen nicht denkbar. Entweder waren die kalten Nächte und der Vortag zu viel oder ich werden langsam alt. Vielleicht ist es auch die harte Einstufung jedenfalls scheiterten wir an der letzten Länge wo wir einfach keinen Griff fanden um zum 2. Haken zu gelangen. Ich war von der Kälte so steif gefrohren das ich gar nicht erst probierte. Beim abseilen kamen wir wieder in den Windschatten des vorgelagerten Pfeilers und ich taute langsam auf. Da ich den heutigen Klettertag nicht ohne eine Route beenden wollte, stiegen wir noch „schnell“ vor dem Feierabend das Luftschloß 7a wo ich in einer 6b Länge einmal gepumpt abtropfte und ein anderes mal mich nur gerade so bis zum Umlenker kämpfte.
Also irgend etwas war Faul an diesem Wochenende aber nur klettertechnisch, denn sonst waren es schöne Erlebnisse. Naja bis auf die 2 mal 6h Autofahrt.

Dienstag, 30. Juli 2013

Zu Gast im Wilden Kaiser



Blick aus dem Kaisertal zum Kleinen Halt (Mitte) rechts im Anschluß liegt der Gamshalt,








Nach längerer Zeit war es mal wieder so weit und es stand ein Wochenende in den Alpen an. Das Timing hätte besser nicht sein können, denn der Wetterbericht sagte 42 Grad für Dresden vorher. Nur die Wahl des Zieles war für mich ungewöhnlich. Nicht nur die Ferien für Süddeutschland ließen uns auf ein naheliegendes Ziele planen. Das nächstgelegene war der Wilde Kaiser welchen man in 5h mit dem Auto erreichen kann. Der Ausgangspunkt war das Hans-Berger-Haus im Kaisertal, da mir diese Seite des Wilden Kaisers noch gänzlich unbekannt war und die Angelegenheit fing schon recht amüsant an.
Als ich einen Tag zuvor auf der Hütte anrief war diese zwar ausgebucht, aber als ich erwähnte das wir Klettern gehen wollten standen uns die Türen der Gastfreundschaft offen. Selten habe ich eine Hütte erlebt bei der Kletterer so beliebt sind. Aber dazu später.
Am Freitag ging es mit Issy und Drahteseln nach Kufstein. Der Anstieg war etwas kräftezehrend und manche beäugten uns skeptisch, weil Fahrräder  nicht gerne gesehen sind im Kaisertal, davon war aber auf der Hütte wenig zu spüren.
Da die Hütte voll ausgebucht war wurden wir freundlicherweise im Lager des Gastsherpas untergebracht. Ein kleines Zimmer welches vorsorglich mit 2 Doppelstockbetten ausgestattet war, wurde für die nächsten 2 Tage unser Zuhause. Wir hatten somit die Möglichkeit uns zeitig schlafen zu legen bzw. Mittagschlaf zu machen ohne gestört zu werden. Dies war für uns ein Luxus den wir sehr zu schätzen wussten. Wir fühlten uns quasi wie Könige im Kaiser.
Für die 1,5 Tage standen die 2 folgenden Routen auf dem Programm.

Schöne Neue Welt (9+/10-  / 200m)
Am ersten Morgen ging es früh los und durch die im Sommer übliche morgendliche Helligkeit waren die Strahlen der Sonne bereits rotglühend an den Felsen zu sehen.
Da ich den Führer nicht sehr aufmerksam gelesen hatte, wunderten wir uns, dass es noch über eine Stunde Fußmarsch von der Hütte war. So stiegen wir  zum oberen Scharlinger Boden auf und wunderten uns, dass es eine Stunde gedauert hat, was nach Aussage der Wirtin schnell war.
Die Wand des Haltplattenschild mit der Route „Schöne neue Welt“ war mit 160 m Höhe eher mickrig gerade vor dem Hintergrund des 600m hohen Gamshalt oder des fast 1000m hohen Kleinen Halt mit seinen großen Plattenfluchten.
Ich in der ersten Länge von Schöne neue Welt
Beim Betrachten der kleinen Wand, wunderte ich mich schon irgendwie warum ich gerade diese Route gewählt hatte und am Nachmittag sprachen uns die Tischgefährten offen darauf an. Ich konnte mich also nicht um die Antwort drücken. So einfach die Antwort auch war so dämlich klang sie auf einmal.
 Ich hatte beim Durchblättern des Führers die 2 schwersten Routen in diesem Teil des Kaisers ausgewählt. Da hatte die Route für heute 7 Seillängen und die für den Sonntag 16. Erst als wir davor standen bemerkte ich das einige Längen gerade mal 20m waren.
Ich behielt meine Enttäuschung für mich und los ging es. Es ging zügig voran, da die ersten Längen noch kürzer als angegeben waren. Wie immer ging es am Morgen sehr ungelenk los und das glatte Gestein des Kaisers war etwas gewöhnungsbedürftig. Wir waren nach 1,5h an dem überwölbten Band welches die Crux darstellte. Die Absicherung war sehr gut und die Züge waren athletisch. Leider waren die Griffe in diesem steilen Wandteil sehr staubig und man musste etwas putzen damit man die Griffe halten konnte. Was dies angeht bin ich von den Wendenstöcken extrem verwöhnt. Die trickreiche Stelle gelang mir zwar im ersten RP-Versuch aber leider war es Issy nicht vergönnt durchzusteigen, denn die Züge waren nicht angenehm für seinen Ellenbogen. Alles in allem fühle sich die Einstufung eher gängig an aber vielleicht kam mir das boulderlastige Klettern zur Zeit entgegen. Die 5. Länge war am Ende nur mal kurz schwern nur die 6. Länge sträubte sich noch etwas. Das Gestein war etwas splittrig und die Kletterei sehr unübersichtlich. Am Ende gelang auch diese im 2. Versuch. Ich hatte insgesamt das Gefühl, dass die Route durch die wenigen Wiederholungen etwas zugekeimt ist. Auch dem Gestein könnte etwas mehr abklettern gut tun. Alles in allem keine Empfehlung um hin zu fahren aber wenn man da ist kann man sie mitnehmen.
Issy in der letzten 9er Länge von Schöne neue Welt
Nach 6 Stunden standen wir wieder am Einstieg und legten uns in den Schatten eines großen Felsblocks am oberen Scharlinger Boden. Es war echt angenehm und durch den Wind im Schatten sogar kühl. Nach der ausgedehnten Mittagspause machten wir uns auf den Abstieg zur Hütte. Zum Glück hatte Issy bereits am Morgen die Idee gehabt, das komplette Kletterzeug unter einem Felsblock zu verstecken. So war der Abstieg fast ohne Gepäck umso angenehmer. Wie bereits angesprochen sind Kletterer am Hans-Berger-Haus sehr willkommen und die Wirtin interessiert sich für jede Route die ihre Gäste geklettert haben. Wir saßen nichtsahnend auf der Terrasse und schwitzten selbst im Schatten. Es dauerte nicht lange, da wurde uns von der Wirtin ein Schnaps ausgegeben und sie gratulierte uns zu unserem Erfolg. Auch der Abend war sehr unterhaltsam und da das Bier nur 3,5€ kostete schlief Issy wie ein Baby. Er hörte nicht einmal, dass abends noch gemütlich vor der Hütte gesungen wurde und war sogar ohne Wecker 4 Uhr wach.

Die Geister die ich rief… ( 9+     /400m)
noch früher. Der Aufstieg begann im Dunkeln, da für den Sonntag Temperaturen bis 36 °C vorausgesagt waren. Zudem stand noch unsere Heimfahrt an und wir wollten die Route bis zum Wandbuch klettern klettern. Ohne Gepäck ging es zügiger als am Vortag und als wir die Hälfte des Zustiegs hinter uns gebracht hatten setzte das Morgenrot ein. Es war  schwüler wie am Vortag. Die Wand sah dieses mahl heller aus und das Gestein war auch besser als am Vortag. Die erste Länge war schon einmal ein herber Dämpfer am Morgen. Die Wand war steil, der Fells glatt und unübersichtlich. Sich in diesem Gestein zu beeilen war fast unmöglich und den Versuch büßte ich mit sehr dicken Unterarmen. So geriet ich in einen mächtigen Kaltpump dumm gelaufen, aber das lässt sich nicht ändern. Bis zur Crux waren die Längen ausgesprochen schön und das Gestein fest. 
Issy in der vorletzten 8er Länge von Die Geister die ich rief..
Leider änderte sich dies in der Crux. Es wurde feinsplittrig, steil und die Griffe waren vorwiegend Leisten ohne Tritte. Dazu kam, dass ich tatsächlich einen Bohrhaken übersah. Ich lief also noch einmal gewaltig zu und tropfte am Haken ab bevor ich einhängen konnte. Damit wäre auch bewiesen, das Laktat den Geist vernebelt. Erst nach längerem Ruhen und ausbouldern erblickte ich nebenbei den übersehenen Bohrhaken in einer Mulde. Ich war aber mittlerweile so dicht, dass ich selbst die Einzelzüge nicht mehr brachte. Außerdem war der Fels für meinen Begriff zu splittrig. Wir überlegten hin und her ob wir abseilen sollten, hatten aber keine Alternative welche wir sonst klettern konnten. Also hieß es weiter probieren. Nach langem Probieren fand ich eine Variante welche ich klettern konnte und kehrte zum Stand zurück. Wir entschieden uns für eine Pause von 30-40 Minuten, weil bei mir in diesem Moment nichts mehr ging. Issy konnte in dieser Zeit in Ruhe die recht kurze Länge ausbouldern. Ich habe mich selten nach 4 Längen so KO gefühlt, aber es wurde auch durch die Pause nicht besser. Der Erste Versuch endete am ersten Haken. Wir waren überein gekommen abzuseilen sollte ich nicht durchsteigen können und so war zumindest der Zeitdruck weg. Bei einem der nächsten Versuche gelang das unmögliche. Ich kämpfte mich durch und erreichte irgendwie total gepumpt den Standplatz. Das ganze kam so unerwartet, dass wir sogar ernsthaft überlegten ob es sich lohnt weiterzuklettern oder ob die 2h welche wir für diese Seillänge benötigt hatte bereits das aus für den kompletten Durchstieg war. Wir entschieden uns fürs Weiterklettern und gaben mächtig Gas. 
Da viele Längen kürzer als angegeben waren schafften wir die nächsten 10 Längen in ca. 3h. Dazu kann ich nur sagen es hat sich gelohnt weiter zu machen. Die letzten drei 8er Längen waren so genialer Fels, das man sich fast wie in den Wendenstöcken fühlte. Die Hitze war dank des schnellen Kletterns (Fahrtwind) auch erträglich und so standen wir nach dem Abseilen 16 Uhr wieder am Einstieg. Damit haben wir wahrscheinlich die erste RP-Begehung auf die Route erkämpft denn die Erstbegehung wurde af durchgeführt.
Fazit empfehlenswerte Route. Falls einem das knusprige Gestein im Mittelteil nicht stört sogar richtig schön.
Issy in der letzten 8er Länge von Die Geister die ich rief..
Für uns war das Wochenende noch lange nicht zu Ende und es ging an den Abstieg. Den Schnaps der Hüttenwirtin konnten wir diesmal begründet ablehnen und wir fuhren gen Tale. Die 5-6 h Heimreise im Auto waren zwar wie immer ein ganz schöner Krampf, aber was tut man nicht alles für ein Kletterwochenende in den Alpen.

Freitag, 14. Juni 2013

Auf zu neuen Zielen

 Nachdem Issy das Valley verlassen hatte wurde es ruhiger. Nicht nur, das wir einen anständigen Zeltplatz auf den Pines hatten und uns somit endlich im Yosemity als Familie zu Hause fühlten. Kerstin kam zum Reiten und wir hingen am Fluß ab. Ja das mag alles ungewöhnlich klingen, aber der Sommer hat Einzug im Yosemite gehalten und das Thermometer war bei 40 Grad im Schatten und in der Sonne waren es gefühlte 70 Grad. Da konnten wir nur im Schatten liegen und der Gedanke an Bewegung trieb uns schon den Schweiß auf die Stirn. Also endlich mehr Zeit für Kerstin und Leopold. So wurde die Zeit für die Familie genutzt. Wir machten einen Abstecher in die kühlen Berge zu den Hot Springs
Zeit für die Familie in den Hot Springs bei Mamoth Lake.

 und schönen Ausflügen zum Fluß, auf denen Leopold sich aust oben konnte und viele neu Freunde gefunden hat. Zudem hat der kleine Mann schwer mit seinen Zähnen zu kämpfen, er bekommt gerade 4 Backenzähne auf einmal! So das er nur Brei essen mag und meistens schon beim trinken weint! Trotzdem macht er seine Sache super. Er schafft es immer wieder sich abzulenken, um dann mit einem strahlenden Lächeln auf fremde Leute zu zugehen.
Zach in Final Frontier.

 Die einzigen zwei kühleren Tage wurden noch mal genutzt um etwas zu Klettern. Das war zum einen die 2 Wochen alte 9 Sl lange Route "The Final Frontier" (5.13-, F.I.F.I. Buttress). Schöne Kletterei mit guter Absicherung aber leider sind die Stände sehr unlogisch und noch viel unbequemer gebohrt.

Topo Mahtah, vorschlag Tobias Wolf

 Ein kleines Highlight war allerdings noch einmal die wenige Tage alte Freikletteroute "Mahtah" (5.12, 16 Sl) an der Liberty Cap. Dieser hinterm Half Dome befindliche Granitdome liegt im so genannten Little Yosemite Valley.

Nevada Falls beim Klettern immer in Sichtweite
 Mahtah was in der Sprache der Ureinwohner so viel heißt wie Liberty Cap, wird in naher Zukunft zum 5.12er Astroman avangieren.


Die erste 5.12er Lange eine grandiose Hangel.
 Anhaltende geniale Riß- und Verschneidungskletterei in einem Ambiente wie in Herr der Ringe. Diese Südwestwand welche mehrere Technorouten kombiniert, hat das einzige Manko, das es im Frühjahr meist feucht sein dürfte. Nur noch als Tip für Aspiranten:


Zach in der 2. 5.12er Lange etwas ausdauernder.
Ein sehr anstengender 5.11+er
 Wer es an einem Tag schaffen will, der sollte besser am Einstieg schlafen, denn die 2 Stunden Zustieg und die 1Stunde Abstieg zum Wandfuß sind zeitraubend und zudem zu schön um im Dunklen vorbeizurennen.


Die Südseite des Half Domes
 Auch wenn die letzten 2 Wochen scheinbar tatenlos dahinflossen, wenn man sie mit den vorrangegangenen vergleicht, war es im allgemeinen eine schöne entspannte Zeit. Eine Zeit in der man sich sammeln, sowie Motivation für neue Ziele finden konnte. Da es an solchen hier im Yosemite nicht ist mangelt, ist dieses Ende auch ein neuer Anfang. Fürs Erste kehre ich erst einmal wieder in das Leben eines "weekend warriors" zurück und freue mich auf die Abendteuer des Altags.





Auf zu neuen Zielen

Donnerstag, 30. Mai 2013

El Corazon

Original Topo von El Corazon
der Ruhetag war viel zu kurz und die Haut war noch empfindlich beim hantieren mit Seilen. Doch es half alles nichts, die Zeit war so beschränkt und kostbar, dass man sie nicht mit Ruhetagen verschwenden konnte. So ging es am eigentlichen Ruhetag zu den Fixseilen um mit Haulbag und Essen und Wasser für 5 Tage zu unserem vorher gekletterten Ende vom Freeblast hoch zu jümaren. Eigentlich schon komisch, einen Tag zuvor schleppten wir uns noch total geschafft und hungrig vom Middle Cathedral Rock zurück ins Camp 4 und heute, noch Müde von der letzten Route, geht es schon wieder los. Das woran man diese Müdigkeit am meisten spürte, waren die stärkeren Zweifel ob man der Route überhaupt gewachsen war. Der Ruf von El Corazon ist nicht gerade der einer Sportkletterroute. In dieser Route werden beim Technoklettern häufig verwendete Birdbeaks als Zwischensicherung verwendet. Das eine mal in der „Beak Flake“ 5.13b wo ein Dynamo angeblich nur so abgesichert werden kann und das andere mal bei „Bobby's Bunny Slope“ einer 5.12c Reibung wo dieser die einzige Sicherung darstellte. Dazu kam noch das ich massive Respekt oder besser gesagt Angst vor der „Roof Traverse“ 5.13b hatte, da ich sie schon auf Fotos sowie live aus der Nachbarroute gesehen hatte. Die Zweifel waren also da. Es war einerseits die begründete Angst vor dem Unbekannten andererseits ob man das richtige Material dabei hatt. Uns wurde mehrfach nahegelegt, das wir ein paar Normalhaken, Birdbeaks und einen Hammer mitnehmen sollten. Aus Gewichtsgründen entschied ich mich dagegen. Mit all diesen Gedanken stieg ich an den Fixseilen nach oben. Issy hatte mir angeboten, das er an den Fixseilen das Haulen, also das ziehen des Haulbags mit Portaledge übernehmen würde. Wenn er vorsichtig ist, meint er, dann geht das mit dem Ellenbogen schon und es wäre die einzige Möglichkeit mir etwas Arbeit abzunehmen.

Issy beim Haulen am "Ruhetag"
  Die nächsten Tage geht dies nicht, denn wenn ihm der Ellebogen schmerzt muß er jederzeit loslasen können und das geht im Vorstieg natürlich nicht. So ging es nach einer Nacht auf den „Mammoth Terraces“ los und wir fanden den Weg nicht richtig. Das Topo war an dieser Stelle falsch. Nach 30 Minunten suchen hatten wir Erfolg. Die ersten 4 Längen waren nicht schwer, aber es dauerte dennoch den halben Tag bis wir an der ersten Crux der „Beak Flake“ waren. Auch hier war das Topo falsch aber diesmal zu unserem Glück. Etlicher Wiederholer berichteten, das anstelle eines Birdbeaks einige Rivets geklippt wurden um die Sicherung zu verbessern. Auf dem Pfeiler wo man eigentlich rechts absteigen sollte angekommen, stellte ich fest das die logische Linie gerade hoch ist wo man genau in die „Beak Flake“ gelangt. An dieser Stelle die von der Technoroute Albatross geklettert wird war ein Bohrhaken und es sah noch dazu besser aus. Wenn diese Linie jetzt noch frei zu klettern geht dann wäre alles super. So kam es und es gelang. Zwar mußte das Seil für den Rotpunktdurchstieg noch mal abgezogen werden, aber diese erste Hürde war somit für mich genommen. Issy fiel leider in der Durchstiegscrux der Länge, wollte seinem Arm jedoch keinen weiteren Versuch zumuten. Wichtig war ihm die freie Begehung also ohne Kletterzüge auszulassen. Uns trennte nur noch die „Beam Flake“ einer anstrengenden 5.11a Hangel von unserem Tagesziel. Der Stand war zwar ok mit einem kleinen Band daneben, aber der einzige Aufhängepunkt welcher von der Höhe und Wandstruktur geeignet war um das Portaledge aufzuhängen war ein Rivett. Dies ist im Grunde eine Maschinenschraube die in die Wand gedroschen ist und man hängt das Stahlkabel eines Klemmkeils darüber um diese als Sicherungspunkt zu nutzen. Solange die Belastung nach unten kommt vollkommen ausreichend halt nur etwas gruselig. So verlief die Nacht recht ruhig, nur Issy schaute häufig besorgt zum Rivett hoch.

Unsere erste Nacht an einem Rivet.

Der kommende 2. Tag war vorn vornherein der Tag mit den meisten Unbekannten bzw. unsicheren Längen, denn es waren die berüchtigten Reibungsquergänge mit den Birdbeaks. Wir planten deshalb nur 3 Längen für den Tag um den Beginn des markanten Verschneidungssystems zu erreichen. Der Morgen fing schon mal schön an. Brüchiger Fels mit mäßig guter sicherung vom Stand weg. Die Länge querte und der Haulbag mußte umständlich seitlich herausgelassen werden. Es folgte eine 12d die mit Birdbeaks recht gut gesichert war und zum glück guten Fels aufwies. Die Schwierigkeit war moderat, bis kurz vor dem Ende der Verschneidung die Strukturen aufhörten. Eigentlich sollte es an einem Normalhaken links auf die Wand queren, aber der Haken war nicht da. Im einzigen guten Griff brachte ich einen Friend unter. Was folgte war ein Boulder nach links mit einem sehr weiten Zug ohne Tritte. Nach längerem Bouldern gelang dieser wie auch im Durchstieg. Zum glück war Issy etwas Länger, denn die Sicherung im Nachstieg war nach aushängen des Friends nicht so optimal. Das wäre ein Grund einen Hammer und einen langen Knifeblade bzw. einen 3mm Lost Arrow für den Nachsteiger mitzunehmen. Nun standen wir vor der berüchtigten Reibungslänge „Bobby's Bunny Sloppe“ Ein paar Kekse aus unserem Haulback und Issys gutes zureden und es ging los. Die Crux folgte kurz nach dem Stand und dann ging es leicht um die Ecke und Hoch. Was folgte waren ein Birdbeak am Beginn eines Reibungsquerganges zum nächsten Stand hin. Die Sicherung ließ sich mit einem Mikrokeil und mit einem Metolius Mastercam (#0) rechts in einer Rißspur so ergänzen, dass man meint die Sicherung könnte einen Sturz halten...
Bobby's Bunny Slope die ersten Meter.

Issy in Bobby's Bunny Slope.
 Nur ging es 30min vor und zurück, denn die Reibung war schwer zu lesen und die Tritte glatt. Als es endlich gelang war die Erleichterung groß und wir freuten uns die Verschneidung noch etwas hochklettern zu können um den nächsten Tag zu verkürzen. Doch wie immer wenn es schnell gehen sollte gelang dies nicht, und der Haulback verhängte sich auch noch. So schafften wir noch 3 Längen bis zum Dunkel werden welche breite Hangeln mit #6 Camelot und sogar einen mäßig schweren 12b Offwith beinhaltete. Der „Kierkegaard Chimeney“ sieht zwar beeindruckend aus, aber mit einem #5 und einem #6 Camelot sowie mehreren #2 und #1 läßt er sich gut absichern. Als es anfing dunkel zu werden hatte wir allerdings das Problem, das keiner der Standplätze für ein Portaledge geeignet war. Die Bohrhaken waren alle zu nahe an der Verschneidung und so mussten wir 2 Längen abseilen denn die ersten beiden Stände im Verschneidungssystem waren geeignet. Das Seil Ließen wir hängen um am folgenden Morgen mittels Jümaren wieder aufzusteigen.
Die Erste Verschneidungslänge luftig und schön.

Unser Biwak am Fuße der Verschneidungen.
 Der Biwakplatz war echt schön und die Verschneidung schützte vor dem kalten Wind. Beim aufstehen am folgenden Morgen war es kühler als sonst. Das Thermometer zeigte weniger als 5 Grad an. Da war Jümaren zum Aufwärmen sehr angenehm. Für den 3. Tag stand die „Coffee Corner“ und mit der „Roof Traverse“ die Crux der Route an. Für die letztere plante ich den halben Tag denn das ausbouldern der 5.13b und der Durchstieg würde sicherlich dauern. Deshalb klingelte der Wecker auch schon um 6 Uhr. Die kommenden Verschneidungen waren geniale Handrisse und etwas Kamin. Wir gelangten schnell zur „Coffee Corner und wenn man diese halb als Kamin klettert und dann mit dem Gesicht nach außen spreizt ging es ganz gut. Gegen 14 Uhr waren wir unter dem Dach und auch Issy freute sich die 20m lange „Coffee Corner“ durchzusteigen.
Die schönen Handriße unter Coffe Corner

Coffe Corner, mit der Spreize als Lösung.
  Nun hingen wir unter dem Dach. Es war ein besch... Hängestand und der Wind frischte wie immer auf wenn die Sonne in die Wand kommt. Nur leider hatten wir nichts von der Sonne, denn anfangs blockierte die Verschneidung ihre wärmenden Strahlen und später am Stand darüber das Dach. Das einzige was ich für Issy machen konnte war den Haulbag so in die Verschneidung am Stand zu hängen das er mit den Füßen darauf stehen konnte. Was folgte dauerte lange und war extrem anstrengend. Das Ausbouldern dauerte scheinbar ewig und als ich am „Tower of the People“, unserem erklärten Tagesziel ankam, war ich fix und fertig. Ich saß angenehm in der Sonne und wußte ich mußte wieder zurück in den Schatten und die Kälte des Daches um durchzusteigen. Allerdings fühlte ich mich nicht im mindesten dazu in der Lage. Was sollte ich machen? Es gab die Option für heute schluß zu machen und es morgen erneut zu versuchen. Allerdings wäre dann der Haulbag bereits am „Tower of the People“ und der Stand wäre für Issy noch unbequemer. Außerdem würde das einen weiteren Tag in der Wand bedeuten. Wir hatten zwar noch Essen als Reserve aber es so grundlos vergeuden wäre sinnlos. Es war jetzt 17 Uhr und das heißt nach einer Stunde Pause noch Zeit für 2-3 Durchstiegsversuche. So seilte ich herüber und jümarte zu Issy hoch. Für die Stunde Pause hängten wir uns etwas unter das Dach in die Sonne und die Eiszapfen am Issy begannen zu tauen. Da Issys Finger schon Blasen aufwiesen verzichtete er darauf in meiner Pause die Züge zu probieren.

Die Roof Traverse, eine der anstrengensten 8a die ich je geklettert habe.

Eine Stunde und einige Müsliriegel später ging es wieder unter das Dach in den Schatten. Das jümarn fiel mir mit den müden Armen schwer und ich hatte dieses komische Gefühl im Bauch welches man immer vor Seillängen hat die man eher nicht noch einmal klettern möchte. Es half alles nichts ich musste es versuchen. Noch ziemlich steif vom langen hängen im Gurt ging es mit schmerzenden Armen und kalten Fingern los. Die ersten schweren stellen glückten und ich ignorierte das knirschen unter den Füßen. Vom vielen Pressen und hakeln mit dem Fuß krampfte mein Schienenbein, aber es ging weiter. Ehe ich mich versah, war ich wenige Züge vor einem schlechten Schüttelpunkt wenn ich diesen erreichen konnte hatte ich eine Chance. Ich kämpfte mich pressenderweise zu diesem durch und schöpfte etwas Hoffnung. So quälte ich mich weiter durch das Dach und am Ende wäre ich beinahe noch einmal weggerutscht weil ich kaum noch Kraftreserven hatten. Jedenfalls gelang der Durchstieg im 2. Versuch, wie genau kann ich auch nicht sagen ich war viel zu geschafft. Wahrscheinlich hat zu viel Laktat im Blutkreislauf einen negativen Einfluss auf das Gedächtnis. Damit war das Tagesziel erreicht und das nicht zu zeitig.
Issy unter dem Dach in der letzten Sonne des Tages.
  Ehe Issy und der Haulbag bei mir waren, war es schon fast dunkel, denn das Seil verklemmte sich noch im Dach.

Issy in der Abschußhangel der Rooftraverse.

Der Biwakplatz war ausgezeichnet und die Seillängen die folgten kannte ich zum Zeil noch von Golden Gate. Dennoch war die Nacht alles andere als erholsam. Ich war so geschafft, dass ich kaum Schlaf bekam. Ich wachte viel zu oft mit Krämpfen und schmerzenden Fingerkuppen auf und es drängte sich mir die Frage auf ob ich die zwei 5.13er Längen ohne Ruhetag noch Durchsteigen kann.
So sieht ein gemütlicher Biwakplatz aus am Tower of the People.
 Am Morgen ging es etwas besser, doch gut war es nicht gerade. Ich boulderte die Längen kraftsparend aus und konnte sie gerade so durchsteigen. Allerdings war das Wetter irgendwie komisch. Die Schleierwolken wurden immer dichter und schließlich kamen dicke schwarze Wolken. Die Seilschaften die wir unter uns in anderen Routen gesehen hatten seillte alle ab. Wussten diese etwas was wir nicht wussten. Zog etwa ein Sturm auf? Leider hatten wir so keinen Empfang um uns den Wetterbericht sagen zu lassen also machten wir weiter. Im Zweifelsfall hatten wir das Rainfly vom Portaledge um einen Sturm trocken zu überstehen. Das ganze machte es nicht gerade leichter für mich.
Issy in Golden Dessert 5.13a
  Der zusätzliche Stress und die Erschöpfung machten sich bemerkbar, als ich bei einer 5.12a die Einzelzüge nicht mehr brachte. Erst als ich den Großteil der Friends vom Gurt abmachte und bei Issy ließ gelang der Durchstieg. Die großen Friends zog ich später am Materialseil hoch zu mir, denn ich brauchte sie zum Stand bauen.
Ich in der A5 Traverse. Das ich diese Länge vor 3 Jahren geflsht habe war in meinem Zustand gerade unvorstellbar.
  Der Stand war nicht besonders bequem und für ein Portaledge nicht geeignet. Es fehlten noch 3 Längen bis hoch. Es wurde immer dunkler doch wir machten weiter. In der Mitte einer glatten 5.12er Hangelverschneidung fing es mit Regnen an. Ich hatte meine Zweifel ob es die richtige Entscheidung war, doch ich machte weiter. Issy schickte mehrere Stoßgebete gen Himmel, denn die Absicherung war nicht gerade rosig. Zum Glück blieb es bei dem Nieselregen und wir schafften es bis hoch. Es hatte sich spürbar abgekühlt und die Luft roch nach Schnee. Wir waren oben.
Glücklich alles RP geklettert zu haben freuten wir uns kurz bevor wir weiter hetzten. Was wir jetzt brauchten war nur noch ein Baum wo wir das Portaledge mit Rainfly aufhängen konnten und das wenn es geht bevor es anfängt zu regnen. Wir schafften es und blieben somit trocken. Der Sturm ließ sich ausreichend zeit und tobte über Nacht durch das Valley. Im Nachhinein erfuhren wir, das der Sturm viel schlimmer angesagt war und deshalb alle Seilschaften abgeseilt sind.
Unsere bleibe für die stürmische Nacht auf dem El Cap
 Für uns endete El Corazon nach einer fast schlaflosen und unruhigen Nacht mit dem Abstieg am Folgetag. Es war zwar ein Erfolg aber wir fühlten uns nicht gerade so. Doch echten Erfolg muss man sich erkämpfen und so wird es wahrscheinlich noch einige Tage dauern bis wir uns richtig freuen können. Issys Zeit im Valley ist damit zu Ende und ich freue mich wieder auf Kerstin und Leopold.