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Donnerstag, 9. Mai 2013

Zurück im Yosemite Valley

Nach einer Woche Entspannung mit Kerstin und Leopold ging es am Freitag kurz vor Mitternacht ins Yosemite. Sebastian hatte sich übers Wochenende frei genommen und so blieben Kerstin und Leopold in Berkley. Da wir erst spät losgefahren sind, war unsere Nacht nur 2 Stunden lang aber wir hatte keine Lust am Astroman anzustehen. Wir waren noch nicht mit der 1. Länge fertig, als die nächste Seilschaft kam, also war das Aufstehen nicht umsonst gewesen. Es wurde ein schöner Tag in Bastis Wunschroute. Da ich Astroman bereits 1999 geklettert hatte war ich erstaunt was ich noch alles an Einzelheiten wußte. Die Schönheit der Kletterei wurde nur duch die brennendheiße Sonne und dem später drohendem Gewitter gestört. Zum Glück lösten sich die Wolken noch rechtzeitig auf und wir stiegen nach 8 Stunden über die haarsträubende letzte Länge aus. Am folgenden Tag begleitete mich Basti freundlicherweisese noch über die Eastledges zum Ausstieg der Salathe. Durch Basti's Hilfe konnte ich die 200m Statikseil, Zelt und Essen für 4 Tage mit einer Ladung auf den El Capitan tragen. Ich freute mich sehr über seine Unterstützung und seine Geselschaft denn die nächsten 3 Tage wollte ich alleine die Schlüssellängen der Salathe Wall ausbouldern. Der Wetterbericht war zwar alles andere als gut, ich war noch optimistisch eine 20%ige Regenwahrscheinlichkeit ist ja nicht so wild. Nachdem sich Basti am Abend auf den Abstieg machte, schlepte ich in 2,5h über 40 l Wasser vom Horsetailcreek zum Zelt und ging schlafen. Nach einer kühlen und verregnetten Nacht seilte ich in einer Regenpause an bereits hängenden Fixseilen in die Wand. Es war beängstigend und ich war wie gelähmt von der Situation. Ob dies an den 1000 m Luft unter der steil abbrechenden Wand, dem starken Wind, der Tatsache das ich hier oben ganz allein war oder den Temperaturen um den Gefrierpunkt lag kann ich nicht sagen. Nach langem zögern überwand ich mich nur mit der Micro Traxion gesichert entlang des Fixseiles hochzuklettern. Die Bewegungen fühlten sich steif an und von Kletterfluß kann gar keine Rede sein. Nachdem ich die 5.12a oberhalb des Long Ledge zum zweiten mal gemacht hatte, was eigendlich dem Aufwärmen dienen sollte fing es heftig an zu schneien. Ich war auf der einen Seite froh über die Ausrede, in meinem vor Angst steifen Zustand die Schlüssellängen nicht versuchen zu müssen, auf der anderen Seite wollte ich nur schnell aus der Wand raus. So leicht war dies dann doch nicht, denn ich mußte noch über 100 m an den Statikseilen aufsteigen und der  geschmolzene Schnee stürzte in Bächen auf mich hernieder. Die Regenjacke schützte mich zwar vor dem gröbsten aber die Hose wurde klatschnaß. So wurde die erste Nach nur kühl. Da sich das ganze täglich wiederholte wurde die zweite Nacht kühler und die letzte eisig. Das Wetter war echt verrückt. In 3 Tagen da oben, habe ich keinen einzigen Zug an der Headwall machen können, weil diese trotz der Steilheit naß war. Beeindrucken sah es schon aus. Gestern wurde ich bis auf die Haut durchnäßt als ich in die PreMuir abseilte um dort Wasser für eine Begehung zu deponieren. Nicht das das Abseilen im dichten Nebel in einer unbekannten Wand ohnehin schon gruselig war. Erst richtig gruselte ich mich, als es anfing zu Regnen und zu Schneien. Also nützte es alles nicht ich mußte wieder hoch. Das hieß bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in einem Wasserfall jümaren. Alles unterhalb der Regenjacke wurde naß und zum glück sind die Seile nicht eingefroren. 9 mm Nylon kommen einem in solch einer Situation sehr sehr dünn vor. Nach der Aktion mußte ich ohnehin ins Tal abteigen obwohl das Gefühl und das Geräuch in dem Schuhen eher an Wandern in Tiefen Schlamm erinnert. Jedenfalls wieder ėine kühle feuchte Nacht aber in wenigen Stunden kommen die Wechselsachen mit Kerstin, Leopold und Issy.

Kommentare:

  1. Hi,
    das klingt ja nicht nach den Wetterbedingungen, wie wir sie ´99 hatten;-). Ich hoffe ihr hattet jede Menge Spaß in der Harding Slot und du bist zusammen mit Issy am El Cap noch erfolgreich.
    Viele Grüße an die ganze Truppe,
    Markus

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  2. Ach Tobias, auch von uns toi toi toi für deine unendliche Geschichte mit der Salathé!
    Und Hut ab vor deinem Engagement, dort am 9mm Kabel allein rumzuturnen ;-)
    Bei uns war damals auch das Valley eine einzige Wetterkapriole, von daher wünschen wir euch noch alles Gute und maximale Erfolge!
    Besten Dank für den Bericht und viele Grüße auch an die kleine Familie aus der Heimat
    roho

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  3. Klingt gemütlich... Jeder andere wäre einfach abgestiegen, aber wie Peter Brunnert schon schrieb: Wir müssen da hoch!

    Viel Erfolg wünscht
    MiScha

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