Posts nach Themen sortiert

Dienstag, 30. Mai 2023

Steinplatte /Loferer Alm - Slab Dance

 



Die Kletterei war sehr unübersichtlich ging aber gerade noch . Alles nur flache Reibungstritte zum Stehen aber zum Greifen nur Seit- und Untergriffe.
Ein echter Albtraum zum Bohren im Vorstieg. Chris-Jan stand einige Meter überm letzten Haken. Stehen ist das falsche Wort. Er versuchte verzweifelt zwei Skyhooks an zwei Seitgriffe zu hängen und diese gegeneinander zu verspannen. Mit abnehmender Kraft stieg die Spannung. Endlich fand er etwas Entlastung und bohrte das Loch. Haken ins Loch und endlich reinsetzen. Geschafft oder doch nicht?
Beim Klettern ins Unbekannte gibt es immer wieder etwas unvorhersehbares aber das war selbst für uns was Neues. Die Anspannung ließ nach und Chris-Jan musste nur noch die Mutter festziehen. Der Schwerlastankers hält bereits nach dem reinschlagen den Vorsteiger weshalb er auch im Haken saß. Doch beim Festziehen mit dem Ratschenschlüssel gab es plötzlich ein metalisches Bling .... und einen Schrei und ein Rauschen in der Luft. Der Schreck war genauso groß wie der Sturz, doch was war passiert? Die Ratsche, welche bekanntlich in eine Richtung festzieht und in die andere clickend zurückratscht hatte sich verstellt und Chris-Jan hat zielsicher den Haken abgeschraubt in dem er gesessen hatte.

Einige Haken später gab es den oben beschriebenen Freiflug von Chris-Jan.


Nun von vorn. Wo waren wir den? Wir befinden uns an der Steinplatte bzw. Loferer Alm. Je nachdem welchen Teil des 7 km langen Felsriegels man meint. Wir waren wieder auf der Suche nach Neuland und haben das Notwendige mit dem nützlichen verbunden. Zum einen klettern wir gern die Nachbarrouten in Wänden wo wir eine Neutour planen. Desweiteren ist die Einstufung und die Kletterei in jedem Klettergebiet so unterschiedlich das es gut ist vor Ort Vergleichswege für die Einstufung zu haben.
Nach den ausgiebigen Regen- und Schneefällen der letzten Tage starteten wir im nassen "Tiegerauge" Wir schauten nicht schlecht wie raufaserartig und schwer 7c Plattenstellen sind. 


 

Mehr feucht als trocken waren die Risse und Löcher im "Tiegerauge".


Mit eingefahrenen Reibungsschuhen ging es am Folgetag weiter mit "Woher Kompass" 8a+ wo wir deutlich gezeigt bekamen wo hier der Hammer hängt. Allein die Einzelstelle am Ende der Crux auszubouldern kostete mich über 1h. Das steht im krassen Kontrast zu vergleichbar steilen spanischen Routen, die ich im März Flash bzw. On Sight klettern konnte. Aber jedes Gebiet ist halt anders. Auch Chris-Jan glänzte an diesem Tag als er die 7c+ Länge mit seinen bequemen Kletterschuhen Flash Klettern konnte.

Chris-Jan in der 4.Sl von "Woher Kompas" nach dem beeindruckenden Flash der 3. Sl.

Wir schlossen die Steinplatte mit dem "Alpengeier" 8a ab,
Die 2.Sl im Alpengeier.


 

der von der Linie beeindruckt jedoch nicht so unser Stiel war. Hier wurden wir leider nicht fündig und wollten unser Glück an der Loferer Alm versuchen wo wir noch ein Projekt hatten.

Im aktuellen Kletterführer zur Steinplatte steht ein Zitat eines Locals: " Ein Kletterer unter 192 cm ist ein Krüppel". Dem geneigten Leser meines Blogs soll gesagt sein, dass die Routen trotzdem im Durchstieg gingen aber wie immer, gerade so und auf letzter Zehenspitze. :-)


Loferer Alm - Sektor Tanzboden - Erstbegehung

Nasser Fels soweit das Auge reicht. Obwohl es bereits Mittag ist tropft es überall.


2 Regentage später seilen wir über den Tanzboden ab. 4 Jahre zuvor hatten wir am 8. Haken aufgegeben und die Laschen wieder abgeschraubt. Die Wand war klatschnass und an Klettern war noch nicht zu denken, schon gar keine Steilreibung. Wer schon mal über einen Wasserfall abgeseilt ist, weiß wie glatt nasser Kalk sein kann. Noch dazu wenn er eine dunkelgraue Farbe hat. Diese kommt nämlich von oberflächlichen Verschmutzungen die die Feuchtigkeit länger halten. Leider trocknete es nur langsam, besonders in den Löchern. 

An dem Überhang über Chris-Jan war 2019 für uns Schluß.

So dauerte es länger als gedacht bis wir uns ins Vergnügen Stürzen konnten. Die nassen Längen (1.& 4.) mussten wir teilweise mit Seil von oben bohren um voran zu kommen. Durch die Nässe dauerte es 2 Tage bis die Route fertig gebohrt und geputzt war. Ungewöhnlich lange für uns denn für die beiden Nachbarrouten "Der mit dem Wolf tanzt" und "Dans op de deel" haben wir nur einen Tag gebraucht. Vielleicht werden wir langsam älter aber Spaß macht es trotzdem noch. Besonders das Bohren der 3. Länge war ein echter Genuss für mich. 

Glücklich nach fertig gebohrter 3. Sl

Da wir an dem Tag nicht fertig wurden mussten wir zum Ausstieg Hochjümarn, aber wir kommen wieder. :-)

Im Letzten Tageslicht kamen wir am Parkplatz an.

 

Spannend wurde es noch mal am Durchstiegstag, 

 

Noch bevor wir richtig fertig waren kam schon der erste Local um unsere Route zu probieren. :-)
 

Denn die erste Seillänge konnten wir wegen der Feuchtigkeit nicht putzen und Ausbouldern. Jedoch waren die Nachbarouten noch deutlich feuchter als unsere Neuroute. Am Sonntag war endlich soweit und es sah auch wieder etwas trockener aus. Die erste Länge hat es in sich. Kleine Griffe, weite Züge und die Tritte waren flach und selten dort wo man sie sich gewünscht hätte. Nach ausgiebigen putzen und Ausbouldern waren die Einzelzüge im Sack. Fehlte nur noch der Durchstieg. Bereits jetzt war klar das es schwerer wird als "Woher Kompass" sowie die Nachbarouten am Tanzboden. Die Frage war nur ob der  Durchstieg gelang. Ja der Boulder an der Dachkante war knapp aber das Glück war uns hold. 

 





Wenn der Erstbegeher von unten kommt führen einen die Griffe nicht immer gerade hoch. So macht die 1.Sl leider einen größeren Bogen um den Überhang zu Überwinden.

Chris-Jan nach dem Überhangsboulder der 1. Sl
 

Bei der 2. Länge (10-) ging es etwas besser, aber auch hier mussten die guten Kletterschuhe herhalten damit man optimal auf Reibung und auf kleinen Tritten stehen bleibt. Ganz ökonomisch war der Durchstieg dort leider nicht, weil ich die Griffe ganz schön zugebrummt habe um nicht runterzufallen. Tja, wer auf seinen Füßen stehen will muss sich auch trauen das ganze Gewicht daraufzustellen und das ist echte Kopfsache.

Ist deutlich schwerer als es aussieht die 2. Sl

Spannend wurde es noch mal bei der 4. Sl die (9+) über einen großen Überhang geht. Dieses mal war die richtigen Schuhe eher nicht das Problem, denn es gab keine Tritte. Zum Glück waren die  Griffe trocken und die Oberarme deutlich erholter als die Unterarme.

Die 4. Sl steil und trittarm.

 

Über die glatte Platte da unten sind wir hoch gekommen. Blick von der 4. Sl nach unten.
 

Als auch dies erledigt war kam noch eine leichte Länge zum Abschluss und dieses Kapitel hat fast 5 Jahre nach dem ersten Versuch einen Abschluß gefunden.

 




Jeder geht anders mit dem Ergebnis um. Endlich ausruhen nach getaner Arbeit.

Da hat sich ja das Wintertraining gelohnt. 2 Überhänge an einem Tag geklettert. Vielleicht schule ich ja doch zum Überhangkletterer um.

Topo Slab Dance, Tanzboden Lofer Alm
 

Am nächsten Tag kletterten wir noch in 2h die Route "Brexit" und genossen den Ausblick auf unsere neue Kreation. Wir freuen uns schon auf den nächsten Bohrurlaub.

Weil es so schön war zum Abschluss noch eine tolle Route zum ausklettern ..


.. und mit Foto finish.

Sonntag, 14. Mai 2023

Die 8 Sandsteinheiligen

 

Wer das Bilderrätsel löst ist eine Local.

Passend zum Ende der Eisheiligen hier eine witzige Anekdote zu den 8 Sandsteinheiligen.
Nein hier geht es weder um Kletterfüherautoren, berümte Erstbegeher oder die Halter des Speedrekords der Alle-Gipfel-Besteiger. Es geht um kleine Detail die über den Erfolg oder Misserfolg beim Sandsteinklettern entscheiden.

Wenn vor 50 Jahren persöhnliche Bestleistungen erreicht wurden war meist der ganze Club dabei. Bei der anschließeden Feier fanden die 8 Sandsteinheiligen weniger Beachtung. Deshalb möchte ich sie hier kurz vorstellen:


Die Motivation.
Die Motivation ist genau dann am größten, wenn man die am wenigsten Zeit mit dem Klettern verbringt. Also im Frühling und im Winter hoch und im Sommer und im Herbst niedrig. 

Jeder hat einige Kletterpartner mit denen er besonders Motiviert ist. Bei mit ist das Thomas Hering hier im Degen RP 9c am Domwächter


Die Erwartungshaltung.
Dieser Geselle ist alles andere als ein berechenbarer Kandidat. Wenn man denkt, es ist leicht und geht gut wird es schwer, oder es funktioniert überhaupt nicht. Wenn man denkt, es ist schwer, erlebt man sein wahres Wunder, und es klappt besser als gedacht.

Ein super Beispiel der Erwartungshaltung für mich. Zum ersten und letzten Mal vor 20 Jahre gekletter und als sehr schwer und moralisch in Erinnerung gehabt. mit dieser Einstellung bin ich dieses Jahr eingestiegen und es lief einfach gut. Wenn die Einstellung "Das ging gut das letzte Mal" gewesen wäre hätte ich mich die Rohnspitze hochgekrampf. Dir NW-Kante RP 10a.


Das Felsgefühl
Dies ist ein sehr eigensinniger Geselle. Wenn man mal 4 Wochen nur in der Halle oder in einem anderen Gebiet Klettert macht es sich aus dem Staub. Das fehlende Felsgefühl spürt man besonders auf der Reibung wenn die Arme dick werden. Dann kann man fit sein wie ein Turnschuh, aber man bekommt die Kraft einfach nicht an die Wand.

 
Moral
Um es mal mit den Worten von Dave MacLeod zu sagen: " Stürzen gehört zum Trainings- und Kletteralltag dazu". Wer es verlernt, der Klettert unentspannt und verschwendet viel Kraft. Ähnlich ist es mit dem Vorstieg. Das beste Training für den Vorstieg ist der Vorstieg. Wer eine X Vorsteigen will sollte bereits sehr viele IXer vorgestiegen sein. Was vielen hilft ist den Weg kennen den sie vorsteigen, das schafft Sicherheit. Aber auch etwas Disziplin gehört dazu. Auch ich habe schon oft nach einer AF-Begehung gesagt: "Das geht nie im Durchstieg". Wer es nicht versucht ist bereits gescheitert und hat kurz vor dem Ziel aufgegeben. Tatsächlich hat man den schlimmsten Teil der "Arbeit" bereits hinter sich. Man hat sich die Route hochgekämpft hat den einen oder anderen Sturz hingelegt, gezittert und gebangt. Sich jetzt die Züge noch mal in Ruhe mit Seil von oben anschauen und einen Versuch machen schult das Gedächtniss und stärkt das Vertrauen ins Sandsteinklettern.


Besonder im Kopf saustark ist Michael Meyer hier in Gelber Nebel RP 9a


Die Kraft.
Um mit einem Zitat zu beginnen, bediene ich mich Wilhelm Buschs. Mit der Kraft ist es ähnlich wie mit dem Gleichgewicht. … „wenn man es braucht, dann hat mans nicht.“ Hat man zu viel davon, Bouldert man schlecht aus und fällt im Durchstieg raus. Die andere Alternative ist das man am Schüttler oder nach der Crux die Griffe zuballert bis einem die Puste ausgeht.

Zielwahl
Im Winter versucht man den Wind zu meiden im Sommer und im Frühling sucht man ihn. Wären es in dem einen Sektor schleimt sind woanders gute Bedingungen.
Am Pfaffenstein hat man über 15°C kaum noch Spaß, weil der Fels keinen Schweiß aufnimmt jedoch in Rathen geht auch bei über 30°C noch etwas.

In der Sonne Klettern das geht ja gar nicht! Im Wind schon, wenn im Frühling die Nordseiten noch feucht sind. Deswegen habe ich mich hier am Dompfeiler in die Sonne getraut. Hurengebräu RP 10b


Die Haut
Die Sandsteinhaut ist sehr speziell. Sie ist sehr fest und hart. In der Kletterhalle hat man wenig Spaß mit ihr. Genauso verhält es sich andersrum. Die weiche und geschmeidige Indoorhaut ist super auf Plasteslopern, aber reist viel zu schnell auf im rauen Sandstein. Zudem verweilt sie gerne in großen Flappern auf kleinen Sandsteinleisten oder an scharfen Lochrändern. Dadurch beenden sie den Klettertag leider viel zu oft und fast immer zeitiger als gedacht.

 

Die richtigen Bedingungen
Zu kalt zu warm, es schmiert und rutscht. Die Fingerkuppen sind zu dünn für den Durchstieg. Hier hilft nur eins, wer viel draußen ist erwischt auch mal gute Bedingungen.




Michael Meyer in Engelsflügel RP 9c am Doppelturm.



Das alle Punkte passen, also Fitness, Ziel, Motivation & Moral, Haut ,Felsgefühl und die Bedingungen stimmen ist schwer. Deswegen fühlen sich die Route meist schwerer an als woanders.
Da es beim Sandsteinklettern selten so ist das alles passt,  also Fittnes, gute Bedingungen, Motivation, Hornhaut und vor allem die richtige Einstellung,  hier ein paar Tipps als Poesie. 😄😃


Die Moral von der Geschicht,
geh einfach raus, verzagen nicht.
Steige mit Demut und Respekt,
die Wege sind nicht abgespeckt.
Auch die Haut muss sich gewöhnen,
der Fels tut sie nicht gerad verwöhnen.
Suche den Schatten meide die Sonne dann ist das Klettern eine Wonne.
Stürze oft auch mal ins Seil,
denn mit weniger Angst ists einfach geil.
Klettere im Wind, genießt den Tag,
nur so wirst du im Sandstein stark.

Hier waren viel der 8 Sandsteinheiligen zu Besuch. Tage des Donners RP 11a. 17 Jahre nach den ersten Versuchen endlich der Duchstieg.

 

Sonntag, 9. Oktober 2022

Verdon im Herbst

Während die klassischen Routen des Verdon eher wie hier südlich ausgerichtet sind gibt es noch viele andere Sektoren auf der anderen Flusseite. 


Obwohl ich bereits im Frühjahr im Verdon war zog es mich erneut in den Grand Canyon Europas. Dieses mal war ich in Begleitung von Roby Rudolf aus der Schweiz. Unser Ziel waren die extrem überhängenden Wände die wir im Frühling gemieden hatten. In seiner einjährigen Auszeit die er vorwiegend in Spanien und Frankreich verbracht hat wurde Roby zum Spezialisten für Knieklemmer. Sobald es irgendwo ein Dach oder einen Sinter gab versuchte Roby das Knie oder den Oberschenkel dagegen zu klemmen um eine Ruheposition in den endlosen überhängen zu fi den. Manchmal war es auch nur eine kleine Hilfe beim nächsten Zug aber alles besser als kurz vor dem Stand vor Entkräftung abzutropfen.

Die linke Wand heißt Rocher du Duc und ist eine 200-300m hohe Westseite zum Begin der eigentlichen Schlucht.


Une Jolie Fleur dans une Peau de Vache 250m, 8b ( Rocher du Duc)

Das erste Ziel war die Route deren Name so viel bedeutet wie "Eine schöne Blume in einem Haufen Kuhscheiße". Das soll so etwas wie französische Poesie darstellen und ist zudem ein bekannter Song von George Brassens. Die Kletterei ist vorwiegend an Sintern und alle drei 8er Längen waren sehr ausdauerlastig. Da die Route immer wieder Querbänder aufweist sind die Stände relativ bequem wenn auch für die Seilführung und die Verständigung eher sehr schlecht. Da die Route immer wieder auf den Bändern quert hat man nach der 3. Sl zum letzten Mal die Möglichkeit abzuseilen sonst muß man aussteigen um zur Abseilpiste zu gelangen. Genau das wurde am 1. Tag extrem knapp für uns, denn das Ausbouldern unten in der Crux dauerte seine Zeit. Oben waren wir dagegen vollkommen beschäftigt einfach nur noch hoch zu kommen. Im letzten Tageslicht erreichten wir endlich wieder den Boden und es war wirklich ganz knapp denn die Abseilpiste erfolgte abseits der Kletterouten und die Abseilstellen sind nicht immer gerade nach unten und im dunklen leicht zu übersehen. Nach dem ersten Tag schmerzte unsere Haut extrem am 3. Fingerglied und in der Handfläche durch die viele scharfen Sinter.

Der Zustieg zum Rocher Duc ist mit 15 Minuten recht kurz aber geht nur mittels einem fest installierten Kletterseil.


Nach einem Ruhetag glückte der Durchstieg und auch da wurde es zeitlich wieder knapp. Zum eine, weil wir wegen Regen 1h unterm Überhang pausieren mussten, zum anderen weil die letzte Länge leider noch nicht ausgebouldert war. Mit der letzten Kraft und im letzten Licht und vom Mistral gepeitscht stiegen wir aus. Der starke Wind machte das Abseilen sehr unangenehm, war jedoch auch der einzige Grund weshalb die liegende und von Flechten dursetzte vorletzte Quergangslänge nach dem Regen überhaupt wieder getrocknet ist. So will ich mich nicht beschweren was das angeht. 

Der Baum dein Freund und Helfer wenn es um das Aufräumen der Seile am Stand vor der Crux geht.

Roby beim Versuch in der Cruxlänge.


Rechts von dem Loch geht die tolle 2. 8a-Länge mit einem tollen Sinter auf einer recht strukturarmen Wand durch.



Die Zufriedenheit nach einem Erfolg stellte sich nur langsam ein und wurde auch davon getrübt das Roby nur die Crux in Durchstieg fehlte. Nach einem Ruhetag versuchte er noch einmal. Im 4. Versuch scheiterte er extrem knapp. Mit blutenden Fingern und gepumpten armen warf er das Handtuch und wir sahen uns auch nach einem neuen Ziel um. 

Die obere Hälfter der Wand hinter Roby bildet den Hauptteil von La Ramirole.


Ultime Demence 180m, 8b ( La Ramirole)

So heist die Route die Roby als nächstes vorschlug. Wenn wir dachten die vorhergehende Route war bereits sehr überhängend dann geht es noch viel steiler. Der Sektor La Ramirole gehört mit zu den anspruchvollsten, längsten und imposantesten was es beim Sportklettern in Verdon gibt. Einige dieser Routen gehen die ca. 150m bis ganz nach oben. Die Route die wir gewählt hatten hing fast 50m über und die Kletterei war alles andere als mein Ding. Blockiges gepresse und sehr komische Hangelverschneidungen. Auch Knieklemmer gab es immer wieder. Alle Standpätze waren unangenehme Hängestände und leider brach das Sitzbrett bereits am 2. Stand. Das war mehr als unangenehm in dieser Route. Die ersten 3 Länge gingen irgendwie aber die 4. Sl und Crux war uns ein echtes Rätzel. Bei den Zügen vom Stand weg hatten wir keine Idee. Dazu kam, dass genau an dieser Stelle der Sicherungsmann und der Haulbag hing. Wir ließen die Stelle erst mal aus und was folgte war noch viel anspruchsvoller. Eine übergängende glatte Verschneidung wo man sich irgendwie hochpressen musste. Es dauerte schier endlos bis ich am 5. Haben ankam und ich konnte keine 5 Züge zusammenhängen. Die Stelle wo man die Verschneidung endlich verläßt konnte ich mir an dem Tag beim besten Willen nicht vorstellen. Wir machte aber erstmal weiter um zu sehen was kommt. Was nach der Verschneidung folgte war eine ausdauernde 8a und die 7er Platte konnte ich vor Erschöpfung kaum klettern. Irgendwie quälten wir uns auch die verbleibenden 2 Längen bis zum Ausstieg hoch. Die letzte Länge war dann eine wahre Perle mit sehr schöne Löchern. 

Die voletzte 7c Länge der Ultime Demence ist zwar steil, aber wenigstens recht kurz.

Bereits am 2. Stand brach durch das anpendeln des Nachsteigers unser Sitzbrett. In dieser Wand ist das neben dem Seil und den Kletterschuhen das wichtigste um Spaß zu haben.

Aus dem Mangel an Alternativen wurde aus dem Griffbrett ein Sitzbrett. Definitiv eine bessere Alternative als ein Hängestand.


Der 2.Tag brachte bei der 4. Sl etwas mehr Klarheit aber der Zug vom Stand Weg ging nur einmal und nur, weil wir uns für den Stand einen Meter links an einen einzelnen Haken gehangen hatten um dem Kletterer Platz zu schaffen. Ich weiß nicht ob ich die Lösung für die Stelle ohne Roby gefunden hätte. Sie war sehr ungewöhnlich und eher ein 7a Sandsteinboulder als Teil einer Kalkroute. Am 5 Haken fand ich nach langem Boulder eine Lösung, aber ich kam nicht in die Ausgangstellung für die Füße. Zum Spreizen war es zu Weit und Griffe und Tritte zogen einfach alle in die falsche Richtung. Es war einfach zu verzweifeln. Beim 2. Mal durchbouldern war die Körperspannung und die Kraft bereits komplett weg. An ein erneutes durchführen der Züge und an ein Weiterklettern war nicht zu Denken also seilten wir ab. Dies ging wegen der steilheit nur, weil wir das Haulseil am 3. Stand festgebunden hatten.

Der herbstliche Morgennebel über der Verdonschlucht sieht zwar schön aus, aber die Kalte Wand und Griffe an denen Chalk klebt ziehen die Feuchtigkeit magisch an.

Beim Abseilen vom 3. Stand reicht ein 45m Seil. Foto Andy Winterleiter

Die 3. Sl war diejenige die am besten ging.Foto Andy Winterleiter


Am Ruhetag ging ich die komplexen Bewegungen und Trittsequenzen immer wieder im Kopf durch um die Länge einzuschleifen. Aber es fehlte noch immer eine entscheidende Sequenz um in die Trittposition zu kommen. Ich hatte das Gefühl, dass all die Jahre und die Erfahrung die ich beim einprägen von Kletterzügen hatte bei dieser Route versagten. Wahrscheinlich lag es am Namen das mich immer wieder die "Ultime Demence" heimsuchte. Umso beeindruckender ist es, dass Chalotte Durif diese Länge zusammen mit der vorhergehenden 8a Länge on sight geklettert hat. Der Grad 8b+ spiegelt diese beeindruckende nicht annähernd wieder.

Der Erste und koplizierteste Teil der Cruxlänge hat sich so hartnäckig gewehrt von uns geklettert zu werden. Es sieht zwar nicht schwer aus aber leider sind weder Griffe noch Tritte so angeordnet das ich diese Sinvoll und einfach kombinieren konnte. 


Der 3. Tag war die letzte Moglichkeit die Route oder auch nur die Cruxlänge durchzusteigen. Versuchte ich noch am 2. Tag. Sl 1 und 2 als 8a+ zusammenzuhängen hatte ich am Morgen zu tun die Längen einzeln durchzusteigen. Durch die kalten Nächte hatte sich Nebel gebildet und der Fels war beschlagen. Nach ca. 2,5h waren wir wieder am Begin der 4. Länge. Aus den vorherigen Versuchen und dem schnellen ermüden bei dieser Art von Zügen schlau geworden, machte ich zum hochhängen der Exen die Züge nur einmal und konzentrierte mich auf die fehlende Sequenz diese ging ich so oft im Kopf durch um die Demenz zu verhindern. Zudem hatte ich mir am Vortag noch eine Polsterung fürs die Hose am linke Knie gebastelt die leichter war als ein Kneepad und vor allem die Beweglichkeit beim Spreizen deutlich weniger einschränkte. Nach einer Pause während Roby auch noch einmal durchboulderte machte ich mich fertig zum erste richtigen Durchstiegsversuch. Ich war aufgeregt wie ein Anfänger vor dem ersten Rotpunkt doch zum Glück stellte ich mich nicht so an.

Die letzten 2 Längen sind zwar luftig aber zum Glück nicht mehr so schwer. Die letzte Länge ist fast schon senkrecht und wäre selbst in Ceüse ein Schmankerl.


Für diejenigen, die wissen was jetzt kommt will ich es abkürzen: Alles klappte wie geplant und mit der allerletzten Kraft erreichte ich den Schüttler auf der Platte und später den Stand. Ich weiß nicht in welcher Mehrseillängenroute ich schon mal 3 Tage für den Durchstieg einer Länge gebraucht habe. Ich weiß jedoch sicher, und dabei leide ich ganz und gar nicht an Demenz, dass "Ultime Demence" von den fast 100 Multipitch Routen im 8ten Franzosengrad bisher diejenige war die mir am schwersten gefallen ist. Dementsprechend groß war auch die Freude diese Route entlich hinter mich gebracht zu haben und oben aus der Welt des vertikalen bzw. des überhängenden wieder in die horizontale Welt zurückzukehren. 


Wenig später verließen wir das herbstliche Verdon und es ging zurück Richtung Heimat. Auch freute ich mich endlich wieder einmal darauf beim Sichern mit beiden Beinen auf festen Boden zu stehen.

Auch tolle Westseiten von Sektoren Hulk, über Encastel zu Tom Et Je Ris.



Mittwoch, 3. August 2022

Urdon - Topos and Overviews

   

The decent from the top of the wall. On the right side you can see parts of Pared de Jesus


Urdon near Hermida could be the new  Aiglun - Paroi Derobée (in France) where the famos route Alibaba is on. Or perhaps the new Ramirol for multipitch. It is not the highest wall but it is amazing steep and so one hard pitch follows another. The sun gets shade around 2pm and we just climbed Vibora on the far right side. Also the sceenery is stunning. If some of the projects are finished and the routes get some traffic it will be an amazing location.

There are no routes easier than 8a. I collected al the topos and information I could find and created an overview of the routes. 

Here the link:

https://www.dropbox.com/sh/tze8gnjmltc11g6/AACSoKWJ0u9wgpNvSHsl7Jgea?dl=0

Enjoy the overhanging walls of Urdon

  

Sonntag, 31. Juli 2022

Sommer in Spanien , aka Naranjo de Bulnes

Narajo de Bulnes, der Spanische Vorzeigeberg.


Es war wieder mal Zeit für die Sommerferien. Dieses Mal war die Frage des Urlaubsziel einfach.

Zweimal hatten wir bereits geplant nach Spanien zum Picos de Europa zu fahren um den mächtigen Naranjo de Bulnes zu Besteigen. Zweimal hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Flüge wurde gestrichen. Endlich war es so weit und es konnte losgehen. Mit von der Partie war wieder die übliche Sommerferienbesetzung. Familie Wolf mit 2 Kindern sowie Oma Wolf für die Kinder zum Spielen. Dazu wie üblich Michael 

Meyer damit ich jemand zum Spielen habe. Meine Mutter und Micha kamen den weite Weg mit dem Flugzeug und wir mit dem Auto.


Der eine oder andere wird sich sicher Fragen: "Wie kommt man auf die Idee im Sommer nach Spanien zu Fahren?" Erstmals hörte ich von Peter Horndrich der die Sommerferien an der spanischen Atlantikküste verbrachte. Rings 

herum um den Nationalpark "Picos de Europa" gibt es viele Sportklettergebiete die lohnend sein sollten. Alle profitieren von der Nähe zum Atlantik weshalb das Klima mild und feucht ist. Nicht selten verhindert die tiefhängende Wolkendecke, dass man von der spanischen Sonne gegrillt wird. Als ich mich dann weiter zum Park erkundigte staunte ich nicht schlecht, als ich ein Bild des Picu Uriellu sah welcher auch Narajo de Bulnes genannt wird. Ein Kalkdom der mit seiner 500m hohen Westseite einfach nur beeindruckend aussieht. Für spanische Kletterer ist angeblich ein muss diesen 2519m hohen Berg zu besteigen und über die kürzere Südseite ist dies sogar im 5ten Grad bei tollen wasserzerfressenen Kalk möglich. Wir hatten sogar das Gefühl, dass den Einheimischen dieser Berg heilig ist und dementsprechend alt und puristisch sind  die Meiste  Anstiege abgesichert. Viele Kletterrouten sind Borhakenfrei oder nur mit rostigem Material der Erstbegehung ausgestattet. 

Durch die viele Feuchtigkeit vom Atlantik gibt es eine Artenreiche Flora und Fauna.

Die steilen Wände wurden meist im Winter mittels Aidkletterei überwunden. Hier gibt es solche Routen wie "Pillar del Cantábrico" A2 6a+ welche 1981 mittels Bohrhakenleitern bezwungen wurden. 1992 erfolgten die ersten Versuche einer freie Begehung durch Francisco Fernández. Dies ist  umstritten, da vermehrt Griffe geschlagen wurden um die Wand freikletterbar zu machen. Die nächste freie Begehung folgte 1995 durch Dani Andrada und die 3. Begehung und der erste Durchstieg an einem Tag folgte 1997 durch Josune Bereziartu & Iker Pou. Frei wird die Route mit  8a+/b bewertet. Andere Routen wie "Sueños de Invierno" A4 6c ( 1983) wurden extrem mutig mit Copperheads aus Blei erstbegangen. 

Diese Bleiklumpen die zusammen mit einer Drahtschlaufe in Löcher oder Mulden geschlagen wurden hielte vor 39 Jahre gerade mal das Körpergewicht. 

Auch diese Route wurde 2016 durch Alex Huber und Fabian Buhl freigeklettert. Zum Teil mit Skyhooks als einziger Zwischensicherung bei Schwierigkeiten bis 8a. Glücklicherweise gibt es einen Trend die alten Rostgurken durch haltbares Material am Stand zu ergänzen. Jedoch scheine zusätzliche Haken fürs Freiklettern ein Tabu zu sein. Auch Erstbegehungen im Nationalpark sind nur nach vorheriger Genehmigung durch den Park erlaubt. Glücklicherweise findet sich in den meisten Wandbereichen zumindest eine Route über welche man wieder abseilen kann.

Der lange Zustieg mit viel Gepäck offenbart nach über 1,5 h das Ziel des Aufstieges.


Es gibt ein recht guten Führer welcher die leichten Wandbereiche beschreiben jedoch mangelt es an aktuellen Informationen zum Material und der Schwierigkeitsbewertung fürs Freiklettern in der NW-Seite. Die meisten Informationen zu den Aidrouten un vor allen deren Erstbegehung finden sich auf bulnesland.blogspot.com. (

(Eine komplette Übersicht der W-Seite habe ich erstellt und zu jedem Weg mindestens ein Topo -meist mehrere Topos - hinzugefügt. Diese Sammlung sowie die Übersicht kann hier heruntergeladen werden:

https://www.dropbox.com/sh/ulcbno9uxr214zu/AAB_H-juJ_AESCgZQ-HfRc-va?dl=0  )


Uns reizte natürlich der "Bermeja-Überhang"  die überhängende Nordwestseite aber "Sueños de Invierno" war uns eine Nummer zu wild. Deshalb entschieden wir uns "Pillar del Cantábrico" zu probieren.

Topo vom Pillar del Cantábrico


Da die ersten 4 Längen die schwersten und überhängensten waren planten wir einen ganzen Tag nur fürs ausbouldern und Durchsteigen dieser. Leider verzichteten wir aus Gewichtsgründen darauf ein Sitzbrett mitzubringen. Das bereuten wir sehr schnell, denn die Standplätze waren nahezu alles Hängestände. Als wir früh einstiegen wussten wir noch nicht was für ein anstrengender Tag vor uns liegt. Die 1. Sl war mit 7b+ noch mit die dankbarste Länge des Tages. Die Freikletterlinie kletterte immer in der Nähe der alten Rostgurken und es war gleich unten, links der ersten 4 BH schwer. 


Die 2. Sl beim Leistenboulder links der Aid-Linie.

Die Züge zum Stand sind 3m links der Hakenleiter aber zum Glück nich ganz so schwer. 


Die 2 Sl war da mit 8a schon ein anderes Kaliber. Der Verlauf der Freikletterlinie war an zwei Stellen abseits der alten Haken bei der ersten Stelle gab es dafür sogar einen separate Bohrhaken der leider auch nicht mehr gut aussah. Dort musste man erstaunlich kleine Griffe extrem weit durchblockieren. Leider waren einige diese Griffe eigens dafür geschlagen worden. Weiter oben kurz vor dem Stand gab es noch einen größere Linksbogen wo man die Rostgurken leider nicht mehr einhängen konnte. Der Durchstieg glückte im 2. Versuch aber die Finger schmerzten wegen der kleinen Leisten und das Treten war in dem extrem glatten Kalk auch schwer.

So steil wie die 3. Sl sind die anderen nicht. Trotz der Kürze megaanstengend und pumpig.



Unten geht es mal ein Stück ganz gut aber die Crux und der Rausschmeisser komme  bei der 3. Sl ganz oben.


Die 3. Länge 8a+/b lag vor mir und um Kraft zu sparen zog ich die Hake durch und machte mich auf die Suche nach den Griffen. Da keinerlei Chalk auf den Griffe war musste man an einige Stelle ausgiebig suchen und ausbouldern. An anderen Stellen waren die zum Freiklettern gebohrten Griffe in der glatten Wand so offensichtlich, dass es schon traurig war. Auf diese Weise konnte man doch alle Routen Freiklettern aber ist das der Sinn dahinter?

Ich konzentrierte mich wieder auf die sehr athletische Kletterei und war froh die Einzelzüge hinzubekommen. War das im Durchstieg möglich? 

Besonders der Abschlussdynamo kurz vor dem Stand. Mal sehen was die Pause bringen wird.


Zwei Aid-Kletternde Spanier waren mit einem Tag Vorsprung vor uns in der Route. Sie stiegen früh an ihren Fixseilen vom Vortag auf. Die Seile hingen gewaltig von der Wand entfernt und als diese abgeworfen wurden lagen sie ca. 80m vom Einstieg entfernt. Ganz schön überhängend diese Wand! Doch wir erhielten von ihnen ein paar nützliche Informationen, die das Abseilen erleichterten und sie sagten uns, dass sie nach der 8. Sl ihren Haulbag mit allem unnötigen Material herunterwerfen werden. Auf die Frage hin ob sie nicht Angst haben jemanden zu erschlagen meinten sie nur: "Unter der Wand läuft eh niemand lang" Ich kam gerade vom Ausbouldern zurück zum Standplatz als wir von oben schreie hörten. Noch kurz vorher saß ein Paar schräg unter der Wand und hatte mir beim Kletter zugeschaut. Irgendwann hatte sie sich auf den Rückweg zur Hütte gemacht. Wenig später schlug der Haulbag der Spanier nach über 200m freien Fall neben dem Weg ein und rollte das Geröllfeld herunter. Obwohl die Spanier dies angekündigt hatten waren wir schockiert. Falls der Sack jemande getroffen hätte wäre er tot gewesen. Von oben konnte man durch die Überhänge auch unmöglich abschätzen wo der Sack genau einschlagen wird.

Nach einer kurze und weniger entspannte Pause im Hängestand machte ich mich an den Durchstiegsversuch. Da Micha das lange Hängen nicht besonders gut tat mussten wir weiter komme. Hätte ich nur das Sitzbrett mitgenommen hätte ich mir eine längere Pause gönnen können.Da alle Exen bereits hingen und das Materialseil auch schon am nächsten Stand hing war mein Gurt zumindest leichter. Nicht jedoch meine Arme nach dem vielen Ausboulder. Der erste Boulder ging ohne Zusatzgewicht. leichter als gedacht aber dann wurde es extrem pumpig. Als ich am gehackte Unterkreuzer ankam war ich schon fast am Ende meiner Kraft. Sprichwörtlich auf letzter Zehe gelag mif der 2. Boulder und ich versuchte mich an einem schlechten Schüttler vor dem Abschlussdynamo zu regenerieren. Leider stand ich zu ausgestreckt als das mir dies glückte. So ließ ich die linke Hand geziehlt zulaufen um rechts mehr Kraft zum Bleschleunige für den 1,5 m Dynamo zu haben. Noch 5 Züge bis und dann kam der alles entscheidende Zug. Linker Fuß über den Überhang setzen und den rechten Fuß nachziehen und dann Vollgas geben... . Ich kippte weiter nach hinten raus als beim Ausbouldern, aber ich blieb gerade so oben hängen. Juhu geschafft. Die Crux war somitgeklettert. Die 4. Sl war mit 7c+ deutlich leichter aber nach den 3 Durchstiegen und dem Ausbouldern musste ich mich mächtig ins Zeug legen auch diese Durchzusteigen. Geschafft und hungrig seilten wir ab und ließen unsere Seile für den Gipfelsturm am Folgetag hängen. Gut war, dass wir das Materialseil am 2. Stand befestigt hatten so konnte wir uns mittels Microtraxion die 15 m Überhang einfach zurückziehen.



Einfach schön anzusehen der Picu Uriellu. Links im schattigen Überhang haben wir uns den ersten Tag herumgetrieben.


Am Folgetag ging es noch zeitiger los und wir stiegen an unseren Kletterseilen wieder auf. Blöd war nur, dass Michas Stirnlampe schon im 

Zustieg den Geist aufgab und es noch finster war. Schon blöd bei den Seilmanövern die notwendig waren um unsere Seile wieder freizubekommen ohne wie eine Rakete aus der Wand zu schießen noch dazu an den Rostgurken mit nureinem guten Bolt am Stand. 

Das erste Licht am Horizont kündigt den neuen Tag an...

... und sobald es heller wird sieht man das Wolkenmeer gegen die Berge branden.

Erst einige Zeit später färbt die Sonne die Bergspitzen in warmes Rot.


Auch das wir uns dagegen entschieden hatten die Daunenjacke mitzunehmen war nicht so gut denn es war kalt und windig. Die Längen wurden zwar leichter aber die Orientierung war deutlich anspruchsvoller. Zweimal verstiegen wir uns und das kostete Zeit und vor allem Körperwärme.

Wenn die Haken am Stand alle alt  sind, dann muß man sie halt durch einen Friend Ergänzen.

Die 8. Sl ist toll aber gegen Ende etwas unübersichtlich.

Bei der 6. Sl sollt mann erst den 2. Standplatz zum nachholen verwenden, denn danach quert die Route 15m weit nach rechts.

 Es waren oben ein paar tolle Längen dabei die selbst an der Marmolada toll wären. Nach mehr oder weniger 17 Längen waren wir Auf dem Gipfel. 

Mein Liblingsbild. Micha entsteigt in einer der letzten Seillängen dem Wolkenmeer und strebt dem Gipfel entgegen.

Das Wolkenmeer verhinderte das wir den Atlantik sehen konnten.


Bei den letzten Längen war es schwer zu wissen ob man Längen zusammengehangen hatte oder nicht.

Der Blick auf dem Gipfel war grandios und wir befanden uns über dem Wolkenmeer. Leider konnten wir dadurch den Atlantik nicht sehen aber vereinzelt schauten einzelne Felsen und Berge wie Insel aus den Wolken.

Endlich oben und was für ein Blick.

Gipfel und Wolkenmeer


 Im Abstieg über die Südseite waren wir erstaunt wie toll die Felsqualität in den leichten Routen ist. Als wir dann im Abstieg in die Wolken eintauchten machte der Nebel auf dem langen Abstieg nicht nur die Felsen klatschnass. Am Zelt schliefen wir kurz nach dem Abendessen zufrieden ein und wir freuten uns auf den Ruhetag und weiteren schönen Routen  im Picos de Europa.